Ungewitter, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Ungewitters · Nominativ Plural: Ungewitter
Aussprache
WorttrennungUn-ge-wit-ter
eWDG, 1976

Bedeutung

veraltet Unwetter mit Blitz, Donner und heftigen Niederschlägen
Beispiel:
Ein schweres Ungewitter ist / Im Anzug [SchillerTellI 1]
bildlich Zornausbruch, Wutausbruch
Beispiel:
Jedoch brach bereits in den Vormittagsstunden das Ungewitter über ihn herein, als er zusammen mit einigen anderen Knaben vor den Rektor des Gymnasiums zitiert wurde [SteinbergUhren126]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ungewitter · Unwetter
Ungewitter n. ‘heftiges Unwetter’, ahd. ungiwitiri n. (9. Jh.), mhd. ungewitere, ungewit(t)er, asächs. ungiwideri, mnd. ungewēder, mnl. onghewēder(e), aengl. ungiwidere. Mit in verstärkendem Sinne gebrauchtem Präfix ↗un- (s. d.) gebildet zu den unter ↗Gewitter (s. d.) angegebenen Formen. Übertragener Gebrauch für tumultuarisches Geschehen und für Gefühlsausbrüche begegnet seit ahd. Zeit. Vgl. entsprechend gebildetes Unwetter n. ‘böses Wetter, üble Witterung’, ahd. unwitiri (8. Jh.), mhd. unwet(t)er, mnd. unwedder, unwēder, mnl. onwēder, nl. onweder, aengl. unweder, engl. unweather, afries. unweder, anord. ōveðr n., ōveðran, ōveðrātta f., schwed. oväder (s. ↗Wetter). Im 18. Jh. wird Unwetter in der dt. Literatursprache von Ungewitter verdrängt, jedoch im 19. Jh. wieder aufgenommen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Blitz und Donner (und Regen) · ↗Gewitter · ↗Unwetter  ●  Ungewitter  süddt. · ↗Donnerwetter  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Sturm drohend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ungewitter‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es schwoll an, wuchs und wuchs, wurde stark und stärker, drohender und drohender, grollend wie Ungewitter.
Viebig, Clara: Das Weiberdorf, Briedel u. Mosel: Houben 1996 [1900], S. 163
Die anderen toben, aber er sitzt unbewegt da, das Zentrum eines kleinen Ungewitters.
Süddeutsche Zeitung, 18.06.2004
Immerhin beeilten wir uns mit dem Frühstück, und in der Küche brach dann das Ungewitter über uns herein.
Die Zeit, 25.08.1967, Nr. 34
Die Begegnung mit dem Dirigenten, es war Hermann Levi, war peinlich; nur die Geschicklichkeit meiner Mutter vermochte das drohende Ungewitter abzulenken.
Wagner, Siegfried: Erinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1923], S. 21556
So zog sich wieder wie im J. 405 das Ungewitter drohend um den Hellespont, den Lebensnerv Athens, zusammen.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. V. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 12109
Zitationshilfe
„Ungewitter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ungewitter>, abgerufen am 18.11.2019.

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