Unterhalt, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Unterhalt(e)s · Nominativ Plural: Unterhalte · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungUn-ter-halt
Grundformunterhalten
Wortbildung mit ›Unterhalt‹ als Erstglied: ↗Unterhaltsanspruch · ↗Unterhaltsaufwendung · ↗Unterhaltsbeihilfe · ↗Unterhaltsforderung · ↗Unterhaltsgewährung · ↗Unterhaltsklage · ↗Unterhaltskosten · ↗Unterhaltspflicht · ↗Unterhaltszahlung · ↗unterhaltlich · ↗unterhaltsberechtigt · ↗unterhaltspflichtig
 ·  mit ›Unterhalt‹ als Letztglied: ↗Ehegattenunterhalt · ↗Familienunterhalt · ↗Lebensunterhalt
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
für das Leben notwendiger finanzieller Aufwand, Lebensunterhalt
Beispiele:
ein ausreichender, angemessener, kümmerlicher, kärglicher Unterhalt
sich [Dativ] seinen Unterhalt durch seine tägliche Arbeit, mit Schreibarbeiten verdienen
etw. zu jmds. Unterhalt beitragen
für jmds. Unterhalt aufkommen, sorgen
Unterhalt zahlen
jmdm. den Unterhalt verweigern
Jura auf Unterhalt, Zahlung von Unterhalt klagen
2.
das Instandhalten und die damit verbundene Finanzierung von Anlagen, Gebäuden, Institutionen
Beispiele:
für den Unterhalt von historisch wertvollen Baudenkmälern kommt der Staat auf
für den Unterhalt der Straßen sorgen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

