Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Ursprung, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ursprung(e)s · Nominativ Plural: Ursprünge
Aussprache 
Worttrennung Ur-sprung
Wortbildung  mit ›Ursprung‹ als Erstglied: Ursprungsgebiet · Ursprungsland · Ursprungsort · Ursprungssinn · Ursprungszeugnis
eWDG

Bedeutungen

1.
Beginn, Anfang, Ausgangspunkt
Beispiele:
der Ursprung des Lebens
der Ursprung dieser Bräuche ist dunkel
eine Entwicklung bis zu ihren Ursprüngen zurückverfolgen
etw. von seinem Ursprung her verstehen wollen
ein Fremdwort romanischen Ursprungs (= romanischer Herkunft)
Engels legte besonderen Wert darauf, den im Bund der Kommunisten repräsentierten revolutionären Ursprung der deutschen Arbeiterbewegung sichtbar zu machen [ Engels-Biographie527]
Entstehung
Beispiele:
Kraterseen sind vulkanischen Ursprungs
Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats [ EngelsUrsprungTitel]
2.
Ursache, Grund
Beispiel:
Widersprüche und Konflikte, die ihren Ursprung zum großen Teil in der ökonomischen Rückständigkeit der Mehrzahl dieser Länder … hatten [ Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung14,54]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ursprung · ursprünglich · Ursprünglichkeit
Ursprung m. ‘Anfang, Ausgangspunkt, Entstehung, Herkunft’, ahd. ursprung (Hs. 12. Jh.), mhd. ursprunc ‘das Hervorsprießen, Quelle, Ausgangspunkt’, mnd. or(t)sprunc (mnl. o(o)rspronc, nl. oorsprong sind aus dem Dt. entlehnt) sowie gleichbed. ahd. urspring (9. Jh.), mhd. ursprinc, mnd. ortsprinc sind Abstrakta zu dem im Nhd. untergegangenen präfigierten Verb erspringen, ahd. irspringan (8. Jh.), mhd. mnd. erspringen ‘sprießen, entstehen, entspringen’. ursprünglich Adj. ‘anfänglich, zuerst (vorhanden), einfach, urwüchsig’, mhd. ursprunclich neben ursprinclich, zuerst bei den Mystikern, danach selten; doch seit der Mitte des 18. Jhs. allgemein gebräuchlich. Ursprünglichkeit f. ‘ursprüngliches Wesen, Natürlichkeit’, mhd. ursprunclīcheit (in der Mystik).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abstammung · Elternhaus · Geburt · Herkommen · Herkunft · Provenienz · Ursprung  ●  Abkunft  geh. · Wurzeln  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Ursprung  ●  Quelle  fig. · Wurzel  fig. · Quell  geh., literarisch, fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
Herkunft · Ursprung · Zustandekommen  ●  Anfang  ugs. · Entstehen  geh. · Werden  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
Ursprung  ●  Geburtsstätte  fig. · Wiege  fig.
Synonymgruppe
Urquell · Ursprung  ●  Born  poetisch · Bronn  poetisch · Quelle  Hauptform, fig. · Brunnen  geh. · Quell  geh.

Typische Verbindungen zu ›Ursprung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ursprung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ursprung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese da wollen nicht nachdenken über den Ursprung der natürlichen Dinge. [Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 253]
Der Abstieg zu den Müttern ist auch ein Zurücksehnen nach den Ursprüngen der Kunst. [Hofmann, Werner: Das irdische Paradies, München: Prestel 1991 [1960], S. 242]
Und hier ist die erste Frage die nach dem Ursprung unserer Erkenntnis. [Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 1: Altertum und Mittelalter. In: Mathias Bertram (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1948], S. 2898]
Und hier möchte ich gleich von meines Vaters Ursprung reden. [Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 414]
Eine oft wiederholte, in ihrem Ursprung allerdings nicht überprüfbare Zahl. [Die Zeit, 10.12.1998, Nr. 51]
Zitationshilfe
„Ursprung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ursprung>.

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