Unterzeichnung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Unterzeichnung · Nominativ Plural: Unterzeichnungen
Aussprache 
Worttrennung Un-ter-zeich-nung
Wortzerlegung unterzeichnen-ung
Wortbildung  mit ›Unterzeichnung‹ als Letztglied: ↗Vertragsunterzeichnung
Wahrig und ZDL

Bedeutungen

1.
das Unterzeichnen (eines Schriftstücks), Bestätigen durch Unterschrift
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die geplante, baldige, endgültige, bevorstehende, rasche Unterzeichnung; die feierliche, offizielle Unterzeichnung
als Akkusativobjekt: die Unterzeichnung verweigern, ablehnen, begrüßen, ankündigen, bekanntgeben, fordern
in Präpositionalgruppe/-objekt: Tage, Monate, Jahre nach der Unterzeichnung; zur Unterzeichnung kommen, führen; vor der Unterzeichnung stehen; mit der Unterzeichnung enden
mit Genitivattribut: die Unterzeichnung eines (Staats-)Vertrags, (Friedens-)Abkommens, Protokolls, Dokuments, Gesetzes, Waffenstillstands; die Unterzeichnung einer Vereinbarung
hat Präpositionalgruppe/-objekt: die Unterzeichnung von Abkommen, Verträgen, Dokumenten, Gesetzen; die Unterzeichnung durch den (Bundes-)Präsidenten
Beispiele:
Anders als bei einer öffentlichen Auktion, bei der die Gebote für die Kaufinteressenten bindend sind, geht der Verkäufer allerdings bis zur Unterzeichnung des Kaufvertrags das Risiko ein, dass es sich der Käufer doch noch anders überlegt. [Neue Zürcher Zeitung, 03.06.2017]
»Wenn alle Unterschriften vorlagen, dann haben die Mitarbeiter auch die Verträge mitbekommen«, sagte ein Konzernsprecher. Notwendig dafür seien drei Unterzeichnungen, zwei aus dem Unternehmen und die des Arbeitnehmers. [Die Welt, 03.02.2015]
Zugleich gab es Verhandlungen über das Ende des Moratoriums, die zur Unterzeichnung des Abkommens am Montag führten. [Der Standard, 20.02.2012]
Am 24. Dezember erklärte der Volkskongreß das geheime Zusatzprotokoll zum Hitler‑Stalin‑Pakt von 1939 für ungültig, und zwar »vom Moment der Unterzeichnung an« – nun fordern die drei baltischen Republiken ihre Selbständigkeit zurück[…]. [Der Spiegel, 08.01.1990, Nr. 2]
Dieses Abkommen tritt am Tage seiner Unterzeichnung in Kraft und soll für die Dauer eines Jahres in Kraft bleiben. [o. A.: Materialien und Dokumente. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 228]
2.
Malerei (mit Stift, Kohle oder Pinsel aufgebrachte und von später aufgetragenen Farbschichten überdeckte) Entwurfszeichnung für die Bildkomposition eines Gemäldes
Beispiele:
Mit nachlassender Deckkraft der Farben trat die Unterzeichnung der Gemälde wieder hervor, die vermuten ließ, daß Watteau seine Kompositionen auf der grundierten Leinwand entworfen hatte. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2005]
Durch Abtragen von Übermalungen aus dem zwanzigsten Jahrhundert und eine Röntgenuntersuchung der alten Unterzeichnungen konnte der eine fast abstrakte Bildkomposition dominierende Heilige eindeutig Boschs eigener Pinselführung zugeordnet werden. [Welt am Sonntag, 21.02.2016, Nr. 8]
Mit Hilfe von Neutronenscannern, Infrarot‑ und UV‑Strahlen untersucht er Gemälde, um, bevor zum Beispiel restauriert wird, Unterzeichnungen sichtbar zu machen, Farbschichten voneinander abzugrenzen. [Süddeutsche Zeitung, 30.03.2012]
Kaum zu glauben, wie groß die Unterschiede zwischen Dürers berühmtem Selbstbildnis und der Unterzeichnung sind, also jener Zeichnung, die heute vom endgültigen Gemälde verdeckt wird. [Süddeutsche Zeitung, 03.08.2011]
