Unwetter, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Unwetters · Nominativ Plural: Unwetter
Aussprache 
Worttrennung Un-wet-ter
Wortzerlegung un-Wetter
Wortbildung  mit ›Unwetter‹ als Erstglied: ↗Unwettergebiet · ↗Unwettergeschädigte · ↗Unwetterkatastrophe · ↗Unwetterschaden · ↗Unwetterwarnung

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. (von Blitz und Donner begleiteter) heftiger Sturm, Regen
  2. 2. [umgangssprachlich, übertragen] Zornausbruch, sehr heftige Schelte
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
(von Blitz und Donner begleiteter) heftiger Sturm, Regen
Beispiele:
ein schweres, starkes, tobendes, furchtbares, verheerendes Unwetter
ein Unwetter brach los, entlud sich
das Unwetter richtete großen Schaden an, zerstörte die ganze Ernte
die Gegend wurde von heftigen Unwettern heimgesucht
die Wanderer wurden von einem Unwetter überrascht
2.
umgangssprachlich, übertragen Zornausbruch, sehr heftige Schelte
Beispiele:
als er die Schulaufgaben wieder nicht gemacht hatte, brach das Unwetter über ihn los
In dem Antlitz meines Vaters sah ich ein gewisses lustiges Augenzwinkern, das mir Hoffnung machte, es werde das Unwetter diesmal so an mir vorüberziehen [ StormPole Poppensp.4,66]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ungewitter · Unwetter
Ungewitter n. ‘heftiges Unwetter’, ahd. ungiwitiri n. (9. Jh.), mhd. ungewitere, ungewit(t)er, asächs. ungiwideri, mnd. ungewēder, mnl. onghewēder(e), aengl. ungiwidere. Mit in verstärkendem Sinne gebrauchtem Präfix ↗un- (s. d.) gebildet zu den unter ↗Gewitter (s. d.) angegebenen Formen. Übertragener Gebrauch für tumultuarisches Geschehen und für Gefühlsausbrüche begegnet seit ahd. Zeit. Vgl. entsprechend gebildetes Unwetter n. ‘böses Wetter, üble Witterung’, ahd. unwitiri (8. Jh.), mhd. unwet(t)er, mnd. unwedder, unwēder, mnl. onwēder, nl. onweder, aengl. unweder, engl. unweather, afries. unweder, anord. ōveðr n., ōveðran, ōveðrātta f., schwed. oväder (s. ↗Wetter). Im 18. Jh. wird Unwetter in der dt. Literatursprache von Ungewitter verdrängt, jedoch im 19. Jh. wieder aufgenommen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Blitz und Donner (und Regen) · ↗Gewitter · Unwetter  ●  ↗Ungewitter  süddt. · ↗Donnerwetter  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Unwetter‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Unwetter‹.

Verwendungsbeispiele für ›Unwetter‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach dem verheerenden Unwetter ist für viele von ihnen Hilfe noch dringender nötig.
Süddeutsche Zeitung, 17.04.2000
Dieses Haus ist kein bloßes "Dach über dem Kopf", zum Schutz vor Unwetter.
Der Tagesspiegel, 01.01.2000
Nur über den Rücken herein scheint das Unwetter nie zu kommen.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 156
Im Unwetter verfolgt sie die Spuren des verwüsteten Weges durch den Wald.
Meisel-Hess, Grete: Die Intellektuellen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 10964
Sie wußte dem Unwetter zu trotzen und das Reich am Leben zu erhalten.
Seston, William: Verfall des Römischen Reiches im Westen. Die Völkerwanderung. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 21017
Zitationshilfe
„Unwetter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Unwetter>, abgerufen am 31.10.2020.

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