Unwägbarkeit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Unwägbarkeit · Nominativ Plural: Unwägbarkeiten
Worttrennung Un-wäg-bar-keit
Wortzerlegung unwägbar-keit
Wahrig und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
Eigenschaft einer Entwicklung oder in der Zukunft liegender Umstände, schwer voraussagbar zu sein; Unberechenbarkeit
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: etw. birgt Unwägbarkeiten
in Präpositionalgruppe/-objekt: etw. ist mit Unwägbarkeit behaftet, verbunden
mit Genitivattribut: die Unwägbarkeit des Alltags, des Marktes, des Schicksals, des Wetters, der Zukunft
Beispiele:
»Wie die Politik wirklich aussieht, die er am Ende führt, weiß keiner«, wies er auf die Unwägbarkeit bezüglich Trumps politischen Kurses hin. [Der Standard, 21.11.2016]
Die wirtschaftliche Entwicklung birgt […] viele Unwägbarkeiten. [Neue Zürcher Zeitung, 25.02.2015]
Das »Ja«, das sich die Eheleute geben, ist ein »Ja« in eine Zukunft voller Ungewißheit und Unwägbarkeit. [Bild, 09.10.2004]
Das Wohlbehagen der Freizeitgesellschaft wird durch die Unwägbarkeit der Natur nicht gestört. [Frankfurter Rundschau, 17.03.1999]
Weiterhin birgt der prozeßhafte Verlauf psychischer Krankheit für Planung und Durchführung rehabilitativer Maßnahmen ein hohes Maß an Unwägbarkeit […]. [Schubert, Andreas u. Bungard, Walter: Rehabilitation. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 2958]
Überlassen wir es der Unwägbarkeit des Schicksals, diese Ausgabe der »Berliner Zeitung« auch in die Hände derer zu bringen, denen die sehnsüchtigen Gedanken gelten, die sich in der vor uns liegenden Kriegsgefangenenpost widerspiegeln. [Berliner Zeitung, 15.11.1946]
2.
(zukünftiges) Geschehen, das nicht eingeschätzt oder sicher vorausgesagt werden kann (als Unsicherheitsfaktor)
Grammatik: meist im Plural
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: geopolitische, konjunkturelle, rechtliche Unwägbarkeiten
in Koordination: Unwägbarkeiten und Risiken
als Aktivsubjekt: Unwägbarkeiten bleiben
Beispiele:
Für 2008 wagte der Verband wegen großer politischer Unwägbarkeiten keine Prognose. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2006]
Es ist doch gerade der Sinn eines Pilotprojekts, Unwägbarkeiten auszukundschaften. [Süddeutsche Zeitung, 14.06.1994]
Schon im Frühherbst 1933 war die kirchenpolitische Lage wieder unübersichtlich und von vielen Unwägbarkeiten bestimmt. [Nowak, Kurt: Kirche und Religion. In: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1997], S. 464]
Weitere Unwägbarkeiten der Reform sind die Entwicklungen auf dem Devisen‑ und Kapitalmarkt. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1985]]
Aber eine politische Handlung, eine politische Situation ist eine so komplizierte und mit so vielen Unwägbarkeiten verbundene Sache, daß man sich hineinarbeiten muß und nicht mit vorgefaßten, kleinlichen oder oberflächlichen Vorstellungen an sie herangehen kann. [Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 393]

Thesaurus

Synonymgruppe
Chance · ↗Eventualität · ↗Möglichkeit · ↗Risiko · Unwägbarkeit
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Unberechenbarkeit · ↗Unsicherheit · ↗Unsicherheitsfaktor · Unwägbarkeit  ●  ↗Imponderabilien  geh. · ↗Imponderabilität  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Unwägbarkeit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Unwägbarkeit‹.

Zitationshilfe
„Unwägbarkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Unw%C3%A4gbarkeit>, abgerufen am 20.09.2020.

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