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Valenz, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Valenz · Nominativ Plural: Valenzen
Aussprache 
Worttrennung Va-lenz (computergeneriert)
formal verwandt mitvalent
Wortbildung  mit ›Valenz‹ als Erstglied: Valenzelektron · Valenzzahl  ·  mit ›Valenz‹ als Letztglied: Bivalenz  ·  formal verwandt mit: valent
Herkunft zu valentiaspätlat ‘Stärke, Körperkraft, Vermögen, Fähigkeit’ < valērelat ‘stark, kräftig, gesund sein, vermögen, geeignet, imstande, wert sein’
eWDG

Bedeutungen

1.
Chemie Fähigkeit des Atoms, sich mit einer bestimmten Anzahl anderer Atome chemisch zu verbinden, chemische Wertigkeit
2.
Sprachwissenschaft Fähigkeit des Verbs, nichtverbale Glieder des Satzes als unbedingt notwendig an seinen verbalen Kern zu binden, sie zu fordern, Wertigkeit
Beispiel:
ein Wörterbuch zur Valenz deutscher Verben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Valenz f. (Chemie) Fähigkeit des Atoms, sich mit einer bestimmten Anzahl anderer Atome chemisch zu verbinden, ‘Wertigkeit’ (19. Jh.), (Sprachwissenschaft) Fähigkeit von Wörtern oder Satzgliedern, andere Wörter oder Satzglieder an sich zu binden, ‘Fügungswert’ (20. Jh.), gelehrte Entlehnung aus spätlat. valentia ‘Stärke, Körperkraft, Vermögen, Fähigkeit’, einer Ableitung von lat. valēre ‘stark, kräftig, gesund sein, vermögen, geeignet, imstande, wert sein’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Stelligkeit · Valenz · Wertigkeit

Typische Verbindungen zu ›Valenz‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Valenz‹.

Verwendungsbeispiele für ›Valenz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielleicht schließen sich die freien Valenzen an den Enden zu großen Ringen zusammen. [Langenbeck, Wolfgang: Lehrbuch der Organischen Chemie, Dresden: Steinkopff 1938, S. 79]
Verbindungen, in denen nicht alle Valenzen eines Elements gesättigt sind, heißen ungesättigte Verbindungen. [o. A.: W. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 19930]
Von diesen Untersuchungen führt ein direkter Weg zum „Namen der Rose“, einem Werk, dessen postmoderne Valenzen gegenüber den bisher gegebenen Beispielen eher bescheiden anmuten. [Die Zeit, 17.04.1987, Nr. 17]
Die Münchner Auswahl gibt vorläufig zumindest eine Ahnung von den Valenzen dieses eigenbrötlerischen Werkes. [Süddeutsche Zeitung, 27.03.2003]
Ein individueller Steckbrief liefert alle wichtigen Eigenschaften, vom Atomradius über Elektronenkonfiguration bis zu Valenzen. [o. A.: homepage des monats: Chemie. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1998 [1997]]
Zitationshilfe
„Valenz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Valenz>.

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