Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Untergrund, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Untergrund(e)s · Nominativ Plural: Untergründe
Aussprache 
Worttrennung Un-ter-grund
Wortzerlegung unter3 Grund
eWDG

Bedeutungen

1.
unter der Erdoberfläche liegende Bodenschicht
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
ein lehmiger, morastiger, sumpfiger, sandiger, steiniger Untergrund
den Untergrund für Parkanlagen planieren
das Gestein bildet den Untergrund der sedimentären Schichten
Bodenschicht, die die Grundlage für einen Bau bildet
Beispiele:
das Gebäude steht auf festem, sumpfigem Untergrund
der befestigte Untergrund einer Gleisanlage
der Untergrund hatte sich während der Bauarbeiten gesenkt
2.
derjenige Teil einer Fläche, von dem sich etw. abhebt, Grund
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
der Stoff zeigt ein buntes Muster auf schwarzem Untergrund
das Verkehrsschild hat ein weißes Zeichen auf rotem Untergrund
die Zeichen heben sich gut ab vom Untergrund
3.
übertragen Grundlage, Fundament
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
die Planwirtschaft ist ein fester Untergrund für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes
seine Untersuchungen haben einen soliden wissenschaftlichen Untergrund
4.
umgangssprachlich Untergrundbewegung
Grammatik: nur im Singular, nicht mit unbestimmtem Artikel
Beispiele:
die Widerstandskämpfer arbeiteten, kämpften, lebten viele Jahre im Untergrund, waren im Untergrund tätig
Als die Deutschen ihn [Maurice Sarraut] ermordet hatten, verbreiteten sie, der französische Untergrund habe es getan [ H. MannZeitalter442]

Thesaurus

Synonymgruppe
Boden · Erdboden · Erde · Erdreich · Untergrund
Synonymgruppe
Grundierung · Haftgrund · Putzgrund · Untergrund (z. B. für Farbe)
Architektur
Synonymgruppe
Boden · Fundament · Fuß · Grundlage · Grundstein · Gründung · Plattform · Sockel · Unterbau · Untergrund · Unterlage  ●  Postament  geh., bildungssprachlich

Typische Verbindungen zu ›Untergrund‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Untergrund‹.

Verwendungsbeispiele für ›Untergrund‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sein Denken war sozusagen der mystischreligiöse Untergrund der neuen künstlerischen Bewegung. [Diederichs, Eugen: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 35973]
Es ist ein moralisches Lachen, ein belehrendes Lachen, ein Lachen mit didaktischem Untergrund. [Tucholsky, Kurt: An Siegfried Jacobsohn, 10.05.1917. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke – Briefe – Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1917], S. 15837]
Wir wiegen uns in Sicherheit, an der Oberfläche, im Untergrund. [Die Zeit, 10.02.2000, Nr. 7]
Und dennoch trennt es die Ereignisse damals von ihrem Untergrund. [Die Zeit, 17.10.1997, Nr. 43]
Die Bewegung habe bisher kein Programm vorgelegt, sondern arbeite beharrlich im Untergrund. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1989]]
Zitationshilfe
„Untergrund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Untergrund>.

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