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Unendlichkeit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Unendlichkeit · Nominativ Plural: Unendlichkeiten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Un-end-lich-keit
Wortzerlegung unendlich -keit
eWDG

Bedeutung

das Unendliche
a)
unabsehbare räumliche Ausdehnung
Beispiele:
die Unendlichkeit des Weltraumes, Kosmos, Alls
die Unendlichkeit des Himmels, des Ozeans
der Weg scheint in die Unendlichkeit (= unendliche Ferne) zu führen
b)
Mathematik räumliche Unbegrenztheit
Beispiel:
parallele Gerade, die sich erst in der Unendlichkeit schneiden [ Ch. WolfGeteilter Himmel156]
c)
Philosophie, Marxismus Merkmal der sich bewegenden Materie, das in der dialektischen Einheit mit dem Endlichen allen objektiv-realen Struktur-, Bewegungs- und Entwicklungsformen der Materie zukommt   die räumliche, zeitliche, quantitative, qualitative Unbegrenztheit der Materie, die sich zugleich in einer unerschöpflichen Vielzahl konkreter Erscheinungsformen der Materie äußert
Beispiel:
Der Begriff der realen Unendlichkeit, wie er in der marxistischen Philosophie Verwendung findet … hat nicht statischen Charakter, wie die aktuale Unendlichkeit, sondern ist ein dynamischer Prozeß [ Philosophisches Wörterbuch1,283]
d)
gehoben die Ewigkeit
Beispiel:
ein Schauer der Unendlichkeit erfasste ihn beim Anblick des nächtlichen Sternenhimmels
e)
ungeheures (zeitliches) Ausmaß
Beispiele:
die Minuten wurden mir zur Unendlichkeit
es dauerte eine Unendlichkeit, bis sie zurückkamen

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(die) unendlichen Weiten (von) · Grenzenlosigkeit · Uferlosigkeit · Unendlichkeit

Typische Verbindungen zu ›Unendlichkeit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Unendlichkeit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Unendlichkeit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er sah aus wie ein verstümmeltes Signal aus der Unendlichkeit. [Wiechert, Ernst: Das einfache Leben, München: Ullstein Taschenbuchverl. 2000 [1946], S. 0]
So treten wir – und dies ist nun sicher romantisch gedacht – in dieser Unendlichkeit auch zugleich Gott unmittelbar gegenüber. [Beenken, Hermann: Das Neunzehnte Jahrhundert in der deutschen Kunst, München: Bruckmann 1944, S. 145]
Die faustische Gruppe bildet sich um das Ideal reiner räumlicher Unendlichkeit. [Spengler, Oswald: Der Untergang des Abendlandes, München: Beck 1929 [1918], S. 351]
Näher als in diesem Film kann man der Unendlichkeit nicht kommen. [Die Zeit, 11.03.1999, Nr. 11]
Ihre Unendlichkeit ist verschwunden, und durch ihre plötzlichen Ränder greifen die abgelebten Leben nach ihm. [Die Zeit, 02.08.1996, Nr. 32]
Zitationshilfe
„Unendlichkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Unendlichkeit>.

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