Unrast, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Unrast · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungUn-rast
eWDG, 1976

Bedeutung

gehoben Ruhelosigkeit, Rastlosigkeit
a)
innere Unruhe
Beispiele:
eine innere, geheime, hektische, fiebrige Unrast
jmd. ist voll(er) Unrast
jmdn. treibt eine Unrast
seine Unrast ließ ihn nicht zur Ruhe kommen
Er hat durch heftige Arbeit seine Unrast zu betäuben gesucht [Feuchtw.Jüd. Krieg388]
b)
äußere Bewegtheit
Beispiele:
die Unrast der Zeit
[als sie] müde von des Tages Unrast, heimkehrt [KästnerLottchen70]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rast · Rüst(e) · rasten · rastlos · Unrast
Rast f. ‘Ruhepause’, ahd. rasta (9. Jh.), mhd. rast(e), asächs. rasta, mnd. rast(e), mnl. raste, (mit Umlaut) anord. rǫst ‘Ruhe(pause), das Verweilen, Wegstrecke, Meile’, schwed. rast ‘Rast, Ruhe, Pause’, got. rasta ‘Meile, Wegstrecke’ sowie daneben ahd. restī (8. Jh.), resta (9. Jh.) ‘das Verweilen’, mhd. rest(e) ‘Ruhe, Rast, Sicherheit, Ruhestätte, Grab’, asächs. resta, auch ‘Tod’, mnd. reste ‘Rast, Ruhe’, aengl. ræst, rest, engl. rest (germ. *rast(j)ō-) und (ablautend) mnd. roste, ruste, mnl. ruste, nl. rust ‘Ruhe, Rast, Pause’ (germ. *rust(j)ō-) gehören wie (ohne ableitenden Dental gebildetes) aengl. ærn, anord. rann, got. razn ‘Haus’ zu einer s-Erweiterung der unter ↗Ruhe (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *erə-, *rē- ‘ruhen’. Die alte Bedeutung ‘Wegstrecke, Meile’ bezeichnet die zwischen zwei Rastorten zurückgelegte Wegstrecke unterschiedlicher Länge. Ablautendes spätmhd. rust f., mnd. roste, ruste ‘Ruhe’ (s. oben) wird in die Literatursprache übernommen Rüst(e) f. ‘das Ausruhen, Weile, Ordnung’ (die Sonne geht zur Rüste ‘zur Ruhe’, 16. Jh.). rasten Vb. ‘Rast machen, (sich) ausruhen’, ahd. resten (8. Jh.), rastōn (9. Jh.), mhd. rasten, resten ‘ruhen’, asächs. restian, mnd. resten, rosten, aengl. ræstan, restan, engl. to rest ‘(aus)ruhen’ sind Ableitungen von den oben genannten Substantiven. rastlos Adj. ‘sich keine Ruhe gönnend, ruhelos, unermüdlich’ (17. Jh.). Unrast f. ‘Ruhe-, Rastlosigkeit, innere Unruhe’, mhd. unraste, unreste ‘Unruhe, Rast- und Ruhelosigkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Hektik · ↗Rastlosigkeit · Unrast  ●  ↗Ruhelosigkeit  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Nervosität Ruhe Unruhe Unsicherheit ewig fiebrig geistig gewiss hektisch inner nervös politisch schöpferisch sozial treiben verraten voll wachsend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Unrast‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Meine Mutter ist die Unrast in Person, emsig, preußisch, effizient.
Der Tagesspiegel, 09.05.2004
Man kriegt viel Zeit, die Unrast des Tages von sich zu werfen.
Süddeutsche Zeitung, 02.04.1994
Eine Unrast, von der er wußte, daß sie nicht gestillt sei, wenn er weiterzöge, verzehrte ihn.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das dritte Reich des Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1925], S. 1060
Also begann die Unrast seiner früheren Jahre wieder das lockende Spiel von der seligen Ferne vor ihm.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 115
Den Kranken drüben auf seinem Lager fiel eine Unrast an.
Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 383
Zitationshilfe
„Unrast“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Unrast#1>, abgerufen am 17.11.2019.

