Unternehmer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Unternehmers · Nominativ Plural: Unternehmer
Aussprache
WorttrennungUn-ter-neh-mer
Wortzerlegungunternehmen-er
Wortbildung mit ›Unternehmer‹ als Erstglied: ↗Unternehmergeist · ↗Unternehmergewinn · ↗Unternehmerlobby · ↗Unternehmerorganisation · ↗Unternehmerpersönlichkeit · ↗Unternehmertum · ↗Unternehmertätigkeit · ↗Unternehmerverband · ↗Unternehmerwillkür · ↗unternehmerfreundlich · ↗unternehmerisch
 ·  mit ›Unternehmer‹ als Letztglied: ↗Bauunternehmer · ↗Bergbauunternehmer · ↗Busunternehmer · ↗Einzelunternehmer · ↗Generalunternehmer · ↗Kleinunternehmer · ↗Medienunternehmer · ↗Nachunternehmer · ↗Subunternehmer · ↗Textilunternehmer · ↗Transportunternehmer
 ·  mit ›Unternehmer‹ als Grundform: ↗Unternehmerschaft
eWDG, 1976

Bedeutung

jmd., der ein Unternehmen besitzt (und es leitet)
Beispiele:
daß die kleinen und mittleren Unternehmer in Westdeutschland von den großen Monopolen niederkonkurriert und ruiniert werden [Einheit1957]
[auf den Streik] antworten die Unternehmer mit der Aussperrung und würgen ihn damit ab [Neue Justiz1966]
Die Arbeiter produzieren aber den kapitalistischen Unternehmern nicht nur den Mehrwert, sondern erhalten ihnen zugleich das Kapital [Imperialismus der BRD378]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nehmen · benehmen · benommen · Benommenheit · unbenommen · Benehmen · Benimm · unternehmen · Unternehmen · Unternehmer · vernehmen · Vernehmung · vernehmlich · Nahme
nehmen Vb. ‘mit den Händen ergreifen, fassen, wegnehmen, entziehen’, ahd. neman (8. Jh.), mhd. nemen, asächs. niman, neman, mnd. mnl. nēmen, nl. nemen, afries. nema, aengl. niman, engl. (älter) to nim, anord. nema, got. niman (germ. *neman) sind vergleichbar mit griech. némein (νέμειν) ‘aus-, ver-, ordnungsgemäß zuteilen, lenken, leiten, verwalten, sich aneignen, besitzen, bebauen, Weideland zuteilen, (ab)weiden, verzehren’, lett. (mit sekundärer Palatalisierung des Anlauts) n̹emt, awest. nəmah- ‘Darlehen’, air. nem ‘Gift’, lat. numerus ‘Zahl, Anzahl’, lit. núoma, núomas, lett. noma ‘Miete, Pacht’, so daß eine Wurzel ie. *nem- ‘zuteilen, nehmen’ (von der Vorstellung der hingestreckten Hand), auch (von ‘zuteilen’ ausgehend) ‘anordnen, rechnen, zählen’ angesetzt werden kann. benehmen Vb. ‘wegnehmen, entziehen’, ahd. bineman (8. Jh.), mhd. benemen; reflexiv ‘sich verhalten, sich aufführen’, anfangs ‘sich besprechen, mit jmdm. verständigen’ (18. Jh.). benommen Part.adj. ‘schwindlig, betäubt’ (19. Jh.), eigentlich ‘weggenommen, behindert’; Benommenheit f. ‘das Gefühl, keinen klaren Kopf zu haben, Betäubtheit’ (Mitte 19. Jh.). unbenommen Part.adj. ‘nicht verwehrt, unversagt’, eigentlich ‘unbehindert’, meist in der Fügung unbenommen sein, mhd. unbenomen sīn. Benehmen n. ‘das Verhalten nach Regeln von Sitte und Takt (im Umgang mit Menschen)’ (1. Hälfte 18. Jh.); dazu umgangssprachlich Benimm m. (19. Jh.). unternehmen Vb. ‘beginnen, betreiben, machen’ (16. Jh., geläufig seit 18. Jh.); vgl. ahd. untarneman ‘unterbrechen, dazwischentreten’ (10. Jh.), mhd. undernemen ‘abschneiden, unterbrechen, verhindern, wegnehmen’, reflexiv ‘sich gegenseitig fassen, sich jmds. annehmen, etw. übernehmen, antreten’; Unternehmen n. ‘was unternommen wird, Vorhaben, Absicht’ (Anfang 17. Jh.), auch ‘wirtschaftliche Unternehmung, Betrieb’ (18. Jh.), dazu Unternehmer m. ‘wer einen Gewerbe- oder Industriebetrieb besitzt (und leitet)’ (18. Jh.), nach engl. undertaker, frz. entrepreneur; älter allgemein ‘wer etw. in die Wege leitet’ (Ende 17. Jh.). vernehmen Vb. ‘geistig erfassen und aufnehmen, hören, verstehen’, ahd. firneman ‘verstehen, verbrauchen’, auch ‘zur Kenntnis nehmen, erkennen’ (8. Jh.), mhd. vernemen ‘fest-, gefangennehmen, (an)hören, erfahren, erfassen, begreifen’; als Ausdruck der Gerichtssprache ‘jmdn. befragen und anhören, verhören’ (18. Jh.); Vernehmung f. ‘geistige Erfassung’ (15. Jh.), ‘gerichtliches Verhör’ (Ende 17. Jh.); vernehmlich Adj. ‘hörbar, laut, deutlich’ (18. Jh.), älter ‘mit einem der Sinne wahrnehmbar’, auch ‘verständig, klug’ (15. Jh.). Nahme f. ‘das Nehmen, das Gewonnene’, ahd. nāma ‘Beschlagnahme, Ergreifung’ (um 800), mhd. nāme ‘gewaltsames Nehmen, Raub, Beute’, Verbalabstraktum zu nehmen; heute nur in Präfixbildungen wie Abnahme (17. Jh.), Annahme (15. Jh.), Aufnahme (15. Jh.), Einnahme (15. Jh.), Entnahme (18. Jh.), Übernahme, (mhd. übernāme), Zunahme (Mitte 17. Jh.), die von den entsprechenden Präfixverben abgeleitet sind.

