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Unvereinbarkeit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Unvereinbarkeit · Nominativ Plural: Unvereinbarkeiten
Aussprache  [ˌʊnfɛɐ̯ˈʔaɪ̯nbaːɐ̯kaɪ̯t] · [ˈʊnfɛɐ̯ˌʔaɪ̯nbaːɐ̯kaɪ̯t]
Worttrennung Un-ver-ein-bar-keit
Wortzerlegung unvereinbar -keit
Wahrig und DWDS

Bedeutungen

1.
mit etw. anderem nicht in Einklang zu bringende Beschaffenheit; mangelnde Übereinstimmung
Grammatik: Plural selten
in gegensätzlicher Bedeutung zu Vereinbarkeit (1)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die grundsätzliche, offensichtliche, scheinbare Unvereinbarkeit
als Akkusativobjekt: die Unvereinbarkeit [von etw.] feststellen, sehen
in Präpositionalgruppe/-objekt: an der Unvereinbarkeit [von etw.] scheitern; auf die Unvereinbarkeit [von etw.] hinweisen
mit Genitivattribut: die Unvereinbarkeit der Standpunkte, Interessen
hat Präpositionalgruppe/-objekt: die Unvereinbarkeit von Amt und Mandat, von Familie und Beruf
Beispiele:
Laut Mazumder ist die Unvereinbarkeit von Familie und Beruf eine der wichtigsten Ursachen für den geringen Frauenanteil in Führungspositionen. [Neue Zürcher Zeitung, 18.04.2013]
Ein früheres Gesetz hatte das Bundesverfassungsgericht im Juli 2005 wegen Unvereinbarkeit mit dem Grundgesetz aufgehoben. [Die Welt, 12.07.2007]
»Wegen der genetischen Unvereinbarkeiten könnte die Fortpflanzung zwischen Neandertalern und frühen Menschen weniger erfolgreich gewesen sein als innerhalb der beiden Gruppen.« [Die Zeit, 07.04.2016 (online)]
Der SDS (= Sozialistischer Deutscher Studentenbund) war der SPD zu links geworden, die am 6. November 1961 die Unvereinbarkeit einer gleichzeitigen Mitgliedschaft feststellte. [Der Spiegel, 07.04.2008 (online)]
Bei der Unvereinbarkeit der beiderseitigen Standpunkte [zwischen Patriziern und Plebejern] schien ein Kompromiß kaum möglich, und noch um 218 war eine Lösung nicht abzusehen. [Hoffmann, Wilhelm: Roms Aufstieg zur Weltherrschaft. In: Propyläen Weltgeschichte. Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 8820]
2.
gegensätzliche oder widersprüchliche Sachverhalte, Standpunkte o. Ä., die nicht miteinander vereinbar sind
Grammatik: nur im Plural
in gegensätzlicher Bedeutung zu Vereinbarkeit (2), siehe auch Gegensätzlichkeit
Beispiele:
Trotz aller Unterschiede, Verständigungsschwierigkeiten und kulturellen Unvereinbarkeiten entstanden Freundschaften zwischen Betreuern und Betreuten [Geflüchteten]. [Süddeutsche Zeitung, 25.08.2016]
Liberale plädieren für ein flächendeckendes Netz an Tagesschulen, um wenigstens die grössten Unvereinbarkeiten von Beruf und Kindern zu minimieren. [Neue Zürcher Zeitung, 27.02.2015]
[…]Ohne jede Verwischung der fortbestehenden Gegensätzlichkeiten und Unvereinbarkeiten bieten die Gesprächsergebnisse Perspektiven für einen friedensfördernden Wettbewerb unterschiedlicher Gesellschaftsordnungen.[…] [Neues Deutschland, 01.09.1987]
Aber hinter der vermeintlichen Übereinstimmung in den großen Linien verbargen sich die alten Unvereinbarkeiten. [Die Zeit, 27.01.1986]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Gegensätzlichkeit · Unvereinbarkeit · Widerspruch  ●  Antinomie  fachspr. · Falsum  fachspr. · Kontradiktion  fachspr.
Synonymgruppe
Inkongruenz · Unvereinbarkeit
Assoziationen
Synonymgruppe
Inkompatibilität · Unvereinbarkeit · Unverträglichkeit

Typische Verbindungen zu ›Unvereinbarkeit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Unvereinbarkeit‹.

Zitationshilfe
„Unvereinbarkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Unvereinbarkeit>.

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