Tummelplatz, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungTum-mel-platz
WortzerlegungtummelnPlatz
eWDG, 1976

Bedeutung

Platz zum Umhertollen, besonders für Kinder, Kinderspielplatz
Beispiel:
die Rodelbahn war ein Tummelplatz der Schuljugend
übertragen Feld, Kampfplatz, auf dem etw. ausgetragen wird
Beispiel:
daß gerade unsere selbstgenügsamsten und artistisch anspruchsvollsten Kritiker ... mit Vorliebe das Theater zum Tummelplatz ihres Geistes machen [Th. Mann11,31]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tummeln · Tummelplatz
tummeln Vb. reflexiv ‘sich unruhig hin und her bewegen, (von Kindern) fröhlich und ausgelassen spielen’, landschaftlich ‘sich beeilen’ auch transitiv ‘(ein Pferd) im Kreise laufen lassen, um es zu bewegen’, mhd. tumeln ‘lärmen’, frühnhd. tumeln, tummeln ‘lärmen, sich unruhig hin und her bewegen, schwanken, kreisend bewegen, jagen, treiben, (ein Pferd) bewegen, reiten, sich beeilen’, mnd. tum(m)elen, nl. (älter) tommelen, tummelen ist eine Nebenform mit kurzem Stammsilbenvokal zu dem unter ↗taumeln (s. d.) behandelten Verb. Tummelplatz m. ‘Stätte freier Bewegungsmöglichkeit und ungehinderter Tätigkeit, Vergnügungsplatz, Platz zum Umhertollen’, übertragen ‘Gebiet, auf dem etw. ausgetragen wird’ (17. Jh.), ursprünglich ‘Reitbahn, Platz zum Abrichten der Pferde, Turnierplatz’ (Ende 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Meetingpoint · ↗Sammelplatz · ↗Sammelpunkt · ↗Sammelstelle · ↗Treffpunkt · Tummelplatz
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Aktionsfeld · ↗Aktionsradius · ↗Betätigungsfeld  ●  Tummelplatz  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(ein) Tummelplatz (für / der)  fig. · (eine) Spielwiese (für)  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abenteurer Agent Bakterie Betrüger Eitelkeit Extremist Geheimdienst Gestalt Krimineller Leidenschaft Lobbyist Neonazi Phantasie Rechtsradikale Reiche Scharlatan Schickeria Schöne Spekulant Spion Terrorist Tourist beliebt bevorzugt einstig ideal mißbrauchen touristisch verkommen wahr

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tummelplatz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Österreich war früher ebenso wie heute dafür ein beliebter Tummelplatz.
Die Zeit, 07.01.2013, Nr. 01
Das Netz ist mittlerweile ein beispielloser Tummelplatz für Hexen unterschiedlichster Überzeugungen - und es werden immer mehr.
Die Welt, 30.04.2004
Ebensowenig sollte es als Kinderstube dienen, und den Kindern erlaubt werden, die Betten als Tummelplatz zu benutzen.
Thilo, Maria von: Die Hygiene des Weibes, Berlin: Möller 1904, S. 31
In kürzester Zeit wurde aus dem zentralen Heiligtum ein Tummelplatz für alle Kulte und Bräuche des Landes.
Kraus, Hans-Joachim: Israel. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 24573
Wenn für den Politiker die Verfassung nur ein Tummelplatz ist, kann auch im Volk schwer ein Verfassungsbewußtsein entstehen.
Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 261
Zitationshilfe
„Tummelplatz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tummelplatz>, abgerufen am 10.12.2019.

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