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Vagabund, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Vagabunden · Nominativ Plural: Vagabunden
Aussprache 
Worttrennung Va-ga-bund
Wortbildung  mit ›Vagabund‹ als Erstglied: Vagabundenleben · Vagabundenroman · Vagabundentum · Vagabundin · vagabundenhaft · vagabundieren
Herkunft aus gleichbedeutend vagabondmfrz frz < vagābundusspätlat ‘umherschweifend, unstet’ < vagārīlat ‘umherschweifen, -streifen, -ziehen, unstet sein’ < vaguslat ‘umherschweifend, -streifend, unstet, ungebunden’ (vage)
eWDG

Bedeutung

Landstreicher
Beispiele:
er hatte sich als Vagabund herumgetrieben
er sieht aus wie ein Vagabund
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Vagabund · vagabundieren · Vagant · Vagantendichtung · Vagantenlied
Vagabund m. ‘Landstreicher, Herumtreiber’. Im Dt. zuerst (vereinzelt) Vagabundus m. (1600), entsprechend einer mlat. Substantivierung von spätlat. vagābundus Adj. ‘umherschweifend, unstet’, gebildet zu lat. vagārī ‘umherschweifen, -streifen, -ziehen, unstet sein’; vgl. lat. vagus ‘umherschweifend, -streifend, unstet, ungebunden’ (s. vage). Darauf beruhendes mfrz. frz. vagabond m. (zuvor Adj., vgl. aprov. vagabon Adj.) wird um 1700 ins Dt. entlehnt (Vagabond, Plur. Vagabonden), aber bereits im 18. Jh. an die lat. Form angeglichen. – vagabundieren Vb. ‘als, wie ein Vagabund leben, umherziehen, ruhelos, rastlos leben’ (Anfang 19. Jh.); vgl. gleichbed. mfrz. frz. vagabonder. Vagant m. ‘umherziehender Sänger, Spielmann, fahrender Student, Schüler’ (1. Hälfte 16. Jh.), häufig im Plur Vaganten, zu lat. vagāns (Plur. vagantēs), Part. Präs. von lat. vagārī (s. oben); schon früh übertragen auf Umherziehende aller Art, oft abschätzig im Sinne von ‘Landstreicher’ (2. Hälfte 16. Jh.). Seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. historischer Terminus für die fahrenden Leute (Schüler, Kleriker, Sänger) des 12./13. Jhs.; dazu Vagantendichtung f. Vagantenlied n. (2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Berber · Herumstreicher · Landfahrer · Nichtsesshafter · Streuner · Strolch · Stromer · Trebegänger  ●  Clochard  franz. · Fecker  schweiz. · Herumtreiber  abwertend · Landstreicher  abwertend · Obdachloser  Hauptform · Stadtstreicher  abwertend · Strotter  veraltet, österr. · Tramp  engl. · Vagabund  veraltend · Wohnsitzloser  Amtsdeutsch · Wohnungsloser  Amtsdeutsch · Heckenpenner  derb, stark abwertend · Pennbruder  derb · Penner  derb, abwertend · Rumtreiber  ugs. · Sandler  ugs., österr., bayr. · Tippelbruder  ugs. · Treber  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • auf der Straße leben · nicht sesshaft sein · obdachlos sein  ●  keinen festen Wohnsitz haben  Amtsdeutsch · Platte machen (szenesprachlich)  ugs., Jargon · auf Trebe sein (szenesprachlich)  ugs., Jargon · auf der Straße sitzen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Vagabund‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vagabund‹.

Verwendungsbeispiele für ›Vagabund‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch solche kamen, die hier nie gewohnt hatten, Vagabunden, Arme. [Die Zeit, 06.04.2006, Nr. 15]
Von der Romantik des Vagabunden ist dabei nicht mehr viel übriggeblieben. [Die Zeit, 17.05.1968, Nr. 20]
Und wieder bin ich, jetzt wie einst, der einzige wirkliche Vagabund unter ihnen. [Die Zeit, 06.05.1948, Nr. 19]
Auch er liebte italienische Opern und auch er war ein großer, starker Mann, genau wie der Vagabund. [Die Zeit, 21.04.1961, Nr. 17]
Der kosmische Vagabund war 1862 entdeckt worden, ging dann aber verloren. [o. A. [hor.]: Perseiden. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1993]]
Zitationshilfe
„Vagabund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vagabund>.

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