Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Unkosten

Grammatik Substantiv · wird nur im Plural verwendet
Aussprache 
Worttrennung Un-kos-ten
Wortzerlegung un- Kosten
Wortbildung  mit ›Unkosten‹ als Erstglied: Unkostenbeitrag  ·  mit ›Unkosten‹ als Letztglied: Reiseunkosten
eWDG

Bedeutung

(unvorhergesehene) zusätzliche Kosten, die neben den normalen Ausgaben entstehen, ohne dem Zahlenden einen eigentlichen Gewinn zu bringen, und die deshalb von ihm als Verlust oder als keinen Ertrag bringende Ausgabe angesehen werden
Beispiele:
die Unkosten sind gering, hoch
durch seinen Umzug entstanden ihm Unkosten
die Unkosten beliefen sich auf 200 Euro
es kamen noch die Unkosten für den Transport hinzu
große Unkosten haben
hatten Sie Unkosten (während der Dienstreise)?
die Unkosten (für etw.) tragen, bestreiten, übernehmen, decken, senken
alle Kosten, der gesamte Aufwand für etw.
Beispiele:
die Unkosten der Veranstaltung auf alle Beteiligten umlegen, aufteilen
die Gäste wollten mit zu den Unkosten des Festes beitragen, beisteuern
die Unkosten für die Saalmiete übernahm der Betrieb
umgangssprachlichsich [Dativ] unnötige Unkosten machen
umgangssprachlichsich (für jmdn.) in Unkosten stürzen (= viel Geld für jmdn. ausgeben)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kosten1 · Kosten · Unkosten · kostbar · kostspielig · köstlich
kosten1 Vb. ‘einen Kaufwert, Preis haben, wert sein’. Etwa um 1200 wird am Mittelrhein mhd. kosten ‘aufwenden, ausgeben, zu stehen kommen’ aus gleichbed. afrz. coster, couster (frz. coûter) entlehnt. Dieses beruht auf vlat. *cōstāre, hervorgegangen aus lat. cōnstāre, das bereits in der römischen Geschäftssprache aus ‘feststehen’ (wohl, im Hinblick auf die Waage, über ‘zum Stillstand kommen’) die Bedeutung ‘zu stehen kommen, einen Preis haben’ entwickelt. Kosten Plur. ‘Aufwand, Ausgaben’, ahd. kosta ‘kostbares Gewicht, Wert’ (Hs. 13. Jh.), mhd. kost m., koste f. ‘Wert, Preis, Geldmittel, Aufwand, Ausgaben’ geht zurück auf gleichbed. mlat. costus, costa, Substantivbildungen zu vlat. *cōstāre (s. oben). Die Singularformen der Kost, die Kost(e) und (schwach flektierend) der Kosten werden in der angegebenen Bedeutung von dem seit dem 18. Jh. allein geltenden Plural die Kosten verdrängt (s. aber Kost). Entsprechend gleichbed. Unkosten Plur. vgl. mnd. unkost, frühnhd. unkostung. kostbar Adj. ‘wertvoll, prächtig’, auch ‘teuer’, mhd. kostebære. kostspielig Adj. ‘mit großen Kosten verbunden’ (18. Jh.); zu Spiel in der Bedeutung ‘Menge’, vgl. Kostenspiel ‘eine Menge Kosten’ (westmd.). Oder ist das zweite Kompositionsglied umgebildet aus mhd. spildec ‘verschwenderisch’? köstlich Adj. ‘fein, edel, wertvoll, erlesen’, mhd. kostelich, kosteclich ‘aufwendig, teuer, prächtig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufwand · Aufwendung · Ausgabe · Kapitalaufwand · Kostenaufwand  ●  Kosten  Pluraletantum · Spesen  Pluraletantum · Unkosten  ugs., Pluraletantum

Typische Verbindungen zu ›Unkosten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Unkosten‹.

Verwendungsbeispiele für ›Unkosten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf Zweieinhalbtausend nach Abzug aller Unkosten komme ich eigentlich immer, und davon läßt sich leben. [konkret, 1989]
Nun bringt sie es leicht auf 2000, alle Unkosten abgerechnet. [Die Zeit, 17.01.1994, Nr. 03]
Nach Abzug aller Unkosten bleiben über 3000 Dollar Gewinn pro Kilo. [Die Zeit, 27.07.1984, Nr. 31]
Die organisatorische Zusammenarbeit war notwendig geworden durch die außergewöhnlich hohen Unkosten des Unternehmens. [Die Zeit, 10.07.1970, Nr. 28]
Sie ist ohne sie glücklich gewesen und beabsichtigt auch nicht, sich künftig in seelische Unkosten zu stürzen. [Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 283]
Zitationshilfe
„Unkosten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Unkosten>.

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