Tutti, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Tutti/Tuttis · Nominativ Plural: Tutti/Tuttis
Aussprache 
Worttrennung Tut-ti
Herkunft Italienisch
Wortbildung  mit ›Tutti‹ als Letztglied: ↗Orchestertutti
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutung

Musik
a)
gleichzeitiges Erklingen aller Stimmen, Instrumente
Kollokationen:
in Präpositionalgruppe/-objekt: der Wechsel von Soli und Tutti
Beispiele:
Übergänge ohne schroffe Grenzen bilden, so moduliert [der Dirigent Charles] Dutoit das Verhältnis zwischen Holz‑ und Blechbläsern, zwischen Streichergruppe und Schlagzeug und zwischen Tutti und Soli. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.01.1993]
Der Musikbeflissene unter uns weiß natürlich längst Bescheid. Tutti, das heißt alle, womit im Orchester alle Instrumente gemeint sind. [Berliner Zeitung, 21.07.1975]
Der Chor des Collegium Vocale ist mit nur vier Sängern pro Stimmlage besetzt, was den polyfonen Passagen eine vorbildliche Durchhörbarkeit verleiht und zugleich die Helligkeit des Klanges wahrt. Die vier Solisten sind im Tutti Teil des Chores und treten nur für ihre Arien und Rezitative aus dessen Reihen. [Neue Zürcher Zeitung, 23.12.2015]
Und selbst das Tutti des kleinen Orchesters setzt […] [der Komponist und Dirigent] nur als Ausnahme ein. Meist spielen wenige Instrumente in reizvollen Paarungen – eine Transparenz, die der Komponist für ein subtiles Spiel mit Motiven und Klangchiffren nutzt. [Die Zeit, 22.10.1998, Nr. 44]
Max Pommer differenzierte geschickt die thematisch so unterschiedlichen Abschnitte, ließ die Tuttis festlich glänzen und war den Solisten ein feinnerviger Begleiter. [Berliner Zeitung, 08.07.1987]
b)
tutti zu spielende Stelle (1 c β), Partie
Beispiele:
In der fließenden Bewegung der fünfteiligen Komposition »Utopien« ist die geordnete Struktur nur schwer auszumachen. Drei großen Tutti sind Soli und Duette gegenübergestellt: Sie handeln von den negativen Kehrseiten von Glaube, Hoffnung, Liebe, von Unglaube, Zweifel und Hoffnungslosigkeit, von Lieblosigkeit und Resignation. [Süddeutsche Zeitung, 22.05.2014]
Auch gibt […] [der Komponist] Hinweise zur Besetzung für die gesungenen Partien, für das »Solo«, das »Tutti« und jene Mischformen, die zwischen den Soli und den stärker besetzten Partien wechseln sollen. [Neue Zürcher Zeitung, 26.03.2015]
Selten nur wird der analytische Finger auf kompositionstechnische Wunden [der Kompositionen Beethovens] gelegt. Es sei sehr leicht, Beethoven Instrumentationsfehler nachzuweisen: zu dicke Tutti zum Beispiel, welche die thematischen Ereignisse verdecken. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.01.1994]
Dessen [des Balletts] choreographisches Schema mit jeweils einem Pas de deux zum langsamen Mittelsatz folgt im Wechsel von Solo und Gruppe genau der musikalischen Form der Werke mit ihrer Ablösung von Solo und Tutti. [Berliner Zeitung, 11.10.1977]

Typische Verbindungen zu ›Tutti‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tutti‹.

Zitationshilfe
„Tutti“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tutti>, abgerufen am 20.10.2020.

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