Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Type, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Type · Nominativ Plural: Typen
Aussprache  [ˈtyːpə]
Worttrennung Ty-pe
Wortbildung  mit ›Type‹ als Erstglied: Typendruck · Typenhebel · Typensetzmaschine · Typenstange
 ·  mit ›Type‹ als Letztglied: Autotype · Drucktype · Haupttype · Mehltype · Schrifttype
Herkunft vgl. gleichbedeutend typefrz
eWDG

Bedeutungen

I.
aus Metall bestehender rechteckiger Körper, der das seitenverkehrte, erhaben stehende Bild eines Schriftzeichens trägt
1.
Druckerei für den Druck, Drucktype, Letter
2.
an Büromaschinen
Beispiel:
die Typen von Schreibmaschine mussten regelmäßig gereinigt werden
II.
umgangssprachlich eigenartiger, sonderbarer, komischer, durch seine besondere Art auffallender Mensch
Beispiele:
er ist eine (komische, merkwürdige) Type
das ist vielleicht eine Type!
salopp, abwertend
Beispiele:
eine miese Type (= ein mieser Mensch)
Jedenfalls ist er keine ganz ungefährliche Type [ BrechtFurcht u. Elend6]
III.
österreichisch Typ, Modell
Beispiele:
die neueste Type eines Autos
bei diesem Erzeugnis handelt es sich um eine neuentwickelte Type
IV.
fachsprachlich bestimmte Klassifizierung eines gemahlenen Weizenprodukts, Roggenprodukts nach dem Grad seiner Ausmahlung
Beispiel:
Mehl Type 405
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Typ · Typus · Type · typisch · Typologie · typologisch
Typ m. (Anfang 20. Jh.), älter und heute (besonders bildungssprachlich und terminologisch) daneben fortlebend Typus m. ‘durch die einer bestimmten Gruppe von Personen oder Dingen gemeinsamen, für diese Gruppe charakteristischen wesentlichen Merkmale gekennzeichnete Erscheinungsform einer Person, eines Einzeldinges, Grundform, Urgestalt’, auch ‘die gemeinsamen Merkmale besonders ausgeprägt aufweisender Vertreter einer bestimmten Gattung, Idealbild, Inbegriff’ (18. Jh.), zuvor (abgesehen von vereinzeltem Gebrauch in der Grammatik für ‘Muster, Paradigma’, 17. Jh.) bei Theologen ‘Vorbild, alttestamentlicher Bericht mit auf das Neue Testament vorausdeutendem Sinn’, Entlehnung (Ende 16. Jh.) von lat. typus ‘Figur, Bild’ (spätlat. auch ‘periodische Zu- und Abnahme einer Krankheit, regelmäßige Wiederkehr’), griech. týpos (τύπος) ‘Schlag, Stoß, Abdruck, Gepräge, erhabene Arbeit, Bildwerk, Schriftduktus, Abbild, Vorbild, Gestalt, Umriß, Entwurf, Regel’, zu griech. týptein (τύπτειν) ‘schlagen, stoßen, prügeln, mit einer Waffe treffen’. In dt. Texten folgt Typus noch bis ins 18. Jh. öfters der lat. Flexion. Zu der seit dem 18. Jh. verwendeten Pluralform Typen stellt sich im frühen 20. Jh. der eindeutschende Sing. Typ, der für die jungen Bedeutungen ‘besondere, von anderen Produkten derselben Funktion abweichende Bauart eines in Serie gefertigten Erzeugnisses, Modell, Sorte, verbindliche Norm’ (in Technik und Wirtschaft, Anfang 20. Jh.) und ‘seltsamer Kerl, Sonderling’ (1. Hälfte 20. Jh., älter Type, s. unten), dann (meist schwach flektiert) überhaupt ‘männliche Person, junger Mann’ (in der Ausdrucksweise Jugendlicher, 2. Hälfte 20. Jh., vielleicht nach gleichbed. frz. type, vgl. das ist nicht mein Typ ‘er, sie entspricht nicht meinem Idealbild’, Anfang 20. Jh., frz. ce n’est pas mon type) ausschließlich gilt. Type f. ‘rechteckiger Metallkörper mit dem erhabenen, seitenverkehrten Bild eines Schriftzeichens, Letter’, auch ‘gedruckter Buchstabe’, als Fachwort des Buchdrucks um 1800 rückgebildet aus dem Plur. Typen ‘gegossene Lettern’ (Anfang 18. Jh., vgl. mfrz. frz. type m. ‘Druckstock’); im 18. Jh. findet sich gelegentlich der Sing. Typus m. (entsprechend nlat. typus, 16. Jh.) in dieser Bedeutung. Type steht anstelle von Typ(us) (s. oben) auch für ‘Mensch mit auffallenden Besonderheiten, Sonderling’ (Ende 19. Jh., frz. type) und für ‘Sorte, Qualität’ (zur Klassifizierung von Müllereiprodukten, 1. Hälfte 20. Jh.). typisch Adj. ‘die wesentlichen gemeinsamen Merkmale einer Gruppe aufweisend, einem Typ entsprechend’, auch ‘für jmdn., etw. kennzeichnend, charakteristisch’ (Anfang 19. Jh.), zuvor in der Theologie ‘vorbildhaft, vorgebildet’ (2. Hälfte 18. Jh., schon Anfang 17. Jh. in der Adverbform typice, vgl. spätlat. typicē), nach spätlat. typicus ‘bildlich, regelmäßig wiederkehrend’, griech. typikós (τυπικός) ‘bildend, figürlich, bildlich’, zu griech. týpos (s. oben). Typologie f. ‘Lehre von den Typen, systematische Einteilung nach Typen’ (1. Hälfte 20. Jh.), älter ‘Lehre von der Vorgebildetheit neutestamentlicher Ereignisse im Alten Testament’ (1. Hälfte 19. Jh.), Bildung der Wissenschaftssprache (s. -logie) zu griech. týpos (s. oben); dazu typologisch Adj. (2. Hälfte 19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Type‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Type‹.

