Ultramontane, die oder der

GrammatikSubstantiv (Femininum, Maskulinum) · Genitiv Singular: Ultramontanen · Nominativ Plural: Ultramontane(n)
Mit Pluralendung -n wird das Wort in der schwachen Flexion (bestimmter Artikel) und der gemischten Flexion (Indefinitpronomen, Possessivpronomen) gebildet, z. B. die, keine Ultramontanen, in der starken Flexion ist die Endung unmarkiert, z. B. zwei, einige Ultramontane.
WorttrennungUl-tra-mon-ta-ne · Ult-ra-mon-ta-ne
Grundformultramontan
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutung

historisch jmd., der streng päpstlich gesinnt ist
Beispiele:
Der Einweihung des gotischen [Kölner] Doms [1880] blieben die Ultramontanen indes fern, nachdem der preußische Staat die Festlichkeit zur Nationalfeier stilisiert hatte. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.12.2006]
Vom 1. Januar 2009 an brauchen Paare [in Deutschland], die sich kirchlich trauen lassen möchten, nicht mehr vorher aufs Standesamt zu gehen. […] Getilgt wird ein Überbleibsel des Kulturkampfes, den Otto von Bismarck gegen die katholische Kirche führte, um den Einfluss der Ultramontanen auf Staat und Gesellschaft zurückzudrängen. [Neue Zürcher Zeitung, 04.08.2008]
Die Antwort [Bismarcks] gegen die »Ultramontanen« war die »Kulturkampf« genannte Zurückdrängung der Kirchen, auch der protestantischen, aus dem bürgerlichen Leben – auch wenn Kaiser Wilhelm I. ständig mahnte, dem Volk müsse die Religion erhalten bleiben. [Die Welt, 21.04.2005]
Der schwerste Vorwurf, den man den Norddeutschen [an den bayerischen Universitäten im 19. Jahrhundert] machte, lag in der Behauptung der Ultramontanen, sie – zumeist protestantisch – seien darauf aus, Bayern zu dekatholizieren. [Die Zeit, 03.12.1976, Nr. 50]
Auch in Frankreich entwickelten sich [im Vorfeld des 1. Vatikanischen Konzils 1869/70], allerdings gemäßigtere, Pressepolemiken, da die liberalen Katholiken eine Definition der päpstlichen Unfehlbarkeit für inopportun hielten, die Ultramontanen jedoch diese als ihren Wünschen entsprechend begrüßten. [o. A.: Die Kirche in der Gegenwart. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1971], S. 12111]
Zitationshilfe
„Ultramontane“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ultramontane>, abgerufen am 16.10.2019.

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