Tusche, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tusche · Nominativ Plural: Tuschen
Aussprache
WorttrennungTu-sche
Grundformtuschen
Wortbildung mit ›Tusche‹ als Letztglied: ↗Ausziehtusche · ↗Wimperntusche
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
schwarze oder farbige Flüssigkeit mit Bindemitteln, die einen dichten, wasserfesten und radierfesten Strich ergibt und zum Zeichnen, Beschriften verwendet wird, Ausziehtusche
Beispiele:
eine technische Zeichnung mit Tusche anfertigen
(chinesische) Tusche
zu Stücken geformter Ruß mit Bindemitteln, der mit Wasser angerieben wird, sodass eine schwarze Flüssigkeit entsteht, die zum künstlerischen Zeichnen verwendet wird
Beispiel:
der Künstler führte diese Landschaftszeichnung mit, in Feder und Tusche aus
2.
landschaftlich Wasserfarbe
Beispiel:
mit Tusche malen
3.
aus Wachsen, Fett, Öl und Farbstoff bestehende feste Schminke für Wimpern, Augenbrauen, die mit einem angefeuchteten Bürstchen aufgetragen wird, Wimperntusche
Beispiel:
Er bekam Angst, sie könne zu weinen beginnen und die Tusche von den Wimpern würde sich mit ihren Tränen vermischen [G. HartlaubGroßer Wagen79]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tuschen · Tusche
tuschen Vb. ‘mit Wasserfarbe malen, eine Zeichnung farbig ausgestalten, kolorieren’ (2. Hälfte 18. Jh.), zuvor ‘etw. einfarbig darstellen, eine Zeichnung einfarbig ausgestalten, mit dunkler Farbe schattieren’, entlehnt (vereinzelt getuscht, getouscht, 16. Jh., geläufig seit Anfang 17. Jh.) aus mfrz. frz. toucher, afrz. tochier ‘berühren, anrühren, treffen, schlagen, antreiben, betreffen, zu Herzen gehen’, frz. auch ‘ein Bild ausführen’ und ‘Farbe, Druckerschwärze auftragen’. Dem frz. Wort liegt vlat. *tōccāre ‘schlagen, treffen’ (vgl. ital. toccare ‘berühren, anfühlen, anstoßen’) zugrunde, eine lautnachahmende Bildung, die von dem beim Auftreffen auf einen Gegenstand entstehenden dumpfen Ton (tok) ausgeht. Tusche f. ‘zum Zeichnen, Beschriften verwendete, tintenähnliche schwarze Flüssigkeit’ (2. Hälfte 18. Jh.), älter überhaupt ‘zum Schreiben, Zeichnen, Schattieren, Kolorieren verwendete Farbe’, auch ‘Wasserfarbe’ (Anfang 18. Jh.), wohl gekürzt aus gleichzeitig bezeugtem Tuschfarbe, vielleicht unter Einwirkung von ebenfalls in der Malerei (für ‘Pinselstrich, Malweise’) üblichem deverbativem frz. touche, eigentlich ‘Berührung’ (afrz. toche).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Acryl Aquarell Aquarellfarbe Bleistift Farbe Farbstift Feder Gouache Graphit Hängerolle Kohle Kreide Papier Pinsel Querrolle Sepia Stift Tinte Wasserfarbe auftragen braun chinesisch farbig laviert malen monochrom nass schwarz Öl Ölfarbe

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tusche‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So sieht die Welt in seinen Bildern aus wie mit Tusche gezeichnet.
Die Zeit, 16.12.2012, Nr. 49
Anschließend pinselt er auf einigen Teilen des Bildes farbige Tusche auf.
Süddeutsche Zeitung, 12.02.2002
Die Literatur über die Tusche harrt noch einer umfassenden Darstellung.
Franke, Herbert: Sinologie, Bern: A. Francke 1953, S. 179
Er arbeitet dabei mit extrem nasser und trockener Tusche sowohl in Farbe als auch monochrom.
o. A.: Lexikon der Kunst - S. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 35441
Zwischen die Häuser ist mit schwarzer chinesischer Tusche der Himmel gemalt.
Klabund: Der Marketenderwagen. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2324
Zitationshilfe
„Tusche“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tusche>, abgerufen am 22.04.2019.

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