Verwendungsbeispiele für ›Type‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nun gibt es die dargestellten Typen wohl nie in absoluter Reinheit. [Dänhardt, Reimar: Fein oder nicht fein, Berlin: Deutscher Militärverl. 1972 [1968], S. 43]
Hier sind zwei Typen, die stark voneinander abweichen, im Handel. [Zeiske, Wolfgang: Angle richtig!, Berlin: Sportverl. 1974 [1959], S. 50]
Wir zeigen das unterschiedliche Potential der Betriebe anhand extrem angeordneter Typen. [Hauschildt, Jürgen: Entscheidungsziele, Tübingen: Mohr 1977, S. 221]
Für beide totalitären Formen aber sind die gleichen Typen anfällig. [Adorno, Theodor W.: Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit. In: Kadelbach, Gerd (Hg.) Erziehung zur Mündigkeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1973 [1959], S. 14]
Nein, sie ist nicht begeistert von diesen Typen, und außerdem kriegt sie ihre Tage. [Die Zeit, 25.11.1999, Nr. 48]
Zitationshilfe
„Type“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Type#1>.

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Type, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Type(s) · Nominativ Plural: Types
Aussprache [taɪ̯p]
Herkunft aus typeengl (Typ)
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Sprachwissenschaft, Sprachphilosophie mehrere Objekte (Token (3)) aufgrund ihrer gemeinsamen Merkmale zusammenfassende abstrakte Einheit
siehe auch Textwort (1)
Beispiele:
Das Korpus jedenfalls hat einen Gesamtumfang von 57.420 Token (=Textwörter) bei 11.653 Types (=Wörter) – für unser kleines Beispiel mag das ausreichen, statistisch valide Ergebnisse erhält man allerdings erst ab einer Korpusgröße von über 1 Millionen Token, das sei der Vollständigkeit halber angemerkt. [Wozu Korpuslinguistik?, 24.02.2012, aufgerufen am 21.07.2020]
Das zugrundeliegende Problem ist also eigentlich das der Kategorienbildung; abstrakte Kategorien sind gegenüber der empirischen Realität immer vereinfachend. Selbstverständlich ist dieses »zugrundeliegende Problem« des Verhältnis [sic!] von Sprache/Wirklichkeit, Type/Token, abstrakter Kategorie/empirischer Realität […] eines der Sprache allgemein. [Geschlecht ist sozial konstruiert, 09.06.2013, aufgerufen am 01.09.2020]
allgemeiner Tokens sind Exemplare (oder »Replikate«) eines Type – so wie so ziemlich jede Deutschlandflagge, die jemand zur WM aus dem Fenster hängt, ein Exemplar des Type ist, der in der Flaggenanordnung definiert ist. [Fahne oder Flagge?, 21.06.2018, aufgerufen am 01.09.2020]
Die Unterscheidung zwischen type und token ist in der Sprachphilosophie aufgekommen: man unterscheidet zwischen Typen von Zeichen und einzelnen Vorkommnissen (token) dieser Zeichen. Die Unterscheidung verbreitete sich rasch, vor allem in der Ästhetik und der Philosophie des Geistes. [Humboldt-Universität zu Berlin – Institut für Philosophie, 18.08.2010, aufgerufen am 01.09.2020] ungewöhnl. Schreibung

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Type‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Type‹.

Zitationshilfe
„Type“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Type#2>.

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