halten · Halt · Halter · Haltung · abhalten · Anhalt · anhalten · Anhalter · aushalten · behalten · Behälter · Behältnis · einhalten · Einhalt · enthalten · erhalten · unterhalten · Unterhalt · Zuhälter · zuhalten · Unterhaltung
halten Vb. ‘festhalten, bewahren’, ahd. haltan ‘festhalten, befolgen, (be)hüten’ (8. Jh.), mhd. halten, halden ‘hüten, weiden, bewahren, verehren, festhalten, gefangenhalten, meinen, sich benehmen, an einem Punkt anhalten, stillhalten’, asächs. haldan ‘halten, hüten, feiern’, mnd. hōlden ‘hüten, bewachen, schützen, weiden, einhalten, veranstalten, festhalten, stillhalten, sich verhalten’, mnl. nl. houden, aengl. haldan, healdan, engl. to hold, anord. halda, schwed. hålla, got. haldan ‘hüten, weiden’. Sieht man den Dental des ehemals reduplizierenden germ. Verbs als präsensbildendes Formans an und geht von einer Grundbedeutung ‘(Vieh) hüten’ aus, dann läßt sich eine Verbindung zu griech. kéllein (κέλλειν) ‘antreiben, bewegen, anfahren, landen’, lat. celer ‘schnell, rasch’, aind. kaláyati ‘treibt (Vieh), hält, trägt, macht’ und Anschluß an die Wurzel ie. *kel- ‘treiben, zu schneller Bewegung antreiben’ herstellen, die möglicherweise mit *kel(ə)- ‘rufen, schreien, lärmen, klingen’ (s. ↗hell) identisch ist (vgl. Pokorny 1, 548; anders Seebold 249, der auf Grund der Bedeutung ‘hüten, weiden’ das germ. Verb auf die Wurzel ie. *ku̯el(ə)- ‘drehen, sich um etw. herumbewegen’ zurückführen möchte, s. ↗Hals). Aus der Grundbedeutung ‘hüten’ entwickelt sich einerseits ‘achthaben, beobachten, bewahren’, andrerseits ‘festhalten’ sowie ‘an-, stillhalten, in einem Zustand verharren’, schließlich (vielleicht unter dem Einfluß von haben) ‘für etw. ansehen, glauben, meinen’. Halt m. ‘Stütze, das (Inne)halten’, mhd. halt ‘Bestand, Ort, Aufenthalt’. Halter m. ‘Haltevorrichtung’ (vgl. Federhalter), ‘wer etw. hält’ (vgl. Statthalter), ahd. haltāri ‘Erretter, Erlöser’ (um 1000; vgl. bihaltāri ‘Wächter’, 8. Jh.), mhd. haltære, halter ‘Hirt, Bewahrer, Erlöser’. Haltung f. ‘Körperhaltung, Pose, innere Einstellung, Beherrschtheit’, spätmhd. haltunge, auch ‘Gewahrsam, Verwahrung, Inhalt’. abhalten Vb. ‘fernhalten, hindern, durchführen’ (15. Jh.). Anhalt m. ‘Anhaltspunkt, Ursache’, mhd. anhalt; anhalten Vb. ‘festhalten, stehenbleiben, stoppen, andauern, zu etw. bewegen, um etw. bitten’ (1. Hälfte 15. Jh.); Anhalter m. ‘wer fremde Autos anhält, um sich mitnehmen zu lassen’, geläufig in der Wendung per Anhalter fahren (Mitte 20. Jh.); zuvor im Sinne von ‘Förderer, (An)treiber’ (16. Jh.). aushalten Vb. ‘bis zum Ende durchstehen, ertragen, Unterhalt gewähren’, mhd. ūʒhalten ‘instand halten, verpflegen’. behalten Vb. ‘nicht weggeben, bewahren’, ahd. bihaltan ‘beachten. bewahren, schützen’ (8. Jh.), mhd. behalten, -halden ‘für sich behalten, bewahren, Erfolg haben, beherbergen, einhalten, (vor Gericht) durch Zeugen erhärten’; Behälter m. ‘Gefäß’, frühnhd. auch ‘Gefängnis’ (15. Jh.); vgl. mhd. behaltære, behalter ‘Beobachter, Bewahrer, Erlöser’, ahd. bihaltāri ‘Wächter’ (8. Jh.); Behältnis n. ‘Behälter, Gefäß’ (15. Jh.), mhd. behaltnisse ‘das Halten, Erhaltung, Vorbehalt, Gewahrsam, Gedächtnis’, ahd. bihaltnessi ‘das Zurückhalten’ (9. Jh.). einhalten Vb. ‘aufhören, aufhalten, beachten’ (15. Jh.); Einhalt m. ‘Einschränkung, Eindämmung’ (Mitte 15. Jh.), dann besonders in der Verbindung Einhalt gebieten, tun (16. Jh.); frühnhd. auch für Inhalt. enthalten Vb. ‘(sich) fernhalten, zurückhalten, enthaltsam sein, zum Inhalt haben’, mhd. enthalten ‘stillhalten, zurückhalten’; dazu enthaltsam ‘mäßig, abstinent’ und Enthaltsamkeit (beide 18. Jh.). erhalten Vb. ‘empfangen, bekommen, bewahren’ (16. Jh.). unterhalten Vb. ‘etw. sichern, bewahren, sich erfreuen, ein Gespräch führen’ (17. Jh.); Unterhalt m. (17. Jh.); Zuhälter m. ‘wer von den Einkünften einer Prostituierten lebt’ (Mitte 19. Jh.), wohl in der Sprache der Polizei gebildet nach älterem Zuhalter ‘wer zu einem hält, Anhänger’ (15. Jh.), mnd. toholder, tohelder, zu zuhalten Vb. im Sinne von ‘zu einer Person halten, ihr beistehen’, auch mit einem zuhalten ‘es mit einem halten, ein außereheliches Verhältnis haben’ (15. Jh.). Unterhaltung f. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Alimente · Unterhalt · ↗Unterhaltszahlung · Ziehgeld  ●  ↗Sustentation  historisch
Assoziationen
Synonymgruppe
Erhaltung · ↗Instandhaltung · ↗Pflege · Unterhalt · ↗Unterhaltung · ↗Wartung · Wartungsarbeiten · ↗Überholung

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und es ist weniger Energie zum Unterhalten der Struktur nötig.
Der Tagesspiegel, 23.03.2003
Wenn das Unterhalten und Fragen zu Ende sind, ist alles leichter.
Süddeutsche Zeitung, 01.12.2000
Unterhalten wird damit allerdings weniger der Zuschauer als das Fernsehen.
Die Welt, 04.09.1999
Unterhalten wird die Stiftung vom Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg.
Bild, 26.03.1998
Unterhalten wird die Moschee von der Gemeinde oder einer religiösen Stiftung; an die Moschee angegliedert sind häufig Koranschulen und soziale Einrichtungen wie Armenküchen.
o. A. [ave]: Moschee. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1996]
Zitationshilfe
„Unterhalt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Unterhalt>, abgerufen am 21.08.2019.

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