Typus, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Typus · Nominativ Plural: Typen
Aussprache 
Worttrennung Ty-pus
formal verwandt mit Typ
Wortbildung  mit ›Typus‹ als Erstglied: ↗Typusbildung · ↗typisch  ·  mit ›Typus‹ als Letztglied: ↗Archetypus · ↗Biotypus · ↗Cromagnontypus · ↗Durchschnittstypus · ↗Genotypus · ↗Grundtypus · ↗Haupttypus · ↗Idealtypus · ↗Menschentypus · ↗Mischtypus · ↗Rollentypus · ↗Urtypus
 ·  formal verwandt mit: ↗Typ
Herkunft aus typuslat ‘Figur, Bild’ < týposgriech (τύπος) ‘Abbild, Vorbild, Gestalt, Umriss, Entwurf, Regel’, eigentlich ‘Schlag, Stoß’ < týpteingriech (τύπτειν) ‘schlagen, stoßen, prügeln, mit einer Waffe treffen’
eWDG und DWDS

Bedeutung

veraltend, noch fachsprachlich WDG
Synonym zu TypDWDS
Beispiele:
er gehört zu jenem Typus, der stets sehr überlegt handelt
er ist der Typus (= Prototyp) des Künstlers
der Typus einer Sprache
Er war von extrem südlichem Typus [ B. FrankTrenck165]
das Publikum […] bediente sich des Namens Roland, um den Typus des unbedeutenden, aber eingebildeten Mimen kurz zu bezeichnen [ SchnitzlerErzählungen103]
Er ist ein Mann von vierzig Jahren, moderner Typus, rasiert, von sehr angenehmem Äußern [ Th. Mann12,15]

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Typ · Typus · Type · typisch · Typologie · typologisch
Typ m. (Anfang 20. Jh.), älter und heute (besonders bildungssprachlich und terminologisch) daneben fortlebend Typus m. ‘durch die einer bestimmten Gruppe von Personen oder Dingen gemeinsamen, für diese Gruppe charakteristischen wesentlichen Merkmale gekennzeichnete Erscheinungsform einer Person, eines Einzeldinges, Grundform, Urgestalt’, auch ‘die gemeinsamen Merkmale besonders ausgeprägt aufweisender Vertreter einer bestimmten Gattung, Idealbild, Inbegriff’ (18. Jh.), zuvor (abgesehen von vereinzeltem Gebrauch in der Grammatik für ‘Muster, Paradigma’, 17. Jh.) bei Theologen ‘Vorbild, alttestamentlicher Bericht mit auf das Neue Testament vorausdeutendem Sinn’, Entlehnung (Ende 16. Jh.) von lat. typus ‘Figur, Bild’ (spätlat. auch ‘periodische Zu- und Abnahme einer Krankheit, regelmäßige Wiederkehr’), griech. týpos (τύπος) ‘Schlag, Stoß, Abdruck, Gepräge, erhabene Arbeit, Bildwerk, Schriftduktus, Abbild, Vorbild, Gestalt, Umriß, Entwurf, Regel’, zu griech. týptein (τύπτειν) ‘schlagen, stoßen, prügeln, mit einer Waffe treffen’. In dt. Texten folgt Typus noch bis ins 18. Jh. öfters der lat. Flexion. Zu der seit dem 18. Jh. verwendeten Pluralform Typen stellt sich im frühen 20. Jh. der eindeutschende Sing. Typ, der für die jungen Bedeutungen ‘besondere, von anderen Produkten derselben Funktion abweichende Bauart eines in Serie gefertigten Erzeugnisses, Modell, Sorte, verbindliche Norm’ (in Technik und Wirtschaft, Anfang 20. Jh.) und ‘seltsamer Kerl, Sonderling’ (1. Hälfte 20. Jh., älter Type, s. unten), dann (meist schwach flektiert) überhaupt ‘männliche Person, junger Mann’ (in der Ausdrucksweise Jugendlicher, 2. Hälfte 20. Jh., vielleicht nach gleichbed. frz. type, vgl. das ist nicht mein Typ ‘er, sie entspricht nicht meinem Idealbild’, Anfang 20. Jh., frz. ce n’est pas mon type) ausschließlich gilt. Type f. ‘rechteckiger Metallkörper mit dem erhabenen, seitenverkehrten Bild eines Schriftzeichens, Letter’, auch ‘gedruckter Buchstabe’, als Fachwort des Buchdrucks um 1800 rückgebildet aus dem Plur. Typen ‘gegossene Lettern’ (Anfang 18. Jh., vgl. mfrz. frz. type m. ‘Druckstock’); im 18. Jh. findet sich gelegentlich der Sing. Typus m. (entsprechend nlat. typus, 16. Jh.) in dieser Bedeutung. Type steht anstelle von Typ(us) (s. oben) auch für ‘Mensch mit auffallenden Besonderheiten, Sonderling’ (Ende 19. Jh., frz. type) und für ‘Sorte, Qualität’ (zur Klassifizierung von Müllereiprodukten, 1. Hälfte 20. Jh.). typisch Adj. ‘die wesentlichen gemeinsamen Merkmale einer Gruppe aufweisend, einem Typ entsprechend’, auch ‘für jmdn., etw. kennzeichnend, charakteristisch’ (Anfang 19. Jh.), zuvor in der Theologie ‘vorbildhaft, vorgebildet’ (2. Hälfte 18. Jh., schon Anfang 17. Jh. in der Adverbform typice, vgl. spätlat. typicē), nach spätlat. typicus ‘bildlich, regelmäßig wiederkehrend’, griech. typikós (τυπικός) ‘bildend, figürlich, bildlich’, zu griech. týpos (s. oben). Typologie f. ‘Lehre von den Typen, systematische Einteilung nach Typen’ (1. Hälfte 20. Jh.), älter ‘Lehre von der Vorgebildetheit neutestamentlicher Ereignisse im Alten Testament’ (1. Hälfte 19. Jh.), Bildung der Wissenschaftssprache (s. ↗-logie) zu griech. týpos (s. oben); dazu typologisch Adj. (2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ethnie · ↗Menschentypus · ↗Rasse · Typus
Synonymgruppe
Art · Typus
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Typus‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Typus‹.

Zitationshilfe
„Typus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Typus>, abgerufen am 19.04.2021.

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