Weitere Informationen …

Unrast, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Unrast(e)s · Nominativ Plural: Unraste
Aussprache
WorttrennungUn-rast
eWDG, 1976

Bedeutung

veraltend ruheloses, unbändiges Kind
Beispiel:
Wart, du Unrast! [Droste-Hülsh.Judenbuche887]
rastloser Mensch
Beispiel:
Ein Unrast! Und so war er geblieben; in keinem Beruf hatte er ausgehalten [ViebigBerliner Novellen153]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rast · Rüst(e) · rasten · rastlos · Unrast
Rast f. ‘Ruhepause’, ahd. rasta (9. Jh.), mhd. rast(e), asächs. rasta, mnd. rast(e), mnl. raste, (mit Umlaut) anord. rǫst ‘Ruhe(pause), das Verweilen, Wegstrecke, Meile’, schwed. rast ‘Rast, Ruhe, Pause’, got. rasta ‘Meile, Wegstrecke’ sowie daneben ahd. restī (8. Jh.), resta (9. Jh.) ‘das Verweilen’, mhd. rest(e) ‘Ruhe, Rast, Sicherheit, Ruhestätte, Grab’, asächs. resta, auch ‘Tod’, mnd. reste ‘Rast, Ruhe’, aengl. ræst, rest, engl. rest (germ. *rast(j)ō-) und (ablautend) mnd. roste, ruste, mnl. ruste, nl. rust ‘Ruhe, Rast, Pause’ (germ. *rust(j)ō-) gehören wie (ohne ableitenden Dental gebildetes) aengl. ærn, anord. rann, got. razn ‘Haus’ zu einer s-Erweiterung der unter ↗Ruhe (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *erə-, *rē- ‘ruhen’. Die alte Bedeutung ‘Wegstrecke, Meile’ bezeichnet die zwischen zwei Rastorten zurückgelegte Wegstrecke unterschiedlicher Länge. Ablautendes spätmhd. rust f., mnd. roste, ruste ‘Ruhe’ (s. oben) wird in die Literatursprache übernommen Rüst(e) f. ‘das Ausruhen, Weile, Ordnung’ (die Sonne geht zur Rüste ‘zur Ruhe’, 16. Jh.). rasten Vb. ‘Rast machen, (sich) ausruhen’, ahd. resten (8. Jh.), rastōn (9. Jh.), mhd. rasten, resten ‘ruhen’, asächs. restian, mnd. resten, rosten, aengl. ræstan, restan, engl. to rest ‘(aus)ruhen’ sind Ableitungen von den oben genannten Substantiven. rastlos Adj. ‘sich keine Ruhe gönnend, ruhelos, unermüdlich’ (17. Jh.). Unrast f. ‘Ruhe-, Rastlosigkeit, innere Unruhe’, mhd. unraste, unreste ‘Unruhe, Rast- und Ruhelosigkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Hektik · ↗Rastlosigkeit · Unrast  ●  ↗Ruhelosigkeit  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Nervosität Ruhe Unruhe Unsicherheit ewig fiebrig geistig gewiss hektisch inner nervös politisch schöpferisch sozial treiben verraten voll wachsend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Unrast‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Meine Mutter ist die Unrast in Person, emsig, preußisch, effizient.
Der Tagesspiegel, 09.05.2004
Man kriegt viel Zeit, die Unrast des Tages von sich zu werfen.
Süddeutsche Zeitung, 02.04.1994
Den Kranken drüben auf seinem Lager fiel eine Unrast an.
Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 383
So viel Unrast und Wankelmut war dem Vater wahrscheinlich zu viel.
Günter de Bruyn, Die Finckensteins: Berlin: Siedler 1999, S. 378
Indessen ist bekannt, daß wirtschaftliche Dynamik auch mit politischer Unrast und Unsicherheit Hand in Hand gehen kann.
Mann, Golo: Politische Entwicklung Europas und Amerikas 1815-1871. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 17225
Zitationshilfe
„Unrast“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Unrast#2>, abgerufen am 17.11.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
unrasiert
unqualifiziert
unqualifizierbar
Unpünktlichkeit
unpünktlich
Unrat
unrationell
unreal
unrealisierbar
unrealistisch