Umwelt, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Umwelt · Nominativ Plural: Umwelten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungUm-welt
Wortzerlegungum-Welt
Wortbildung mit ›Umwelt‹ als Erstglied: ↗Umweltabgabe · ↗Umweltaktivist · ↗Umweltamt · ↗Umweltanalyse · ↗Umweltarchäologie · ↗Umweltaspekt · ↗Umweltauflage · ↗Umweltauswirkung · ↗Umweltauto · ↗Umweltbeauftragte · ↗Umweltbedingung · ↗Umweltbehörde · ↗Umweltbelang · ↗Umweltbelastung · ↗Umweltberatung · ↗Umweltbereich · ↗Umweltbericht · ↗Umweltbewegung · ↗Umweltbewusstsein · ↗Umweltbeziehung · ↗Umweltbilanz · ↗Umweltbildung · ↗Umweltbundesamt · ↗Umweltchemikalie · ↗Umweltdatum · ↗Umweltdelikt · ↗Umweltdezernent · ↗Umwelteinfluss · ↗Umwelteinwirkung · ↗Umwelterklärung · ↗Umwelterziehung · ↗Umweltexperte · ↗Umweltfaktor · ↗Umweltflüchtling · ↗Umweltforschung · ↗Umweltfrage · ↗Umweltgefährdung · ↗Umweltgeschichte · ↗Umweltgesetz · ↗Umweltgestaltung · ↗Umweltgift · ↗Umweltgipfel · ↗Umweltgruppe · ↗Umweltgut · ↗Umwelthygiene · ↗Umweltinformation · ↗Umweltkatastrophe · ↗Umweltkonferenz · ↗Umweltkosten · ↗Umweltkrankheit · ↗Umweltkriminalität · ↗Umweltkrise · ↗Umweltlobby · ↗Umweltlobbyist · ↗Umweltmanagement · ↗Umweltmanagementsystem · ↗Umweltmedizin · ↗Umweltminister · ↗Umweltministerium · ↗Umweltorganisation · ↗Umweltpapier · ↗Umweltpartei · ↗Umweltplakette · ↗Umweltplanung · ↗Umweltpolitik · ↗Umweltpolitiker · ↗Umweltpreis · ↗Umweltproblem · ↗Umweltproblematik · ↗Umweltprogramm · ↗Umweltprojekt · ↗Umweltprämie · ↗Umweltprüfung · ↗Umweltqualität · ↗Umweltrecht · ↗Umweltreiz · ↗Umweltressort · ↗Umweltrisiko · ↗Umweltschaden · ↗Umweltschutz · ↗Umweltschützer · ↗Umweltsituation · ↗Umweltskandal · ↗Umweltstandard · ↗Umweltsteuer · ↗Umweltstiftung · ↗Umweltstrafrecht · ↗Umweltsünder · ↗Umwelttechnik · ↗Umwelttechnologie · ↗Umweltthema · ↗Umwelttoxikologie · ↗Umweltverband · ↗Umweltvergehen · ↗Umweltverhalten · ↗Umweltverschmutzer · ↗Umweltverschmutzung · ↗Umweltverträglichkeit · ↗Umweltverwaltung · ↗Umweltveränderung · ↗Umweltwirkung · ↗Umweltzeichen · ↗Umweltzentrum · ↗Umweltzerstörung · ↗Umweltziel · ↗Umweltzone · ↗Umweltzustand · ↗Umweltökonomie · ↗umweltbedingt · ↗umweltbelastend · ↗umweltbewusst · ↗umweltfeindlich · ↗umweltfreundlich · ↗umweltgerecht · ↗umweltneutral · ↗umweltorientiert · ↗umweltpolitisch · ↗umweltrelevant · ↗umweltschonend · ↗umweltschädigend · ↗umweltschädlich · ↗umweltverträglich · ↗umweltzerstörend · ↗umweltökonomisch
 ·  mit ›Umwelt‹ als Letztglied: ↗Arbeitsumwelt · ↗Lebensumwelt · ↗Unternehmensumwelt · ↗Wohnumwelt
eWDG, 1976

