Unbefangenheit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Unbefangenheit · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Un-be-fan-gen-heit
GrundformBefangenheit
eWDG

Bedeutungen

1.
unbefangenes Wesen, natürliches Benehmen, Auftreten
Beispiele:
kindliche, jugendliche Unbefangenheit
mit Unbefangenheit, voller Unbefangenheit erzählen
seine Unbefangenheit verlieren, zurückgewinnen, bewahren
Sie war die Unbefangenheit in Person [ HagelstangeSpielball220]
2.
Unvoreingenommenheit
Beispiel:
er steht der neuen Kunstauffassung mit Unbefangenheit gegenüber
Jura unparteiische Haltung
Beispiel:
die Unbefangenheit des Richters
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

befangen · unbefangen · Befangenheit · Unbefangenheit
befangen Part.adj. ‘gehemmt, verlegen, voreingenommen’. Das Präfixverb ahd. bifāhan (8. Jh.), mhd. bevāhen ‘umfassen, umfangen, einschließen’ (zur Etymologie s. fangen) entwickelt schon im Mhd. adjektivische Verwendung des Part. Prät. bevangen, bevān ‘ergriffen, erfaßt’, dann ‘nicht frei im Urteil, verlegen’ (18. Jh.). Der verbale Gebrauch wird im 19. Jh. immer seltener. Dazu unbefangen Part.adj. Befangenheit f. Unbefangenheit f. (alle 18. Jh.); doch vgl. einen vereinzelten Frühbeleg ahd. bifanganheit im Sinne von ‘Begrenztsein, Beschränkung’ (Hs. 12. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Objektivität · Unbefangenheit · Unvoreingenommenheit

Typische Verbindungen zu ›Unbefangenheit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Unbefangenheit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Unbefangenheit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit solchen Absichten wäre der wissenschaftlichen Unbefangenheit dieser Untersuchungen in keiner Weise gedient. [Weber, Max: Methodologische Einleitung für die Erhebung des Vereins der Sozialpolitik über Auslese und Anpassung (Berufswahlen und Berufsschicksal) der Arbeiterschaft der geschlossenen Großindustrie. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Soziologie und Sozialpolitik, Tübingen: Mohr 1924 [1908], S. 448]
Sie können sich in aller Unbefangenheit engagieren, das unterscheidet sie von meiner Generation. [Die Zeit, 20.08.2012, Nr. 34]
In dieser Umgebung die Unbefangenheit nicht zu verlieren ist schwer. [Die Zeit, 19.12.2008, Nr. 51]
So weit ist es mit der neuen Unbefangenheit nun auch wieder nicht her. [Die Zeit, 29.09.1989, Nr. 40]
Mit Unbefangenheit konnte sie nun nicht mehr gewinnen, also mußte sie eisern trainieren. [Die Zeit, 06.12.1985, Nr. 50]
Zitationshilfe
„Unbefangenheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Unbefangenheit>.

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