Unbefangenheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Unbefangenheit · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungUn-be-fan-gen-heit
GrundformBefangenheit
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
unbefangenes Wesen, natürliches Benehmen, Auftreten
Beispiele:
kindliche, jugendliche Unbefangenheit
mit Unbefangenheit, voller Unbefangenheit erzählen
seine Unbefangenheit verlieren, zurückgewinnen, bewahren
Sie war die Unbefangenheit in Person [HagelstangeSpielball220]
2.
Unvoreingenommenheit
Beispiel:
er steht der neuen Kunstauffassung mit Unbefangenheit gegenüber
Jura unparteiische Haltung
Beispiel:
die Unbefangenheit des Richters
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

befangen · unbefangen · Befangenheit · Unbefangenheit
befangen Part.adj. ‘gehemmt, verlegen, voreingenommen’. Das Präfixverb ahd. bifāhan (8. Jh.), mhd. bevāhen ‘umfassen, umfangen, einschließen’ (zur Etymologie s. ↗fangen) entwickelt schon im Mhd. adjektivische Verwendung des Part. Prät. bevangen, bevān ‘ergriffen, erfaßt’, dann ‘nicht frei im Urteil, verlegen’ (18. Jh.). Der verbale Gebrauch wird im 19. Jh. immer seltener. Dazu unbefangen Part.adj. Befangenheit f. Unbefangenheit f. (alle 18. Jh.); doch vgl. einen vereinzelten Frühbeleg ahd. bifanganheit im Sinne von ‘Begrenztsein, Beschränkung’ (Hs. 12. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Objektivität · Unbefangenheit · ↗Unvoreingenommenheit

Typische Verbindungen zu ›Unbefangenheit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Außenseiter Direktheit Frische Mut Naivität Natürlichkeit Neugier Normalität Offenheit Selbstsicherheit Selbstverständlichkeit Spontaneität Umgang Unparteilichkeit anzweifeln bemerkenswert beneidenswert entwaffnend erfrischend erstaunlich fröhlich heiter jugendlich kindlich naiv richterlich trüben verblüffend vollkommen zweifeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Unbefangenheit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Unbefangenheit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für eine völlige Unbefangenheit brauchen wir wohl noch ein, zwei Generationen.
Die Welt, 07.01.2005
Das zweite Mal ist die Erwartung groß, die Unbefangenheit dahin.
Süddeutsche Zeitung, 03.02.2001
Mit solchen Absichten wäre der wissenschaftlichen Unbefangenheit dieser Untersuchungen in keiner Weise gedient.
Weber, Max: Methodologische Einleitung für die Erhebung des Vereins der Sozialpolitik über Auslese und Anpassung (Berufswahlen und Berufsschicksal) der Arbeiterschaft der geschlossenen Großindustrie. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Soziologie und Sozialpolitik, Tübingen: Mohr 1924 [1908], S. 448
In dieser neuen und so leidenschaftlich erfühlten Erkenntnis lag seine neue Unbefangenheit.
Rubiner, Ludwig: Dichter Voltaire. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919], S. 16984
Um ihrer Ruhe und Unbefangenheit halber bitte er, nicht nach seinem Namen zu fragen.
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 386
Zitationshilfe
„Unbefangenheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Unbefangenheit>, abgerufen am 24.01.2020.

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