Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Ungleichgewicht, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Ungleichgewicht(e)s · Nominativ Plural: Ungleichgewichte
Worttrennung Un-gleich-ge-wicht
Wortzerlegung un- Gleichgewicht
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutung

Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein außenwirtschaftliches, weltwirtschaftliches, makroökönomisches, globales, strukturelles, fundamentales, demographisches, regionales, hormonelles Ungleichgewicht
als Akkusativobjekt: ein Ungleichgewicht ausbalancieren, ausgleichen, korrigieren, beseitigen, beheben, verringern, überwinden, verschärfen, bewirken, verursachen, verstärken, konstatieren, feststellen
in Präpositionalgruppe/-objekt: die Beseitigung, der Abbau von Ungleichgewichten; etw. ist die Ursache, der Grund für das Ungleichgewicht; etw. hat zu einem Ungleichgewicht geführt, beigetragen; unter einem Ungleichgewicht leiden
mit Genitivattribut: das Ungleichgewicht der Zahlungs- und Handelsbilanz, der Weltwirtschaft, der Geschlechter
hat Präpositionalgruppe/-objekt: das Ungleichgewicht in den Zahlungsbilanzen, Handelsbeziehungen, in der Weltwirtschaft, der Euro-Zone, im Außenhandel, Warenaustauch; das Ungleichgewicht zwischen den Wirtschaftsmächten, zwischen den Geschlechtern
als Genitivattribut: der Abbau, Ausgleich, Zustand des Ungleichgewichts; die Korrektur, Beseitigung, Verringerung, Überwindung, die Gefahr, Folgen, Ursachen des Ungleichgewichts
Beispiele:
Dass ein Ungleichgewicht zwischen dem ökonomischen Gewicht Deutschlands und seinem Willen zur aussen‑ und sicherheitspolitischen Machtausübung besteht, stört die Deutschen keineswegs, im Gegenteil. International nicht anzuecken, im Strom mitzuschwimmen, sich in der sicheren Mitte zu bewegen, […] entspricht deutschem Selbstverständnis. [Neue Zürcher Zeitung, 22.02.2012]
Dem Geheimnis der Blitze, die Kobolde, Elfen und Blue Jets genannt werden, sind amerikanische Blitzforscher nun auf die Spur gekommen. In der Fachzeitschrift »Nature Geoscience« schreiben […] [sie], dass spätestens fünf bis zehn Sekunden nach einem normalen Blitz zwischen Wolke und Erdboden ein Ungleichgewicht der elektrischen Ladungen in den Wolken entsteht. Die Folge sind Blue Jets, die sich in Höhen zwischen 70 und 90 Kilometern oberhalb der Gewitterwolken entladen. [Die Welt, 29.03.2008]
Tatsächlich wird Polens Wirtschaft zwar in diesem Jahr um fünf Prozent wachsen, doch die gesamtwirtschaftlichen Ungleichgewichte nehmen zu. Dazu zählen die hohe Arbeitslosenquote von zurzeit rund 14 Prozent, eine Inflationsrate von zehn Prozent und ein wachsendes Leistungsbilanzdefizit. [Der Tagesspiegel, 09.12.2000]
Für sie [die Homöopathen] ist eine Krankheit keine Störung eines einzelnen Organs, wie es die Schulmedizin annimmt, sondern das Ungleichgewicht der Regelkreise und ‑systeme, die für ein harmonisches Zusammenspiel aller Körperfunktionen sorgen. [die tageszeitung, 12.04.1997]
Bereits seit mehreren Jahren gibt es ein Ungleichgewicht zwischen den Berufswünschen der Jugendlichen und den gesellschaftlichen Erfordernissen. [Berliner Zeitung, 29.01.1986]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Nicht-Ausbalanciertheit · Nicht-Ausgewogenheit · Unausgewogenheit · Ungleichgewicht · Ungleichheit · Unterschied · mangelnde Balance  ●  Schieflage  fig. · Schräglage  fig. · Unwucht  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
Dysbalance · Ungleichgewicht  ●  Imbalance  fachspr.

Typische Verbindungen zu ›Ungleichgewicht‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ungleichgewicht‹.

Zitationshilfe
„Ungleichgewicht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ungleichgewicht>.

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