Usurpation, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Usurpation · Nominativ Plural: Usurpationen
Aussprache
WorttrennungUsur-pa-ti-on
HerkunftLatein
eWDG, 1976

Bedeutung

widerrechtliche (und gewaltsame) Besitzergreifung, Machtergreifung, besonders gewaltsame Aneignung eines Thrones
Beispiele:
die erste Weihnacht nach der Usurpation Österreichs [KlempererLTI119]
Die Väter der Kirche haben ... das Privateigentum Usurpation und Diebstahl genannt [Th. MannZauberb.2,570]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

usurpieren · Usurpator · Usurpation
usurpieren Vb. ‘unrechtmäßig und gewaltsam Macht an sich reißen, etw. eigenmächtig, widerrechtlich in Besitz nehmen’, entlehnt (2. Hälfte 16. Jh.) aus lat. ūsurpāre ‘von etw. Besitz ergreifen, Gebrauch machen, (sich) widerrechtlich aneignen, sich anmaßen’ (Terminus der Rechtssprache, gebildet aus lat. ūsus ‘Benutzung, Anwendung, Gebrauch, Gewohnheit, Praxis’ und lat. rapere ‘raffen, eilig an sich nehmen, fortraffen, -reißen’), eigentlich ‘durch tatsächlichen Gebrauch in seinen Besitz bringen’. Usurpator m. ‘wer widerrechtlich die (Staats)gewalt an sich reißt’, insbesondere ‘Thronräuber’ (2. Hälfte 17. Jh.), spätlat. ūsurpātor, im 18. Jh. (unter frz. Einfluß) auch Usurpateur. Usurpation f. ‘widerrechtliche Besitz-, Machtergreifung, Aneignung’ (vereinzelt Ende 16. Jh., häufiger seit Anfang 18. Jh.), lat. ūsurpātio (Genitiv ūsurpātiōnis) ‘widerrechtliche Aneignung, Mißbrauch’, eigentlich ‘Gebrauch, Benutzung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Besitznahme · ↗Inbesitznahme · Usurpation · rechtswidrige Besitzergreifung · unberechtigter Eingriff · widerrechtliche Aneignung · widerrechtliche Besitzergreifung

Typische Verbindungen zu ›Usurpation‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Akt Funktion Herrschaft Macht Souveränität

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Usurpation‹.

Verwendungsbeispiele für ›Usurpation‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Offenbar hat er gleich nach der Usurpation die Verbindung angeknüpft.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. V. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 11894
Der faschistischen und nationalsozialistischen Usurpation der »Arbeit« gegenüber blieben die westlichen Sozialisten und Kommunisten hilflos.
Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 455
In den Sowjets würden oftmals wegen der Usurpation ihrer Funktionen nur noch faktisch entschiedene Fragen sanktioniert.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1988]
Dabei darf nicht vergessen werden, daß diese Usurpation die Ausführung von Verbrechen möglich gemacht hat.
o. A.: Neunundvierzigster Tag. Samstag, den 2. Februar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 21659
In diesem eingeschränkten Sinne kann man in der Tat nicht von Usurpation sprechen.
Die Zeit, 14.06.1968, Nr. 24
Zitationshilfe
„Usurpation“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Usurpation>, abgerufen am 28.01.2020.

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