Unterschlupf, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Unterschlupf(e)s · Nominativ Plural: Unterschlupfe
Aussprache
WorttrennungUn-ter-schlupf (computergeneriert)
Grundformunterschlüpfen
eWDG, 1976

Bedeutung

Stelle zum Unterschlüpfen
a)
Beispiele:
ein sicherer, warmer Unterschlupf
der Igel überwintert in seinem Unterschlupf, zieht sich in seinen Unterschlupf zurück
der Fuchs kam aus seinem Unterschlupf hervor
die kleine Höhle bot den Tieren Unterschlupf für die Nacht
umgangssprachlich Stelle, wo jmd. (vorübergehend) Schutz, Obdach findet
Beispiele:
vor dem Gewitter Unterschlupf suchen, einen Unterschlupf finden
die Hütte bot den Bergsteigern Unterschlupf für die Nacht
b)
umgangssprachlich, übertragen verborgener, geheimer Zufluchtsort, Versteck für jmdn.
Beispiele:
der Flüchtende fand bei Freunden einen sicheren Unterschlupf
jmd., etw. gewährt jmdm. Unterschlupf
das Gebirge bot den Verfolgten guten Unterschlupf
wo so viele Flüchtlinge ... Unterschlupf suchen [BrechtKaukas. Kreidekreis3]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlüpfen · schliefen · Schlupf · Durchschlupf · Unterschlupf · Schlüpfer · Schlupfloch · Schlupfwinkel
schlüpfen Vb. ‘sich gleitend (durch enge Öffnungen) fortbewegen, sich schnell und geschmeidig bewegen’, ahd. intsluphen ‘entkommen, entschwinden’ (9. Jh.), frühnhd. entslüpfen, mhd. slüpfen, slupfen, frühnhd. schlupfen ‘schlüpfen, schlürfen’, nhd. schlupfen und schlüpfen ist eine (Doppelkonsonanz aufweisende) Intensivbildung (germ. *slupp(j)an) zu dem im 17. Jh. aus der Literatursprache verschwundenen, heute nur noch in der Jägersprache üblichen stark flektierenden Verb schliefen ‘in den Fuchs- oder Dachsbau kriechen’, ahd. sliofan (9. Jh.), mhd. sliefen ‘gleiten, schlüpfen’, mnd. mnl. slūpen, nl. sluipen, aengl. slūpan, got. sliupan ‘schleichen, schlüpfen’ (germ. *sleupan), das sich (wie ↗Schleife, ↗Schlaufe, ↗Schlucht, s. d.) mit lat. lūbricus ‘schlüpfrig, glatt, gleitend’ auf ie. *(s)leubʰ- ‘gleiten, schlüpfen’ zurückführen läßt, eine Labialerweiterung der Wurzel ie. *(s)leu- ‘gleiten, schlüpfen’ (wozu auch ↗schlau, ↗Schlauch, s. d.). Schlupf m. ‘das Schlüpfen, enger Durchgang, Versteck, Schleife’, spätmhd. slupf ‘das Schlüpfen, Schlupfwinkel, Schlinge, Strick’, heute besonders Grundwort in Komposita wie Durchschlupf m. (um 1600), Unterschlupf m. (16. Jh.). Schlüpfer m. ‘etw., in das man hineinschlüpft, Muff’ (17. Jh.), ‘Damenunterhose’ (20. Jh.). Schlupfloch n. mhd. slupfloch. Schlupfwinkel m. ‘Versteck’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Unterschlupf · ↗Unterstand · ↗Versteck · geheimes Lager  ●  ↗Schlupfwinkel  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufständische Bekannter Extremist Gewährung Höhle Hütte Kämpfer Nahrung Notunterkunft Obdachlose Partisan Pirat Scheune Terrorgruppe Terrorist Unterschlupf Verbrecher Versteck Verwandter aufspüren dienen erfinden gesucht gewähren ideal konspirativ provisorisch verfolgt verwandt währen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Unterschlupf‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Männer finden meist Unterschlupf bei ihren Müttern, wie es sich in Österreich gezeigt hat.
Die Welt, 10.02.2001
Die Schwestern sollen in einem belgischen Kloster Unterschlupf gefunden haben.
Süddeutsche Zeitung, 28.08.1995
Die Tiere suchten Schutz in der Hütte, denn für sie war draußen im Freien kein Unterschlupf da.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 468
Er zitterte und suchte mit den Augen nach einem Unterschlupf.
Frapan, Ilse: Arbeit. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5346
Wo er einmal Unterschlupf gefunden hatte, da mußte er bleiben.
Bergengruen, Werner: Der letzte Rittmeister, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1956 [1952], S. 12
Zitationshilfe
„Unterschlupf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Unterschlupf>, abgerufen am 19.02.2019.

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