Untiefe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Untiefe · Nominativ Plural: Untiefen
Aussprache
WorttrennungUn-tie-fe (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
seichte, flache Stelle in einem Gewässer
Beispiele:
die Baken zeigen Untiefen an
das Schiff geriet in eine Untiefe
eine Untiefe durchwaten
2.
abgrundartige, sehr große Tiefe in einem Gewässer
Beispiel:
die Untiefen unweit des Ufers machten das Baden gefährlich
gehoben, übertragen unergründlicher Bereich, Abgrund
Beispiele:
die Untiefen ihres Wesens [Feuchtw.Goya632]
Ein gutes Stück braucht viele Untiefen, undurchsichtige Stellen [BrechtSchriften z. Theater1,116]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Untiefe f. (mit verneinendem un-) ‘seichte Stelle, Sandbank’, ahd. untiufī (10. Jh.), mnd. undēpe; vgl. mhd. intiefe; (mit steigerndem un-) ‘besonders tiefe Stelle, Abgrund’ (Ende 18. Jh.). S. ↗tief.

Thesaurus

Synonymgruppe
Sandbank · Untiefe · seichte Stelle
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Furt · Untiefe
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgrund Klippe Ozean Riff Sandbank Seele Stromschnelle Strudel Strömung Tiefe Verrat ausleuchten ausloten charakterlich dramaturgisch erkunden fischen hinweghelfen hinwegtragen lauern lotsen manövrieren seelisch seicht steuern stranden tückisch umschiffen verirren versinken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Untiefe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aus den politischen Untiefen ist er noch lange nicht heraus.
Die Zeit, 17.07.2003, Nr. 30
Zu guter Letzt haben wir uns auch noch in die Untiefen jenseits fester Standards gewagt.
C't, 2001, Nr. 17
Für ihn durfte die Kunst nicht in solche Untiefen des »Schrecklichen« hinuntersteigen.
Steiner, Rudolf: Mein Lebensgang, Eine nicht vollendete Autobiographie. In: Oliver Simons (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 31107
Bis dahin wird die Schiffahrt wegen der vielen Untiefen wohl auch auf den Tag beschränkt bleiben.
Peters, Carl: Im Goldland des Altertums, München: Lehmann 1902, S. 13
Eine große Anzahl Kriegsboote aber lauerte versteckt im hohen Schilf über der Untiefe.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 941
Zitationshilfe
„Untiefe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Untiefe>, abgerufen am 17.12.2018.

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