Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Untertanengeist, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Untertanengeist(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Un-ter-ta-nen-geist
Wortzerlegung Untertan Geist1
eWDG

Bedeutung

abwertend untertänige, devote, kritiklose Haltung des Staatsbürgers gegenüber dem Obrigkeitsstaat
Beispiele:
der preußische Untertanengeist
Franz Mehring setzte sich dabei eingehend mit der reaktionären bürgerlichen Geschichtsschreibung auseinander, die das Preußentum […] verherrlichte, die Volksmasse verachtete, Untertanengeist predigte [ Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung4,190]

Thesaurus

Synonymgruppe
Duckmäuserei · Duckmäusertum · Untertanengeist
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Untertanengeist‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gerade deshalb hat mich der Untertanengeist, mit dem die orthografischen Anordnungen jetzt von vielen in vorauseilendem Gehorsam übernommen worden sind, so tief enttäuscht. [Die Welt, 28.07.2000]
Der Untertanengeist verbietet es, zu plündern und zu morden, wenn es von oben nicht abgedeckt ist. [Die Welt, 01.02.2000]
Nie aufgearbeiteter Untertanengeist wütete in meinem Innern, allein dieser Beitrag öffnete mir "ein Stück weit" die Augen. [Die Zeit, 13.09.1996, Nr. 38]
Es ist also offenbar zu Ende mit dem Untertanengeist, den Ihre Fahndungsbeamten dem Volk beibringen wollten. [Die Zeit, 17.06.1954, Nr. 24]
Regeln‑Lernen hat mit der Förderung von Untertanengeist nichts zu tun. [Süddeutsche Zeitung, 05.08.2000]
Zitationshilfe
„Untertanengeist“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Untertanengeist>.

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