Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Unternehmer, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Unternehmers · Nominativ Plural: Unternehmer
Aussprache 
Worttrennung Un-ter-neh-mer
Wortzerlegung unternehmen -er
eWDG

Bedeutung

jmd., der ein Unternehmen besitzt (und es leitet)
Beispiele:
daß die kleinen und mittleren Unternehmer in Westdeutschland von den großen Monopolen niederkonkurriert und ruiniert werden [ Einheit1957]
[auf den Streik] antworten die Unternehmer mit der Aussperrung und würgen ihn damit ab [ Neue Justiz1966]
Die Arbeiter produzieren aber den kapitalistischen Unternehmern nicht nur den Mehrwert, sondern erhalten ihnen zugleich das Kapital [ Imperialismus der BRD378]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nehmen · benehmen · benommen · Benommenheit · unbenommen · Benehmen · Benimm · unternehmen · Unternehmen · Unternehmer · vernehmen · Vernehmung · vernehmlich · Nahme
nehmen Vb. ‘mit den Händen ergreifen, fassen, wegnehmen, entziehen’, ahd. neman (8. Jh.), mhd. nemen, asächs. niman, neman, mnd. mnl. nēmen, nl. nemen, afries. nema, aengl. niman, engl. (älter) to nim, anord. nema, got. niman (germ. *neman) sind vergleichbar mit griech. némein (νέμειν) ‘aus-, ver-, ordnungsgemäß zuteilen, lenken, leiten, verwalten, sich aneignen, besitzen, bebauen, Weideland zuteilen, (ab)weiden, verzehren’, lett. (mit sekundärer Palatalisierung des Anlauts) n̹emt, awest. nəmah- ‘Darlehen’, air. nem ‘Gift’, lat. numerus ‘Zahl, Anzahl’, lit. núoma, núomas, lett. noma ‘Miete, Pacht’, so daß eine Wurzel ie. *nem- ‘zuteilen, nehmen’ (von der Vorstellung der hingestreckten Hand), auch (von ‘zuteilen’ ausgehend) ‘anordnen, rechnen, zählen’ angesetzt werden kann. benehmen Vb. ‘wegnehmen, entziehen’, ahd. bineman (8. Jh.), mhd. benemen; reflexiv ‘sich verhalten, sich aufführen’, anfangs ‘sich besprechen, mit jmdm. verständigen’ (18. Jh.). benommen Part.adj. ‘schwindlig, betäubt’ (19. Jh.), eigentlich ‘weggenommen, behindert’; Benommenheit f. ‘das Gefühl, keinen klaren Kopf zu haben, Betäubtheit’ (Mitte 19. Jh.). unbenommen Part.adj. ‘nicht verwehrt, unversagt’, eigentlich ‘unbehindert’, meist in der Fügung unbenommen sein, mhd. unbenomen sīn. Benehmen n. ‘das Verhalten nach Regeln von Sitte und Takt (im Umgang mit Menschen)’ (1. Hälfte 18. Jh.); dazu umgangssprachlich Benimm m. (19. Jh.). unternehmen Vb. ‘beginnen, betreiben, machen’ (16. Jh., geläufig seit 18. Jh.); vgl. ahd. untarneman ‘unterbrechen, dazwischentreten’ (10. Jh.), mhd. undernemen ‘abschneiden, unterbrechen, verhindern, wegnehmen’, reflexiv ‘sich gegenseitig fassen, sich jmds. annehmen, etw. übernehmen, antreten’; Unternehmen n. ‘was unternommen wird, Vorhaben, Absicht’ (Anfang 17. Jh.), auch ‘wirtschaftliche Unternehmung, Betrieb’ (18. Jh.), dazu Unternehmer m. ‘wer einen Gewerbe- oder Industriebetrieb besitzt (und leitet)’ (18. Jh.), nach engl. undertaker, frz. entrepreneur; älter allgemein ‘wer etw. in die Wege leitet’ (Ende 17. Jh.). vernehmen Vb. ‘geistig erfassen und aufnehmen, hören, verstehen’, ahd. firneman ‘verstehen, verbrauchen’, auch ‘zur Kenntnis nehmen, erkennen’ (8. Jh.), mhd. vernemen ‘fest-, gefangennehmen, (an)hören, erfahren, erfassen, begreifen’; als Ausdruck der Gerichtssprache ‘jmdn. befragen und anhören, verhören’ (18. Jh.); Vernehmung f. ‘geistige Erfassung’ (15. Jh.), ‘gerichtliches Verhör’ (Ende 17. Jh.); vernehmlich Adj. ‘hörbar, laut, deutlich’ (18. Jh.), älter ‘mit einem der Sinne wahrnehmbar’, auch ‘verständig, klug’ (15. Jh.). Nahme f. ‘das Nehmen, das Gewonnene’, ahd. nāma ‘Beschlagnahme, Ergreifung’ (um 800), mhd. nāme ‘gewaltsames Nehmen, Raub, Beute’, Verbalabstraktum zu nehmen; heute nur in Präfixbildungen wie Abnahme (17. Jh.), Annahme (15. Jh.), Aufnahme (15. Jh.), Einnahme (15. Jh.), Entnahme (18. Jh.), Übernahme, (mhd. übernāme), Zunahme (Mitte 17. Jh.), die von den entsprechenden Präfixverben abgeleitet sind.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anzugträger · Business-Mann · Geschäftsmann · Manager(typ) · Unternehmer(typ) · macht sich die Hände (bei der Arbeit) nicht schmutzig

Typische Verbindungen zu ›Unternehmer‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Unternehmer‹.

Verwendungsbeispiele für ›Unternehmer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der einzelwirtschaftliche Nutzen bei der Produktion ist der Gewinn des Unternehmers. [Krelle, Wilhelm: Produktionstheorie, Tübingen: Mohr 1969 [1961], S. 216]
Niemals ist dagegen ein moderner Unternehmer ein »Aristokrat« im politischen Sinne des Wortes. [Weber, Max: Wahlrecht und Demokratie in Deutschland. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Politische Schriften, München: Drei Masken Verl. 1921 [1917], S. 295]
Und damit wächst der Unternehmer aus seiner früheren Stellung weit hinaus. [o. A.: Tagung der Südosteuropa-Gesellschaft in Prag, 17.12.1941]
Die bittere alltägliche Erfahrung der Arbeiter sprach gegen einen sozialen Frieden mit den Unternehmern. [Lachs, Johannes u. Raif, Friedrich Karl: Rostock, VEB Hinstorff-Verlag 1968, S. 141]
Meinen Sie damit Unternehmer, die sich weigern, ihr Geld zu investieren? [Der Spiegel, 18.02.1980]
Zitationshilfe
„Unternehmer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Unternehmer>.

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