Bedeutung

Gesamtheit der natürlichen und vom Menschen geschaffenen Lebensbedingungen, die Menschen, Tiere, Pflanzen umgeben
Beispiele:
die natürliche Umwelt von Menschen, Tieren, Pflanzen
die soziale Umwelt des Menschen
eine fremde, neue, ungewohnte Umwelt (= Umgebung)
Tiere, die sich ihrer Umwelt anpassen, angleichen
der Mensch gestaltet, verändert seine Umwelt
jmd. gerät in Konflikt mit der Umwelt
den Einflüssen der Umwelt ausgesetzt sein
die Verschmutzung der Umwelt bekämpfen
Zum geistigen Leben, zur Kultur des Sozialismus, gehört eine schöne, der sozialistischen Menschengemeinschaft würdige und gemäße Umwelt [HagerGrundfragen57]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Welt · weltlich · verweltlichen · Umwelt · Weltalter · Weltbürger · Weltmann
Welt f. ‘Erde, Universum, gesamte Realität’, ahd. weralt (8. Jh.), mhd. werlt und (zuerst 12. Jh., später häufiger) welt ‘Zeitalter, die gesamte Schöpfung, Erde als Wohnsitz der Menschen und als Gegensatz zum Meer, Menschheit’, asächs. werold, mnd. werlt, werlde, mnl. wērelt, werlt, nl. wereld, aengl. weorold, wor(o)ld, engl. world, anord. verǫld (wohl entlehnt aus dem Aengl.), schwed. värld (germ. *weraldi-). Es handelt sich um eine Zusammensetzung, deren erstes Glied aus ahd. (8. Jh.), mhd. wer ‘Mann’, asächs. aengl. wer ‘Mann, Mensch’, anord. verr ‘Mann, Ehemann’, got. waír ‘Mann’ (germ. *wera- m. ‘Mensch, Mann’, aus *wira-) besteht, das mit lat. vir ‘Mann, Gatte’, air. fer ‘Mann’ und (langvokalisch) aind. vīráḥ ‘Mann, kraftvoller Mann, Held’, lit. výras ‘Mann, Ehemann’ auf ie. *u̯ī̌ros ‘Mann’, eigentlich ‘der Kräftige’, führt, vielleicht zu der unter ↗Weide (s. d.) genannten Wurzel ie. *u̯ei-, *u̯eiə- ‘auf etw. losgehen’, auch ‘kräftig sein’ gehörig. Das Grundwort besteht aus dem (mit unterschiedlicher Stammbildung) in aengl. ieldo ‘Zeitalter, -raum, Lebenszeit, Alter’ (Plur. ielde ‘Leute’), anord. ǫld ‘Lebenszeit, Zeitalter, Menschen’, got. alds ‘Menschenalter, Zeit’ überlieferten Substantiv, das zu der unter ↗alt und ↗Alter (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *al- ‘wachsen, nähren’ gehört. Ahd. weralt übersetzt lat. saeculum ‘Geschlecht, Zeitalter, Zeit, Zeitgeist, Jahrhundert’, kirchenlat. ‘Welt, irdisches (sündiges) Leben’ und lat. mundus ‘Welt, Weltordnung, Weltall’ und entwickelt so bereits die Bedeutungen ‘Zeitalter, Menschen-, Weltalter, Zeitlichkeit, Kreis der Erdbewohner, Außenwelt, Erdkreis, Schöpfung’. Naturwissenschaftliche Betrachtungsweise erweitert in spätmhd. Zeit (14. Jh.) den Anwendungsbereich um ‘Makrokosmos, Universum’ sowie ‘Mikrokosmos, die kleine Welt des Menschen’. Dazu stellt sich in übertragenem Gebrauch Welt als Bezeichnung für einen ‘umfassenden geistigen Bereich’ (14. Jh., geläufig besonders seit dem 18. Jh., vgl. Fügungen wie eine Welt von Begriffen, der Erinnerungen, von Kenntnissen). Die Verwendung des Wortes im Sinne der christlichen Schöpfungsvorstellung tritt in neuerer Zeit hinter der der modernen Naturwissenschaften zurück. weltlich Adj. ‘die Welt betreffend, ihr angehörend, irdisch, sinnlich’, besonders als Gegenwort zu geistlich, kirchlich, himmlisch (‘jenseitig’), ahd. weraltlīh ‘zeitlich, irdisch, dem Laienstand gemäß, weltzugewandt’ (9. Jh.), mhd. werltlich, weltlich ‘zur Welt, zum Leben gehörend, weltlich gesinnt’, Übersetzungswort für lat. mundānus ‘zur Welt gehörig’ und saeculāris ‘zeitlich, weltlich, heidnisch’. verweltlichen Vb. ‘sich der Welt zuwenden’ (17. Jh.), ‘weltlicher Verwaltung unterstellen (von Kirchenbesitz), säkularisieren’ (19. Jh.). Umwelt f. ‘Umgebung des Menschen (Land, Leute)’. Da zuerst (1800) in einem dt. verfaßten Gedicht des Dänen Baggesen auftretend, ist vielleicht gleichbed. dän. omverden vorauszusetzen; danach Goethe (1816). Später (um 1870) wird Umwelt Übersetzungswort von ↗Milieu (s. d.) in der Gesellschaftstheorie von Taine. Im biologischen Sinne versteht J. v. Uexküll (1909) unter Umwelt die für ein Lebewesen existierende und auf seine Lebensbedingungen einwirkende Umgebung (zunächst in Hinsicht auf Tiere, dann Menschen). Das Wort Umwelt wird (ca. 1970) als Standardbegriff aufgenommen von der ökologischen Bewegung und steht dort im weitesten Sinne für ‘Natur’, doch im allgemeinen Sprachgebrauch durchaus noch der Erstbedeutung folgend für ‘Dinge, Lebewesen, Vorgänge, die in Kontakt und Wechselbeziehung zum Menschen stehen’. Weltalter n. ‘Zeitalter’ (17. Jh.), ‘weltgeschichtlicher Zeitabschnitt’ (18. Jh.). Weltbürger m. ‘Mensch, der sich als Bürger der gesamten Welt, nicht nur als Bürger eines Staates empfindet’, Übersetzung (17. Jh.) von griech. kosmopolítēs (κοσμοπολίτης), s. ↗Kosmopolit. Dann (18. Jh.) unter Einfluß von frz. cosmopolite als Schlagwort der Aufklärung ‘freier, weltweit (über die nationalen Grenzen hinaus) denkender Mensch, der sich der gesamten Menschheit verpflichtet fühlt’ (besonders seit Wieland); auch ‘Erdenbürger’ (18. Jh.). Weltmann m. ‘Mann mit Weltkenntnis, Erfahrung und gewandten Umgangsformen’ (16. Jh., geläufig seit 18. Jh.), vgl. Mann von Welt (18. Jh.) nach frz. homme du monde; auch allgemein ‘Mann, der das Leben meistert’ (17. Jh.), älter abschätzig für einen ‘allzu lebenstüchtigen Mann’ (16. Jh.); vgl. ahd. weraltman ‘Bewohner der Erde, Mensch’, abschätzig ‘weltlich gesinnter Mensch, Nichtgeistlicher’ (9. Jh.), mhd. werltman ‘Mensch auf Erden, weltlich gesinnter Mensch’; noch im 17. Jh. bilden Weltmann und Mönch ein Gegensatzpaar.