Thesaurus

Synonymgruppe
Arbeitgeber · ↗Entrepreneur · ↗Firmeninhaber · ↗Geschäftsinhaber · Unternehmensinhaber · ↗Unternehmensleiter · Unternehmer  ●  ↗Brotherr  ugs., veraltet · ↗Brötchengeber  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Angehöriger der besitzenden Klasse · ↗Kapitalist
  • Boss · ↗Chef · ↗Dienstherr · Dienstvorgesetzter · ↗Geschäftsherr · ↗Leiter · ↗Superior · Vorgesetzter  ●  ↗(der) Alte  ugs., salopp · Chef von't Janze  ugs., salopp, berlinerisch · Chefität  ugs., österr. · Obermacker  ugs., salopp · Obermufti  ugs., fig., salopp · ↗Prinzipal  geh., veraltet · hohes Tier  ugs.
  • (ein) Unternehmen führen · Unternehmer sein · sein eigenes Unternehmen haben · unternehmerisch tätig sein  ●  ↗selbstständig (sein)  Hauptform · (der) Chef sein  ugs.
  • Gewerbefreiheit · freies Unternehmertum

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeiter Arbeitnehmer Arbeitsgemeinschaft Bankier Bundesverband Freiberufler Führungskraft Gewerkschaft Gewerkschafter Handwerker Manager Politiker Verbraucher Wissenschaftler ausländisch befragt befreundet deutsch erfolgreich findig investieren jung mittel mittelständisch privat reich schwäbisch selbstständig selbständig türkisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Unternehmer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der außergewöhnliche Unternehmer hat Strukturen hinterlassen, die so sehr auf ihn ausgerichtet waren, dass Apple sich bis heute schwertut, sie weiterhin mit Leben zu füllen.
Die Zeit, 12.08.2013, Nr. 32
Derartig klare Ziele haben die meisten anderen Unternehmer noch nicht.
Die Welt, 10.01.2006
Vollends der kapitalistische Unternehmer ist ebenso appropriiert wie der »Monarch«.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 119
Von den scheinbar selbständigen Handwerkern haben offenbar nicht wenige tatsächlich für größere Unternehmer gearbeitet.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 20377
Seither sind zahlreiche neue Untersuchungen zu bedeutenden russischen Unternehmern und Fabrikanten erschienen, die die Diskussionslage außerordentlich verändert und vereinfacht haben.
Schlögel, Karl: Petersburg, München Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 11
Zitationshilfe
„Unternehmer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Unternehmer>, abgerufen am 25.08.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Unternehmenszusammenschluß
Unternehmenszusammenbruch
Unternehmensziel
Unternehmenszentrale
Unternehmenszahl
Unternehmerfamilie
unternehmerfreundlich
Unternehmergeist
Unternehmergewinn
Unternehmerinitiative