Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Usus, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Usus · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Usus‹ als Erstglied: usuell
Herkunft aus ūsuslat ‘Benutzung, Anwendung, Gebrauch, Gewohnheit, Praxis’ < ūtīlat ‘gebrauchen, anwenden, benutzen’
eWDG

Bedeutung

Brauch, Gewohnheit, Sitte
Beispiele:
in den Abkürzungen hält sich der Verfasser an den internationalen Usus
im Gegensatz zum Usus der meisten Wörterbücher wird das Material hier nach Sachgebieten geboten
er fühlte sich dem Usus verpflichtet, nach seinem Urlaub alle Mitarbeiter persönlich zu begrüßen
etw. ist Usus
etw. ist üblich, entspricht den Gepflogenheiten
Beispiele:
das ist bei uns leider noch nicht Usus
das ist seit Generationen so Usus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Usus · usuell
Usus m. ‘Brauch, Herkommen, Gewohnheit, Sitte’; im 17. Jh. wird lat. ūsus ‘Benutzung, Anwendung, Gebrauch, Gewohnheit, Praxis’, Verbalabstraktum zu lat. ūtī (ūsus sum) ‘gebrauchen, anwenden, benutzen’, in dt. Texte aufgenommen und behält bis ins 18. Jh. lat. Flexion in den obliquen Kasus (z. B. in, ex ūsū, in, ad ūsum) bei. – usuell Adj. ‘gebräuchlich, üblich’, Entlehnung (Anfang 18. Jh.) von gleichbed. frz. usuel; dieses nach spätlat. ūsuālis ‘zum Gebrauch dienlich, gewöhnlich’, das ebenfalls zu lat. ūtī (s. oben) gebildet ist.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anstand · Gepflogenheit · Schicklichkeit  ●  Usus  ugs.
Oberbegriffe
  • handlungsleitende Norm(en)
Synonymgruppe
Brauch · Gepflogenheit · Gewohnheit · Konvention · Regel · Sitte · Usus  ●  Spielregel(n)  ugs., fig. · Usance  fachspr. · Usanz  fachspr., schweiz.
Oberbegriffe
  • handlungsleitende Norm(en)
  • gesellschaftliche Norm · soziale Norm · soziales Skript
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Usus‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Usus‹.

Verwendungsbeispiele für ›Usus‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist so fabelhaft Usus und innenpolitisch ungefährlich, auf die Kommunisten zu schimpfen. [Die Zeit, 15.02.1960, Nr. 07]
Aber es ist bei uns Usus, nicht über Zahlen zu sprechen. [Süddeutsche Zeitung, 26.06.2003]
Das Aufwärmen alter Werke mag mittlerweile Usus sein bei den vielschreibenden Professoren. [Süddeutsche Zeitung, 12.04.1999]
Nun war es freilich in Graz seit längerem Usus, jeweils ein Jahr durch seine kompositorischen Highlights zu dokumentieren. [Süddeutsche Zeitung, 22.07.1998]
Wie wenig interessieren die abstrakten Formen einer Verfassung und der Usus einer Verwaltung um ihrer selbst willen! [Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte – Erster Teil: Das Altertum, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1920], S. 663]
Zitationshilfe
„Usus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Usus>.

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