Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Urkunde, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Urkunde · Nominativ Plural: Urkunden
Aussprache 
Worttrennung Ur-kun-de
eWDG

Bedeutung

rechtskräftige, schriftliche Aufzeichnung, die etw. bekundet, erklärt, Dokument
Beispiele:
echte, gefälschte Urkunden
eine standesamtliche, notarielle Urkunde
eine Urkunde (über etw.) ausstellen, ausfertigen
öffentlich beglaubigte Urkunden
dieser Wissenschaftler hat die Sprache in den Urkunden der dänischen Königskanzlei untersucht
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Urkunde · beurkunden · urkundlich
Urkunde f. ‘rechtskräftiges amtliches Schriftstück, Dokument, Beweisstück’. Das nur im Dt. und Nl. begegnende Substantiv ahd. urkundī f. (8. Jh.), überwiegend urkundi n. (um 800) ‘Zeugnis, Bezeugung, Anzeichen’, mhd. urkünde, urkunde n. f. ‘(schriftliches) Zeugnis, Beweis, Bekundung, Kennzeichen, (An)zeichen’, mnd. ōrkunde, mnl. o(o)rconde, nl. oorkonde steht neben dem unter erkennen (s. d.) behandelten Verb, so daß von einer Bedeutung ‘(Er)kenntnis’ auszugehen ist; aus rechtssprachlichem Gebrauch ‘Beweis, Zeugnis’ entwickelt sich der heute übliche Sinn (15. Jh.). beurkunden Vb. ‘durch eine Urkunde bestätigen, beglaubigen’, mhd. beurkunden, für älteres ahd. urkunden (8. Jh.), urkundōn (9. Jh.), mhd. urkünden, urkunden ‘bezeugen, einen richterlichen Ausspruch urkundlich mitteilen’. urkundlich Adj. ‘durch ein Urkunde bezeugt, beglaubigt, dokumentarisch’ (16. Jh.), zuvor bereits ahd. urkundlīhho Adv. ‘zuverlässig bezeugt’ (10. Jh.); vgl. mhd. urkundic.

Thesaurus

Synonymgruppe
Beleg · Dokument · Unterlage · Urkunde · amtliches Papier · offizielles Schreiben  ●  Schriftstück  Hauptform · Archivale  fachspr., Jargon
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Assoziationen
Synonymgruppe
Akte · Urkunde  ●  (der) Akt  österr., süddt. · Dossier  schweiz.

Typische Verbindungen zu ›Urkunde‹ (berechnet)

Abtei Aushändigung Dokumentenbuchs Jhds Karolinger Markgraf Stadtarchiv Vogt aufbewahrt ausgefertigt ausgestellt babylonisch beglaubigt bezüglich datiert entgegennehmen enthaltend fälschen gefälscht gerahmt notariell unecht ungedruckt unterzeichnet vergilbt verlesen Übergabe Überreichung überreichen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Urkunde‹.

Verwendungsbeispiele für ›Urkunde‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Wechsel ist eine Urkunde mit gesetzlich genau festgelegter Form. [Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 149]
Sie lassen ihre Gesetze, ihre Urkunden, ihre Briefe lateinisch abfassen. [Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 27]
Inzwischen war der tiefere Sinn dieser historischen Urkunde etwas klarer zutage getreten. [Morgan, Edmund S.: Die Amerikanische Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 16019]
Mit dem Beweiswert dieser Urkunden habe ich mich bereits beschäftigt. [o. A.: Einhundertsechsundachtzigster Tag. Donnerstag, 25. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 18257]
Auf jeden Fall habe damals niemand die Urkunde sehen wollen. [Die Zeit, 25.10.1996, Nr. 44]
Zitationshilfe
„Urkunde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Urkunde>.

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