Typologie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Typologie · Nominativ Plural: Typologien
Aussprache
WorttrennungTy-po-lo-gie
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Typologie‹ als Letztglied: ↗Sprachtypologie  ·  mit ›Typologie‹ als Grundform: ↗typologisch
eWDG, 1976

Bedeutung

Wissenschaft Lehre von den Typen, systematische Einteilung, Gliederung nach Typen
Beispiele:
die Erarbeitung einer Typologie des Menschen auf neurophysiologischer Grundlage
eine Typologie der Lebensformen im Tropenbereich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Typ · Typus · Type · typisch · Typologie · typologisch
Typ m. (Anfang 20. Jh.), älter und heute (besonders bildungssprachlich und terminologisch) daneben fortlebend Typus m. ‘durch die einer bestimmten Gruppe von Personen oder Dingen gemeinsamen, für diese Gruppe charakteristischen wesentlichen Merkmale gekennzeichnete Erscheinungsform einer Person, eines Einzeldinges, Grundform, Urgestalt’, auch ‘die gemeinsamen Merkmale besonders ausgeprägt aufweisender Vertreter einer bestimmten Gattung, Idealbild, Inbegriff’ (18. Jh.), zuvor (abgesehen von vereinzeltem Gebrauch in der Grammatik für ‘Muster, Paradigma’, 17. Jh.) bei Theologen ‘Vorbild, alttestamentlicher Bericht mit auf das Neue Testament vorausdeutendem Sinn’, Entlehnung (Ende 16. Jh.) von lat. typus ‘Figur, Bild’ (spätlat. auch ‘periodische Zu- und Abnahme einer Krankheit, regelmäßige Wiederkehr’), griech. týpos (τύπος) ‘Schlag, Stoß, Abdruck, Gepräge, erhabene Arbeit, Bildwerk, Schriftduktus, Abbild, Vorbild, Gestalt, Umriß, Entwurf, Regel’, zu griech. týptein (τύπτειν) ‘schlagen, stoßen, prügeln, mit einer Waffe treffen’. In dt. Texten folgt Typus noch bis ins 18. Jh. öfters der lat. Flexion. Zu der seit dem 18. Jh. verwendeten Pluralform Typen stellt sich im frühen 20. Jh. der eindeutschende Sing. Typ, der für die jungen Bedeutungen ‘besondere, von anderen Produkten derselben Funktion abweichende Bauart eines in Serie gefertigten Erzeugnisses, Modell, Sorte, verbindliche Norm’ (in Technik und Wirtschaft, Anfang 20. Jh.) und ‘seltsamer Kerl, Sonderling’ (1. Hälfte 20. Jh., älter Type, s. unten), dann (meist schwach flektiert) überhaupt ‘männliche Person, junger Mann’ (in der Ausdrucksweise Jugendlicher, 2. Hälfte 20. Jh., vielleicht nach gleichbed. frz. type, vgl. das ist nicht mein Typ ‘er, sie entspricht nicht meinem Idealbild’, Anfang 20. Jh., frz. ce n’est pas mon type) ausschließlich gilt. Type f. ‘rechteckiger Metallkörper mit dem erhabenen, seitenverkehrten Bild eines Schriftzeichens, Letter’, auch ‘gedruckter Buchstabe’, als Fachwort des Buchdrucks um 1800 rückgebildet aus dem Plur. Typen ‘gegossene Lettern’ (Anfang 18. Jh., vgl. mfrz. frz. type m. ‘Druckstock’); im 18. Jh. findet sich gelegentlich der Sing. Typus m. (entsprechend nlat. typus, 16. Jh.) in dieser Bedeutung. Type steht anstelle von Typ(us) (s. oben) auch für ‘Mensch mit auffallenden Besonderheiten, Sonderling’ (Ende 19. Jh., frz. type) und für ‘Sorte, Qualität’ (zur Klassifizierung von Müllereiprodukten, 1. Hälfte 20. Jh.). typisch Adj. ‘die wesentlichen gemeinsamen Merkmale einer Gruppe aufweisend, einem Typ entsprechend’, auch ‘für jmdn., etw. kennzeichnend, charakteristisch’ (Anfang 19. Jh.), zuvor in der Theologie ‘vorbildhaft, vorgebildet’ (2. Hälfte 18. Jh., schon Anfang 17. Jh. in der Adverbform typice, vgl. spätlat. typicē), nach spätlat. typicus ‘bildlich, regelmäßig wiederkehrend’, griech. typikós (τυπικός) ‘bildend, figürlich, bildlich’, zu griech. týpos (s. oben). Typologie f. ‘Lehre von den Typen, systematische Einteilung nach Typen’ (1. Hälfte 20. Jh.), älter ‘Lehre von der Vorgebildetheit neutestamentlicher Ereignisse im Alten Testament’ (1. Hälfte 19. Jh.), Bildung der Wissenschaftssprache (s. ↗-logie) zu griech. týpos (s. oben); dazu typologisch Adj. (2. Hälfte 19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baute Charakter Charakteren Chronologie Erscheinungsform Figur Genre Literatur Morphologie Musikbegabung Universalienforschung Versuch Wunsch aufstellen entwerfen entwickeln erstellen gängig herausarbeiten historisch klassisch klein satirisch starr unterscheiden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Typologie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So entsteht eine Typologie der Orte, an denen die wichtigsten Entscheidungen großer Unternehmen getroffen werden.
Die Welt, 30.10.2000
Anders verhält es sich hingegen um den somatischen Teil seiner Typologie.
Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 30
Für die Praxis ist der theoretische Wert dieser Typologie winzig.
Klemz, Willy: Praktische Menschenkunde, Düsseldorf: Greif 1963, S. 16
Es ist auch hier bei weitem nicht möglich, eine vollgültige Typologie der Übertragungsformen aufzustellen.
Mannheim, Karl: Ideologie und Utopie, Frankfurt a.M: Klostermann 1985 [1929], S. 147
Daß an einer solchen Typologie etwas dran sein könnte, habe ich schon lange geahnt.
Süddeutsche Zeitung, 25.03.1997
Zitationshilfe
„Typologie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Typologie>, abgerufen am 20.07.2019.

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