Tupfer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Tupfers · Nominativ Plural: Tupfer
Aussprache
WorttrennungTup-fer
Wortzerlegungtupfen-er
Wortbildung mit ›Tupfer‹ als Letztglied: ↗Farbtupfer · ↗Mulltupfer · ↗Wattetupfer
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich
Synonym zu Tupfen
Beispiele:
In den 1990er Jahren war der schwarze Nachtfalter mit roten Tupfern noch in 80 Flachmooren verbreitet.[…] [Neue Zürcher Zeitung, 03.04.2017]
Der Blick reicht […] weit übers Land, am Horizont zeichnet sich die Burg Hohenstaufen ab. Eine Idylle wie gemalt, alte Obstgärten, Wäldchen, die Wiesen sind gelb von Löwenzahn, dazwischen blüht in zartrosa Tupfern das Wiesenschaumkraut. [Süddeutsche Zeitung, 13.08.2016]
übertragenMarsalis spielt […] ein leidenschaftliches Sopransaxofon; Pianist Joey Calderazzo, von dem die beiden Kompositionen stammen, steuert impressionistische Tupfer bei. [Die Welt, 31.03.2009]
Number 32, dieses Bild [von Jackson Pollock, dem Begründer der Aktionsmalerei] […] zeigt, auf der rohen Leinwand, nur noch das Gespinst der schwarzen Linien, Kleckse, Flecken, Tupfer, Knäuel, Spritzer, Fäden. [Die Zeit, 03.12.1998, Nr. 50]
Kollokation:
mit Adjektivattribut: ein impressionistischer, farbenfroher, bunter Tupfer
2.
kleiner Klecks (2) einer dickflüssigen SubstanzQuelle: DWDS, 2017
Beispiele:
Das Gericht ist komplex, weil es mit unterschiedlichen Temperaturen auf dem gleichen Teller arbeitet: Reh, Pfifferlinge und die Tupfer Selleriepüree müssen warm sein, Melonensalat und Pesto eher kühl. [Welt am Sonntag, 07.08.2016, Nr. 32]
»Ananas-Sahne-Traum« heißt das traurige Häufchen aus klebrigglänzenden Obststückchen, ein paar Tupfern Dosensprühsahne und Schokosoße. [jetzt-Magazin (SZ), 20.10.2014]
Wenn Mann es eilig hat, passiertʼs: ein gemeiner Rutscher beim Nassrasieren. Ein kleiner Tupfer reines Aloe-vera-Gel stoppt sofort die Blutung, kühlt und beruhigt. [Bild, 22.02.2012]
Sie [die Drachenschnur] soll gut [an den Waagepunkten des Drachen] verknotet und eventuell noch zusätzlich mit einem Tupfer Kleber gesichert werden. [Süddeutsche Zeitung, 25.10.2002]
Florena, das war schon zu DDR-Zeiten mehr als ein Firmenname. Fast niemand kam ohne einen Tupfer der gleichnamigen Allzweckcreme über den Tag. […] [die tageszeitung, 18.04.1998]
3.
Stück locker gefalteter Verbandsmull zum Betupfen von Wunden (zur Blutstillung, Reinigung u. a.)
Beispiele:
Tupfer werden trocken oder feucht angewendet und dienen zum Abtupfen von Wundflüssigkeiten, sowie zur Reinigung der Umgebung der Wunde. [Körting, Georg Friedrich: Unterrichtsbuch für die weibliche freiwillige Krankenpflege, Berlin: Mittler 1913 [1907], S. 114]
Ein Mann wird am Herzen operiert. Nach ein paar Tagen verschlechtert sich sein Zustand zunehmend. Er zeigt Symptome einer Blutvergiftung. Bei der Untersuchung stellt man fest, dass bei der Herzoperation ein Tupfer vergessen wurde. [Der Standard, 18.01.2016]
Die junge Frau wurde für den Kaiserschnitt narkotisiert, doch nach ein paar Minuten hörte sie verschiedene Stimmen. »Ich verstand augenblicklich meine Lage: Ich lag hier intubiert, bedeckt mit grünen Tüchern, mein Bauch aufgespalten, fremde Leute in mir grabend, Blut, Tupfer in den Klemmen.« [Süddeutsche Zeitung, 08.01.2011]
Um die Situation [in dem Krankenhaus] ein wenig zu verbessern, bringen die deutschen Studenten Spenden mit nach Tonga – manche bis zu 70 Kilogramm Handschuhe, Mundschutz, Tupfer, Anästhetika, Füllungsmaterial, Desinfektionsmaterial, Zahnbürsten und Zahnpasta. [Die Zeit, 11.05.2009, Nr. 20]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein vergessener Tupfer
in Koordination: Skalpell, Zange, Schere und Tupfer
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tupfen · betupfen · Tupfer
tupfen Vb. ‘leicht an, auf etw. stoßen, tippen, anfeuchten, benetzen, mit Tupfen versehen, sprenkeln’, ahd. tuphen ‘waschen, baden, befeuchten’ (9. Jh.), frühnhd. dupffen, tüpffen ‘anfeuchten’, tupfen ‘Farbflecke machen’ (16. Jh.), dupffen, tupffen ‘flüchtig berühren’ (17. Jh.), dazu auch md. nd. dippen, tippen, aengl. dyppan ‘eintauchen’, engl. to dip und (iterativ) mnd. düppelen ‘eintauchen’, (als ōn-Verb) schwed. doppa ‘eintauchen’ stellen sich im Sinne von ‘tief machen, eintauchen’ zu der unter ↗tief (s. d.) behandelten Wurzel ie. *dheub-, *dheup- ‘tief, hohl’. Die Bedeutung ‘eintauchen’ kommt literatursprachlich im 18. Jh. außer Gebrauch, bleibt im Obd. jedoch erhalten. tupfen gerät schon früh unter den Einfluß von (obd.) stupfen ‘leicht stoßen, mit den Fingern berühren’ (s. ↗stupsen). betupfen Vb. ‘vorsichtig berühren und dabei Flüssigkeit auftragen oder aufsaugen, mit Tupfen versehen’ (Anfang 18. Jh.). Tupfer m. ‘kleiner, farbiger Fleck, Wattebausch zum Betupfen von Wunden’ (17. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Grün Kanüle Nadel Palette Schere Skalpell Spritze Strich Tupfer Wunde Zange blau braun bunt exotisch farbig gelb grau grün hell impressionistisch ironisch leuchten leuchtend orangefarben rot sanft weiß winzig zart

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tupfer‹.

Zitationshilfe
„Tupfer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tupfer>, abgerufen am 12.12.2019.

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