Bis heute ist nicht klar, ob es sich bei der Tafel um die Unterzeichnung eines unvollendeten Gemäldes handelt oder ob der zeichnerische Charakter und die Monochromie Darstellungsabsicht ist. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2002]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zeichnen · Zeichner · zeichnerisch · Zeichnung · auszeichnen · ausgezeichnet · Auszeichnung · bezeichnen · Bezeichnung · unterzeichnen · Unterzeichnung · verzeichnen · Verzeichnis
zeichnen Vb. ‘mit einem Zeichen versehen, kenntlich machen, (durch Striche) bildlich wiedergeben’, ahd. zeihhanen ‘kennzeichnen, bezeichnen, anzeigen, Wunder tun’ (8. Jh.), mhd. zeichen(en) ‘mit einem Zeichen versehen, (be)zeichnen, aufschreiben, verzeichnen, anzeigen’, asächs. tēknian, mnd. tēken(en), mnl. tēkenen, teikenen, nl. tekenen ‘zeichnen’, aengl. tǣcnan ‘bezeichnen’ (daraus durch Schwund des stammhaften -n- aengl. tǣcan ‘zeigen, erklären, lehren’, engl. to teach ‘unterrichten’), anord. teikna ‘Zeichen geben, bezeichnen’, schwed. teckna ‘zeichnen’, got. taiknjan ‘zeigen’ und ahd. zeihhanōn ‘bezeichnen, bezeugen’ (9. Jh.), aengl. tācnian, tǣcnian ‘kennzeichnen, anzeigen’ sind jan- bzw. ōn-Ableitungen von dem unter ↗Zeichen (s. d.) behandelten germ. Substantiv. Als frühe Bedeutung ist anzusetzen ‘mit Zeichen versehen’; dazu tritt bald ‘mit einem Zeichen ausdrücken, anzeigen, nachbilden’, woraus (spätmhd.) ‘niederschreiben’ und ‘in Linien, Strichen (künstlerisch) gestalten’ (16. Jh.), dann auch ‘seine Unterschrift unter ein Schriftstück setzen, unterschreiben’ (seit dem 17. Jh. in der Kaufmannssprache, sonst meist unterzeichnen, s. unten). Zeichner m. ‘wer (künstlerische, technische) Zeichnungen anfertigt’ (um 1600), älter ‘wer etw. mit einem Zeichen versieht’ (16. Jh.); vom Substantiv mhd. zeichen ‘Wunder’ ist abgeleitet mhd. zeichenære ‘wer Zeichen und Wunder tut, Wundertäter’, an ahd. zeihhan schließt sich an ahd. zeihhanāri ‘Träger des Feldzeichens, Bannerträger’ (11. Jh.). zeichnerisch Adj. ‘das Zeichnen betreffend’ (17. Jh.). Zeichnung f. ‘vorwiegend in Strichen, Linien ausgeführte bildliche Darstellung, natürliche, in einem bestimmten Muster verteilte Färbung bei Tieren und Pflanzen’ (17. Jh.); vgl. ahd. zeihhanunga (um 800), mhd. zeichenunge ‘Bezeichnung, Kennzeichnung’. auszeichnen Vb. ‘mit einem Zeichen versehen, prämieren’, (reflexiv) ‘sich durch besondere Kennzeichen unterscheiden, sich (aus einer Menge) herausheben’, mhd. ūʒzeichenen ‘kennzeichnen, anmerken, auswählen’; ausgezeichnet Part.adj. ‘hervorragend, vorzüglich’ (18. Jh.); Auszeichnung f. ‘Preisangabe, Hervorhebung, Ehrung, Orden, Titel’ (18. Jh.), zuvor (vereinzelt) ‘das Auswählen’ (15. Jh.). bezeichnen Vb. ‘durch Zeichen kenntlich machen, markieren, (be)nennen, charakterisieren’, ahd. bizeihhanen, bizeihhanōn (9. Jh.), mhd. bezeichenen ‘bildlich vorstellen, mit einem Zeichen ausdrücken, bedeuten’; Bezeichnung f. ‘das Kenntlichmachen, Kennzeichnung, Benennung’, ahd. bizeihhanunga (11. Jh.), mhd. bezeichenunge ‘Vorzeichen, Symbol, Bedeutung’. unterzeichnen Vb. ‘(ein Schriftstück) mit seinem Namen unterschreiben’, eigentlich ‘sein (Namens)zeichen unter etw. setzen’; Unterzeichnung f. (beide 16. Jh.). verzeichnen Vb. ‘schriftlich festhalten, aufführen, falsch, in unzutreffenden Formen zeichnen’, übertragen ‘falsch oder übertrieben darstellen, entstellen’; Verzeichnis n. ‘Zusammenstellung in Form einer Liste, Aufstellung, Register’ (beide 15. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Unterzeichnung‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Unterzeichnung‹.

Zitationshilfe
„Unterzeichnung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Unterzeichnung>, abgerufen am 20.01.2021.

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