Urne, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Urne · Nominativ Plural: Urnen
Aussprache
WorttrennungUr-ne
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Urne‹ als Erstglied: ↗Urnenbeisetzung · ↗Urnenfriedhof · ↗Urnengrab · ↗Urnengänger · ↗Urnenhain
 ·  mit ›Urne‹ als Letztglied: ↗Abstimmungsurne · ↗Wahlurne
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Gefäß zur Aufnahme der Asche eines Toten
Beispiele:
die Beisetzung der Urne
Er, dessen Asche in dieser Urne ruht [Benn1,409]
historisch Gefäß zur Aufnahme der Grabbeigaben
Beispiel:
bei den Ausgrabungen stieß man auf Urnen
2.
geschlossener, mit einem Schlitz versehener Behälter, durch den der Wähler seinen Stimmzettel einwirft, Wahlurne
Beispiele:
die Urne aufstellen
er tritt zum ersten Mal an die Urne (= er nimmt zum ersten Mal an einer Wahl teil)
hier mußte jeder Bürger, der das einundzwanzigste Lebensjahr erreicht hatte, zur Urne gehen, wollte er nicht eine Geldstrafe von zwei Pfund entrichten [CramerKonzessionen387]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Urne f. ‘Gefäß zur Aufbewahrung der Totenasche’ (2. Hälfte 16. Jh., anfangs auch in lat. Form), allgemein ‘Behälter, (Wasser)krug, Gefäß’ (Anfang 17. Jh.), ‘Behälter für Stimmzettel’ bei Wahlen (1. Hälfte 19. Jh.), entlehnt aus lat. urna ‘Wasserkrug, Topf, Lostopf, Aschenkrug’, auch ein Flüssigkeitsmaß, woraus die frühere Entlehnung (über Südtirol) mhd. ürn, frühnhd. auch Urn, das sich als regionale (bair. südostd. südtirol.) Bezeichnung für ein (besonders für Wein verwendetes) Flüssigkeitsmaß bis ins spätere 19. Jh. hält.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Asche Beisetzung Friedhofszwang Nachttopf Sarg Sarkophag Stammwähler Stimmberechtigte Stimmkarte Stimmzettel Totenasche Verstorbene Wahlberechtigte Wahlkabine Wahlschein Wahltag Wahlzettel Wähler Zettel abbaubar aufbewahren beerdigen beisetzen bestatten fernbleiben schreiten tönern versiegeln Überrest überführen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Urne‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch beim letzten Mal waren die Befürworter in der Überzahl, doch viele gingen nicht an die Urne.
Süddeutsche Zeitung, 17.10.2002
Als sie es öffnete, hielt sie seine Urne in den Händen.
Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 118
Aber ein Sieg im Fernsehen ist noch kein Sieg an der Urne.
Die Zeit, 30.09.1960, Nr. 40
Nachher, beim Aufheben und Heraustragen, entdeckt man die kleine Urne.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1942. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1942], S. 147
Ein Teil des großen Parkes war von einem Gitter umfriedet und bestimmt worden, die Urne zu bergen.
Meisel-Hess, Grete: Die Intellektuellen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 10964
Zitationshilfe
„Urne“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Urne>, abgerufen am 14.10.2019.

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