Vagabund, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Vagabunden · Nominativ Plural: Vagabunden
Aussprache
WorttrennungVa-ga-bund (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Vagabund‹ als Erstglied: ↗Vagabundenleben · ↗Vagabundentum · ↗Vagabundin · ↗vagabundenhaft · ↗vagabundieren
eWDG, 1976

Bedeutung

Landstreicher
Beispiele:
er hatte sich als Vagabund herumgetrieben
er sieht aus wie ein Vagabund
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Vagabund · vagabundieren · Vagant · Vagantendichtung · Vagantenlied
Vagabund m. ‘Landstreicher, Herumtreiber’. Im Dt. zuerst (vereinzelt) Vagabundus m. (1600), entsprechend einer mlat. Substantivierung von spätlat. vagābundus Adj. ‘umherschweifend, unstet’, gebildet zu lat. vagārī ‘umherschweifen, -streifen, -ziehen, unstet sein’; vgl. lat. vagus ‘umherschweifend, -streifend, unstet, ungebunden’ (s. ↗vage). Darauf beruhendes mfrz. frz. vagabond m. (zuvor Adj., vgl. aprov. vagabon Adj.) wird um 1700 ins Dt. entlehnt (Vagabond, Plur. Vagabonden), aber bereits im 18. Jh. an die lat. Form angeglichen. vagabundieren Vb. ‘als, wie ein Vagabund leben, umherziehen, ruhelos, rastlos leben’ (Anfang 19. Jh.); vgl. gleichbed. mfrz. frz. vagabonder. Vagant m. ‘umherziehender Sänger, Spielmann, fahrender Student, Schüler’ (1. Hälfte 16. Jh.), häufig im Plur Vaganten, zu lat. vagāns (Plur. vagantēs), Part. Präs. von lat. vagārī (s. oben); schon früh übertragen auf Umherziehende aller Art, oft abschätzig im Sinne von ‘Landstreicher’ (2. Hälfte 16. Jh.). Seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. historischer Terminus für die fahrenden Leute (Schüler, Kleriker, Sänger) des 12./13. Jhs.; dazu Vagantendichtung f. Vagantenlied n. (2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Berber · Clochard · Herumstreicher · ↗Landfahrer · Nichtsesshafter · ↗Streuner · ↗Strolch · ↗Stromer · ↗Trebegänger  ●  Fecker  schweiz. · ↗Herumtreiber  abwertend · ↗Landstreicher  abwertend · Obdachloser  Hauptform · ↗Stadtstreicher  abwertend · ↗Strotter  österr. · ↗Tramp  engl. · Vagabund  veraltend · Wohnsitzloser  Amtsdeutsch · Wohnungsloser  Amtsdeutsch · Heckenpenner  derb, stark abwertend · ↗Pennbruder  derb · ↗Penner  derb, abwertend · ↗Rumtreiber  ugs. · ↗Sandler  ugs., österr., bair. · ↗Tippelbruder  ugs. · ↗Treber  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abenteurer Bettler Bruderschaft Dichter Krimineller König Landstreicher Obdachlose Prostituierte Rasmus Sonnensystem Verbrecher ewig heimatlos intellektuell kosmisch lachend lustig modern singend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vagabund‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch solche kamen, die hier nie gewohnt hatten, Vagabunden, Arme.
Die Zeit, 06.04.2006, Nr. 15
Der kosmische Vagabund war 1862 entdeckt worden, ging dann aber verloren.
o. A. [hor.]: Perseiden. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1993]
Wenn man gewissermaßen Vagabund ist, dann ist man doch tief gesunken.
Friedländer, Hugo: Ein Raubmord im Eisenbahn-Kupee. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 26
Heute wird der große Vagabund des Chanson 70 Jahre alt.
Die Welt, 03.05.2004
Der arme Vagabund Chaplin setzt sich für ein blindes armes Mädchen ein.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1931. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1931], S. 232
Zitationshilfe
„Vagabund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vagabund>, abgerufen am 22.10.2019.

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