Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Unterschlupf, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Unterschlupf(e)s · Nominativ Plural: Unterschlupfe
Aussprache 
Worttrennung Un-ter-schlupf

Bedeutungsübersicht+

  1. Stelle zum Unterschlüpfen
    1. a) ...
    2. b) [umgangssprachlich, übertragen] verborgener, geheimer Zufluchtsort, Versteck für jmdn.
eWDG

Bedeutung

Stelle zum Unterschlüpfen
a)
Beispiele:
ein sicherer, warmer Unterschlupf
der Igel überwintert in seinem Unterschlupf, zieht sich in seinen Unterschlupf zurück
der Fuchs kam aus seinem Unterschlupf hervor
die kleine Höhle bot den Tieren Unterschlupf für die Nacht
umgangssprachlich Stelle, wo jmd. (vorübergehend) Schutz, Obdach findet
Beispiele:
vor dem Gewitter Unterschlupf suchen, einen Unterschlupf finden
die Hütte bot den Bergsteigern Unterschlupf für die Nacht
b)
umgangssprachlich, übertragen verborgener, geheimer Zufluchtsort, Versteck für jmdn.
Beispiele:
der Flüchtende fand bei Freunden einen sicheren Unterschlupf
jmd., etw. gewährt jmdm. Unterschlupf
das Gebirge bot den Verfolgten guten Unterschlupf
wo so viele Flüchtlinge … Unterschlupf suchen [ BrechtKaukas. Kreidekreis3]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlüpfen · schliefen · Schlupf · Durchschlupf · Unterschlupf · Schlüpfer · Schlupfloch · Schlupfwinkel
schlüpfen Vb. ‘sich gleitend (durch enge Öffnungen) fortbewegen, sich schnell und geschmeidig bewegen’, ahd. intsluphen ‘entkommen, entschwinden’ (9. Jh.), frühnhd. entslüpfen, mhd. slüpfen, slupfen, frühnhd. schlupfen ‘schlüpfen, schlürfen’, nhd. schlupfen und schlüpfen ist eine (Doppelkonsonanz aufweisende) Intensivbildung (germ. *slupp(j)an) zu dem im 17. Jh. aus der Literatursprache verschwundenen, heute nur noch in der Jägersprache üblichen stark flektierenden Verb schliefen ‘in den Fuchs- oder Dachsbau kriechen’, ahd. sliofan (9. Jh.), mhd. sliefen ‘gleiten, schlüpfen’, mnd. mnl. slūpen, nl. sluipen, aengl. slūpan, got. sliupan ‘schleichen, schlüpfen’ (germ. *sleupan), das sich (wie Schleife, Schlaufe, Schlucht, s. d.) mit lat. lūbricus ‘schlüpfrig, glatt, gleitend’ auf ie. *(s)leubʰ- ‘gleiten, schlüpfen’ zurückführen läßt, eine Labialerweiterung der Wurzel ie. *(s)leu- ‘gleiten, schlüpfen’ (wozu auch schlau, Schlauch, s. d.). – Schlupf m. ‘das Schlüpfen, enger Durchgang, Versteck, Schleife’, spätmhd. slupf ‘das Schlüpfen, Schlupfwinkel, Schlinge, Strick’, heute besonders Grundwort in Komposita wie Durchschlupf m. (um 1600), Unterschlupf m. (16. Jh.). Schlüpfer m. ‘etw., in das man hineinschlüpft, Muff’ (17. Jh.), ‘Damenunterhose’ (20. Jh.). Schlupfloch n. mhd. slupfloch. Schlupfwinkel m. ‘Versteck’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Banditennest · Nest (der Bande o.Ä.) · Räuberhöhle · Schlupfwinkel · Versteck · geheimes Lager  ●  Unterschlupf  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Unterschlupf‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Unterschlupf‹.

Verwendungsbeispiele für ›Unterschlupf‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Tiere suchten Schutz in der Hütte, denn für sie war draußen im Freien kein Unterschlupf da. [Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 468]
Der Mann, der ein neues Weltreich begründen wollte, fand zuerst Unterschlupf in Ägypten. [Die Zeit, 06.07.2006, Nr. 20]
Sogar in kommunistischen Medien fanden ehemals braune Propagandisten vereinzelt Unterschlupf. [Die Zeit, 08.12.2005, Nr. 50]
Ich fragte sie, ob sie bereit wäre, mir Unterschlupf zu gewähren, Sie war ohne Zögern sofort einverstanden. [Die Zeit, 18.11.1983, Nr. 47]
Dann sucht das Trio Unterschlupf in einer scheinbar verlassenen Hütte. [Süddeutsche Zeitung, 21.12.2004]
Zitationshilfe
„Unterschlupf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Unterschlupf>.

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