Unsterblichkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
WorttrennungUn-sterb-lich-keit (computergeneriert)
Wortzerlegungunsterblich-keit
Wortbildung mit ›Unsterblichkeit‹ als Erstglied: ↗Unsterblichkeitsglaube · ↗Unsterblichkeitsglauben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sterben · absterben · aussterben · ersterben · versterben · Verstorbener · sterbenskrank · Sterbenswörtchen · sterblich · Sterblichkeit · unsterblich · Unsterblichkeit
sterben Vb. ‘das Leben verlieren’. Das nur westgerm. bezeugte starke Verb ahd. sterban (9. Jh.), mhd. sterben, asächs. sterƀan, mnd. mnl. nl. sterven, aengl. steorfan, engl. to starve ‘vor Hunger und Durst umkommen’ ist verwandt mit ahd. sterbo ‘Pest, Tod’ (9. Jh.), mhd. sterb(e) ‘das Sterben, Tod, ansteckende Krankheit, Pest’, asächs. -sterƀo, aengl. steorfa ‘Pest’, anord. stjarfi ‘Starrkrampf’, stirfinn ‘halsstarrig, trotzig’, starfa ‘sich abmühen’ und mit mir. ussarb (aus *uks-sterbhā) ‘Tod’, griech. stérphos (στέρφος) ‘Haut, Fell, Hülle’, russ. (älter) stérbnut’ (стербнуть) ‘fest, hart werden, erstarren, absterben’ sowie den s-losen Formen lat. torpēre ‘erstarrt, betäubt, gefühllos, taub sein’, lit. tir̃pti ‘erstarren, gefühllos werden’, aslaw. trьpěti ‘ertragen’, russ. terpét’ (терпеть) ‘leiden, dulden’. Alle Bildungen sind auf ie. *(s)terp-, *(s)terbh- rückführbar, eine Labialerweiterung der unter ↗starren (s. d.) verzeichneten Wurzel ie. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’, so daß für das germ. Verb von einer verhüllenden Bedeutung ‘steif, starr werden’ auszugehen ist. absterben Vb. ‘das Leben beenden, eingehen, welken’, mhd. abesterben, rechtssprachlich ‘durch den Tod des Besitzers frei werden’; seit dem 18. Jh. auch ‘gefühllos werden’ (durch Druck, Abschnürung, Kälte). aussterben Vb. ‘untergehen, aufhören zu existieren, sich verlieren’ (15. Jh.). ersterben Vb. ‘vergehen’, ahd. irsterban (8. Jh.), mhd. ersterben ‘(ab)sterben’. versterben Vb. ‘sterben’, mhd. versterben; Verstorbener m. substantiviertes Part.adj. (16. Jh.). sterbenskrank Adj. ‘sehr krank’ (17. Jh.), anfangs neben sterbekrank Sterbenswörtchen n. in der Fügung kein Sterbenswörtchen ‘überhaupt nichts’ (19. Jh.), verkürzt aus kein sterbendes (‘schwaches, vergängliches’) Wörtchen (18. Jh.); vgl. auch kein Sterbenswort (18. Jh.). sterblich Adj. ‘dem Tod unterworfen, vergänglich’, mhd. sterblich; vgl. ahd. stirbīg (9. Jh.); Sterblichkeit f. ‘Vergänglichkeit, Zahl der Todesfälle’, mhd. sterbelīcheit; unsterblich Adj. mhd. unsterbelich; vgl. ahd. unstirbīg (11. Jh.); Unsterblichkeit f. mhd. unsterbelīcheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
Immortalität · ↗Unendlichkeit · Unsterblichkeit · ↗Unvergänglichkeit
Oberbegriffe
Antonyme
  • Unsterblichkeit

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auferstehung Einzelseele Elixier Erlangung Ewigkeit Glaube Glauben Gott Hauch Hintertür Menschenseele Nektar Postulat Ruhm Seele Sehnsucht Sinnbild Sterblicher Sterblichkeit Streben Trank Unsterblichkeit Verheißung Wiedergeburt Willensfreiheit Zurüstung erlangen irdisch verbürgen verheißen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Unsterblichkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mittelfristige Unsterblichkeit ist der Gruppe daher schon wegen ihrer Geschichte sicher.
Süddeutsche Zeitung, 14.04.2004
Gott hingegen ist nur dank seiner nicht schwankenden Unsterblichkeit Gott.
Die Zeit, 24.04.1992, Nr. 18
Sogar Unsterblichkeit, setzte ein didaktischer Text auseinander, sei nur dem gelehrten Manne sicher.
Wilson, John A.: Ägypten. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 6311
Denn indem sie im Werk auseinandertreten, entscheiden sie über seine Unsterblichkeit.
Benjamin, Walter: Goethes Wahlverwandtschaften. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.) Gesammelte Schriften, Bd. 1,2, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1925], S. 117
Eine individuelle Unsterblichkeit gibt es nicht, der Glaube daran ist töricht.
Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 13468
Zitationshilfe
„Unsterblichkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Unsterblichkeit>, abgerufen am 20.04.2019.

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