Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Union, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Union · Nominativ Plural: Unionen
Aussprache  [uˈni̯oːn]
Worttrennung Uni-on
Wortbildung  mit ›Union‹ als Erstglied: Unionist · Unionsbürger · Unionsbürgerschaft · Unionschrist · Unionsfreund · Unionsland · Unionspartei · Unionspolitiker · Unionsrepublik · Unionssowjet · Unionsstaat · Unionsvertrag · Unionswähler
 ·  mit ›Union‹ als Letztglied: Bürgerunion · Montanunion · Personalunion · Realunion · Sowjetunion · Sozialunion · Wirtschaftsunion · Währungsunion · Zahlungsunion · Zollunion · allunions-
 ·  mit ›Union‹ als Grundform: unionistisch
Mehrwortausdrücke  Europäische Union
Herkunft aus ūniōkirchenlat ‘Einheit, Vereinigung’ < ūnuslat ‘ein, einzig’
eWDG

Bedeutungen

1.
durch Vertrag geschaffene, zur Wahrung und Durchsetzung gemeinsamer Interessen gebildete Vereinigung
Grammatik: oft in Eigennamen
a)
Vereinigung von Staaten
Beispiele:
einer Union angehören, beitreten
aus einer Union austreten
Länder schließen sich zu einer Union zusammen
α)
Vereinigung zu einem einheitlichen Gesamtstaat
Beispiel:
historischdie Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
β)
Vereinigung zu einem politisch-ökonomischen Interessenverband
b)
Vereinigung von Personen, Personengruppen
Grammatik: nur im Singular
Beispiel:
die Christlich‑Demokratische Union
c)
Religion
Grammatik: nur im Singular
Beispiel:
historischdie Evangelische Kirche der Union (= die unierte Kirche)
2.
historisch Vereinigung zweier Staaten durch die Person eines Monarchen unter fortbestehender staatsrechtlicher Trennung, Personalunion oder unter der Hegemonie eines Staates, Realunion
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Union f. ‘Vereinigung, Verbindung, Zusammenschluß’ (besonders von Staaten, Völkern, politischen Organisationen), entlehnt (1. Hälfte 16. Jh.) aus kirchenlat. ūnio (Genitiv ūniōnis) ‘Einheit, Vereinigung’; zu lat. ūnus ‘ein, einzig’.

Thesaurus

Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Union · Unionsparteien

Typische Verbindungen zu ›Union‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Union‹.

Verwendungsbeispiele für ›Union‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Wahl 1957 bescherte der Union einen gewaltigen Triumph, sie erreichte die absolute Mehrheit. [Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 108]
Ich hätte von einer linken Mehrheit, einer »Mehrheit links von der Union« gesprochen. [Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 294]
Sie gründet die Union auf eine wörtlich festgelegte Übereinstimmung in der Lehre der Kirche. [Neill, S. C.: Unionen im Protestantismus. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 43252]
Nominell war er dem Obersten Sowjet, gleichsam dem Parlament der Union, verantwortlich. [Seton-Watson, Hugh: Rußland und Osteuropa. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 10201]
Es gibt ein Interesse im Rahmen der Westeuropäischen Union, so etwas zu machen. [Der Spiegel, 20.05.1991]
Zitationshilfe
„Union“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Union>.

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