Tumult, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Tumult(e)s · Nominativ Plural: Tumulte
Aussprache
WorttrennungTu-mult
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Tumult‹ als Erstglied: ↗Tumultuant · ↗tumultartig · ↗tumultuieren · ↗tumultuos · ↗tumultuös
 ·  mit ›Tumult‹ als Letztglied: ↗Straßentumult  ·  mit ›Tumult‹ als Grundform: ↗tumultuarisch
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
lärmendes Durcheinander
Beispiele:
ein lauter, wilder, unbeschreiblicher Tumult
der Tumult wurde stärker, legte sich
wir flüchteten aus dem Tumult der Großstadt
Um uns breitete sich Stille wie nach einem äußersten Tumult [A. ZweigClaudia60]
2.
lärmende, erregte, gegen bestimmte Personen, Zustände gerichtete Auseinandersetzung, Empörung
Beispiele:
nach den Ausführungen des Redners entstand in der Versammlung ein Tumult
einen Tumult entfesseln, beschwichtigen
auf dem Markt kam es zu einem Tumult
schwere Tumulte brachen aus
die Vorstellung endet in einem wüsten Tumult [St. ZweigBalzac395]
bildlich
Beispiele:
im Tumult der Gefühle
es erhob sich ein Tumult in ihrem Innern [KolbSchaukel120]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tumult m. ‘lärmendes Durcheinander erregter Menschen, Getümmel’, im politischen Bereich ‘(von Tätlichkeiten begleiteter) Aufruhr, Aufstand, Erhebung’, entlehnt (Ende 15. Jh.) aus lat. tumultus ‘Unruhe, Getöse, (Kriegs)lärm, Aufruhr, Aufregung’; zu lat. tumēre ‘geschwollen sein, vor Zorn aufbrausen, schwülstig sein’ (s. ↗Daumen).

Thesaurus

Synonymgruppe
Auflehnung · ↗Aufruhr · ↗Aufstand · Aufstand der Massen · ↗Ausschreitung · ↗Erhebung · ↗Krawall · ↗Massenaufstand · Massenproteste · Massenunruhen · Protestaktionen · Proteste · ↗Putsch · ↗Rebellion · Tumult · ↗Unruhe · bürgerkriegsähnliche Zustände
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Aufruhr · ↗Krawall · ↗Lärm · ↗Rabatz · ↗Randale · ↗Spektakel · Tumult · ↗Unruhe  ●  ↗(die) Welle  ugs. · ↗Aufstand  ugs. · ↗Terz  ugs. · ↗Theater  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgeordnetenkammer Aufruhr Beschimpfung Buhruf Gerichtssaal Geschrei Handgreiflichkeit Rangelei Relegationsspiel Schlägerei Sitzungssaal Spielfeld Spielfeldrand Zuschauerraum Zwischenruf ausarten ausbrechen befürchtet heftig inszeniert lautstark losbrechen minutenlang regelrecht unbeschreiblich ungeheuer untergehen wüst überschatten übertönen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tumult‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als ich das alles richtig mitbekam, war es zu spät und ein großer Tumult entstanden.
Bild, 12.11.2003
Nach den Tumulten am ersten Tag versuchen die Gegner nun, das Verfahren juristisch zu stoppen.
Der Tagesspiegel, 01.06.2001
Und dann war großer Tumult, als der Kardinal entdeckt wurde.
o. A.: Einhundertachtundfünfzigster Tag. Mittwoch, 19. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 10972
Die ganze Klasse mußte mitsuchen und es entstand ein förmlicher Tumult.
Reventlow, Franziska Gräfin zu: Ellen Olestjerne. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 6087
Es war ein Ding der Unmöglichkeit, in diesem Tumult einen Zug zu formieren.
Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 6
Zitationshilfe
„Tumult“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tumult>, abgerufen am 16.11.2018.

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