Urahn, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Urahns/Urahnes/Urahnen · Nominativ Plural: Urahnen
WorttrennungUr-ahn
Wortzerlegungur-Ahn
eWDG, 1976

Bedeutung

ältester Vorfahr
süddeutsch, österreichisch Urgroßvater
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ahn · Ahne · Ahnherr · Ahnfrau · Urahn · Ahnenkult
Ahn m. ‘Vorfahr’, ahd. ano (9. Jh.), mhd. an(e), ene, mnd. āne ‘Vorfahr, Großvater, Urgroßvater’. Das im germ. Sprachbereich nur im Dt. gebräuchliche Wort hat eine vereinzelte Entsprechung in dem Kompositum mnl. aenhete ‘(Ur)großvater’; außergerm. Verwandte sind griech. annís (ἀννίς) ‘Großmutter’, lat. anna ‘Pflegemutter’, anus ‘alte Frau, Greisin’, so daß sich eine Wurzel ie. *an- ‘männlicher oder weiblicher Vorfahr’ erschließen läßt, wohl ein Lallwort der Kindersprache. Eine Deminutivbildung zu Ahn ist ↗Enkel (s. d.). Ahne f. ‘(Ur)großmutter’, ahd. ana (9./10. Jh.), mhd. ane. Ahnherr m. ‘Stammvater eines Geschlechts, Vorfahr’, mhd. anherre. Ahnfrau f. mhd. anvrou(we). Urahn m. ‘männlicher Vorfahr, Urgroßvater’, ahd. urano (Hs. 12. Jh.), mhd. urane, urene. Ahnenkult m. ‘kultische Verehrung der Vorfahren’ (Ende 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ahn · Altvorderer · Urahn · ↗Vorfahr · ↗Vorfahre
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Ahn · ↗Ahne · ↗Ahnherr · ↗Begründer · ↗Gründer · ↗Stammvater · Urahn · ↗Vorläufer
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Affe Ahn Hauspferd Hund Menschheit Steinzeit Säugetier Vogel abstammen berühmt geistig gemeinsam legendär wandern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Urahn‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schließlich sei der laut vieler Sagen der heilige Urahn beider Völker.
Die Zeit, 19.04.2010, Nr. 16
Schließlich verdanken ja deren Teddys ihren Namen dem Rooseveltschen Urahn.
Der Tagesspiegel, 27.10.2002
Statt seiner aber redete mein Lehrer in unerwartet scharfem Tone auf den Urahn ein.
Nossack, Hans Erich: Nekyia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1961 [1947], S. 79
Kein Urahn hilft ihm, kein Kind, keine Geschichte und kein Ruhm.
Heimpel, Hermann: Der Mensch in seiner Gegenwart. In: ders., Der Mensch in seiner Gegenwart, Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht 1957 [1951], S. 24
Der Urahn des heutigen Goldbären war damals noch etwas größer und auch schlanker als seine Enkel.
Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 170
Zitationshilfe
„Urahn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Urahn>, abgerufen am 19.04.2019.

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