Ur, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ur(e)s · Nominativ Plural: Ure
Aussprache
eWDG, 1976

Bedeutung

Auerochse
Beispiel:
Verbreitet war der Ur einstmals über ganz Europa, Mittel- und Vorderasien sowie Afrika nördlich der Sahara, wo er bis in die geschichtliche Zeit hinein gelebt hat [BrehmTierleben4,367]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Auerochse · Ur
Auerochse m. ausgestorbenes europäisches Wildrind von beträchtlicher Größe, Kraft und Schnelligkeit, ahd. ūro (um 900), mhd. ūr, ūre, aengl. ūr, anord. ūrr, daneben die verdeutlichenden Zusammensetzungen ahd. ūrohso (um 1100) und ūr(h)rind (10. Jh.). Die Herkunft von germ. *ūr- ist nicht mit Sicherheit anzugeben. Wahrscheinlichkeit ist von einer ursprünglichen Bedeutung ‘Befeuchter, Besamer’ auszugehen und Verwandtschaft mit anord. ūr ‘Feuchtigkeit, Regen’, lat. ūrīna ‘Harn’, aind. várṣati ‘regnet’ (und wohl auch ‘stößt Samen aus’), vṛ́ṣā ‘Mann, männliches Tier (Stier, Roß u. a.)’, vṛṣabhá- ‘Mann, Stier, Besamer’ anzunehmen. Die zugrundeliegende Wurzelerweiterung mit Liquida ie. *aur-, *u̯ē̌r-, *ūr- ‘Wasser, Regen, Fluß’ führt auf die gleiche Wurzel ie. *au- ‘benetzen, befeuchten, fließen’ wie die unter ↗Wasser (s. d.) dargestellte Dentalerweiterung ie. *aud-, *u̯ed-, *ū̌d-. Im 18. Jh. wird Ur m. neben Auerochse wieder ins Nhd. aufgenommen, erscheint zunächst in poetischer Sprache (Klopstock) und geht im 19. Jh. in den allgemeinen Sprachgebrauch über.

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Auerochs · ↗Auerochse · Ur
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Our  ●  Ur  veraltet
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dynastie König Königsgrab Reich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ur‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ur ist der Wald, Ur die Zeit und Ur die Kunde.
Süddeutsche Zeitung, 24.05.2002
So gelang es vor vielen Jahren, ein Rind mit dem Aussehen eines Urs zu züchten.
Die Zeit, 13.09.1991, Nr. 38
Äußerst großzügig hat er anscheinend in Ur geplant, doch konnte er die Bauten nicht vollenden.
Soden, Wolfram von: Der Nahe Osten im Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 17905
Das letzte sumerische Reich von Ur war, wie wir sahen, kein Großreich im eigentlichen Sinn.
Soden, Wolfram von: Sumer, Babylon und Hethiter bis zur Mitte des zweiten Jahrtausends v. Chr. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 9305
Die Hörner sind nicht wie beim Ur nach vorn, sondern seitwärts herausgebogen und bedeutend kürzer.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 140
Zitationshilfe
„Ur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ur>, abgerufen am 21.04.2019.

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