Thesaurus

Synonymgruppe
(soziales) Umfeld · Kreise · ↗Lebenswelt · Leute (in) seiner Umgebung · ↗Milieu · ↗Szene · Umwelt · soziale Umgebung  ●  ↗Ambiente  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Natur · Umwelt · ↗Ökosystem  ●  Mutter Natur  ugs.
Assoziationen
  • Wildnis · unberührte Natur · ungenutztes Land
  • Bündnis 90 · Bündnis 90/Die Grünen · Die Grünen  ●  ↗Bündnisgrüne  ugs. · ↗Grüne  ugs.
  • Naturkonstante · physikalische Konstante
  • NR · NaWaRo · NawaRo · Nawaro · nachwachsender Rohstoff
  • Naturschutz
  • Umweltschutztechnik · ↗Umwelttechnik
  • Flächennaturdenkmal · flächenhaftes Naturdenkmal
  • Waldsterben · neuartige Waldschäden
Synonymgruppe
(freie) Landschaft · (natürliche) Umwelt · Mutter Natur  ●  ↗(unberührte) Natur  Hauptform · ↗(das) Grüne  ugs. · Gottes freie Natur  fachspr., Jargon
Assoziationen
  • Außen... · Open-Air-... · am Busen der Natur · auf der grünen Wiese · ↗draußen · im Freien · in Gottes freier Natur · in der freien Natur · unter freiem Himmel  ●  Outdoor...  engl. · in der freien Wildbahn  Jägersprache · in freier Wildbahn  Jägersprache · bei Mutter Grün  ugs. · bei Mutter Natur  ugs.
  • Wildnis · unberührte Natur · ungenutztes Land
  • Bestand an Pflanzen · ↗Pflanzendecke  ●  ↗Bewuchs (mit)  Hauptform · ↗Vegetationsdecke  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auswirkung Belastung Bund Bundesministerium Bundesstiftung Energie Erhaltung GSF-Forschungszentrum Gesundheit Klima Landwirtschaft Ministerium Natur Naturschutz Reaktorsicherheit Referat Schutz Stadtentwicklung Verkehr Zerstörung belasten entlasten feindlich gebaut intakt natürlich sauber schonen schützen verschmutzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Umwelt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es münzt den Input aus der Umwelt in innere Überzeugungen um.
Die Zeit, 13.06.2012 (online)
Auch das Kind hat mitunter größere Probleme, sich an die Umwelt zu gewöhnen.
Die Welt, 24.12.2005
Sie lebten praktisch 24 Stunden lang ohne eine unterscheidbare Umwelt.
Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1954 - 1974, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1998], S. 399
Nicht viel besser aber wäre es, Umwelt rein örtlich zu definieren.
Scheidt, Walter: Kulturbiologie, Jena: Fischer 1930, S. 34
Die umsichtige Überlegung erhellt die jeweilige faktische Lage des Daseins in seiner besorgten Umwelt.
Heidegger, Martin: Sein und Zeit, Tübingen: Niemeyer 1986 [1927], S. 350
Zitationshilfe
„Umwelt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Umwelt>, abgerufen am 15.11.2019.

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