Ungunst, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ungunst · Nominativ Plural: Ungunsten
Aussprache
WorttrennungUn-gunst
Wortbildung mit ›Ungunst‹ als Letztglied: ↗zuungunsten
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
zu jmds. Ungunstenzu jmds. Nachteil
Beispiele:
die Verkäuferin hatte sich zu ihren Ungunsten verrechnet
das Urteil ist zu seinen Ungunsten ausgefallen
etw. schlägt zu jmds. Ungunsten aus
er hat sich sehr zu seinen Ungunsten verändert
2.
nur im Singular
Unwillen
Beispiel:
er hat sich [Dativ] die Ungunst seines Vorgesetzten zugezogen
3.
nur im Singular
gehoben, veraltend die Ungunst des Wettersdas unangenehme, ungünstige Wetter
Beispiele:
die Ungunst der Verhältnisse, der Lage
die Ungunst des Augenblicks
Die Ungunst der Zeiten [Th. Mann11, 428]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gunst · günstig · begünstigen · Günstling · Mißgunst · Ungunst · ungünstig
Gunst f. ‘Wohlwollen, Gewogenheit’. Das nur im Dt. und Nl. bezeugte Substantiv mhd. mnd. gunst ‘Gewogenheit, Wohlwollen, Einwilligung, Erlaubnis’, mnl. gonst, gunst, jonst, gonste, nl. gunst ist Verbalabstraktum mit st-Formans zu dem unter ↗gönnen (s. d.) behandelten Verb; vgl. unpräfigiertes ahd. unst ‘Wohlwollen, Dank, Gnadengabe, Erlaubnis’ (9. Jh., abunst ‘Mißgunst, Neid’, 9. Jh.). In der Fügung zu jmds. Gunsten ‘zu jmds. Vorteil’ (15. Jh.) handelt es sich um einen alten, erstarrten Dativ Plur. günstig Adj. ‘wohlgesinnt, wohlwollend, vorteilhaft, passend’, mhd. günstic ‘wohlwollend, gewogen’. begünstigen Vb. ‘bevorzugen, fördern’ (1. Hälfte 16. Jh.). Günstling m. ‘wer bevorzugt wird, in Gunst steht’, gegen Ende des 17. Jhs. aufkommende Verdeutschung von frz. favori, ital. favorito (s. ↗Favorit). Mißgunst f. ‘das Mißgönnen, Neid’ (16. Jh.). Ungunst f. ‘das Ungünstigsein, Unwillen’, vor allem in der Fügung zu jmds. Ungunsten ‘zu jmds. Nachteil’, mhd. ungunst ‘Nichtbegünstigung, Mißgunst, Mißgeschick’, mnd. ungunst, nl. ongunst. ungünstig Adj. ‘nachteilig, schlecht’, mhd. ungunstec, ungunstic ‘mißgünstig, übelwollend, unglücklich’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gunst Schicksal Stunde Umstand Verhältnis Wetter Witterung nutzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ungunst‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Ungunst meiner Mutter bekam ich nun rasch zu spüren.
Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 35
Die Ungunst der Zeit ließ diese gute Absicht offenbar nicht recht zur Entfaltung kommen.
Die Zeit, 18.10.1951, Nr. 42
Hat er sich nicht insbesondere die Ungunst der Presse rechtschaffen verdient?
Die Fackel [Elektronische Ressource], 2002 [1924]
Daß wir aber trotz der Ungunst des Wetters uns von der helfenden Arbeit nicht zurückhalten ließen, versteht sich von selbst.
Baader, Ottilie: Ein steiniger Weg, Lebenserinnerungen einer Sozialistin. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 22581
Nach 1370 folgt die Zeit, in der es gilt, trotz wachsender Ungunst der äußeren Verhältnisse das Gewonnene zäh zu behaupten.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 175
Zitationshilfe
„Ungunst“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ungunst>, abgerufen am 20.10.2019.

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