Variante, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Variante · Nominativ Plural: Varianten
Aussprache
WorttrennungVa-ri-an-te
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Variante‹ als Erstglied: ↗Variantenvielfalt · ↗variantenreich  ·  mit ›Variante‹ als Letztglied: ↗Bedeutungsvariante · ↗Entwurfsvariante · ↗Farbvariante · ↗Genvariante · ↗Lösungsvariante · ↗Modellvariante · ↗Planvariante · ↗Produktvariante · ↗Textvariante
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
leicht abweichende Form innerhalb eines Typus, Spielart, Abart
Beispiele:
die lokale Variante eines Märchens
syntaktische Varianten im Satzbau
sportliche Varianten eines Modells
diese Einbauküche kommt in fünf Varianten vor
eine neue Variante desselben Themas
die vielen Varianten des Berichtes über den Unfall
die verschiedenen Varianten einer Konzeption
Er beherrscht nicht nur den argentinischen [Tango], sondern auch den brasilianischen und anscheinend auch noch ein paar andere Varianten [RemarqueSchwarzer Obelisk294]
2.
Wissenschaft Lesart, besonders von Handschriften
Beispiel:
zu dieser Stelle gibt es mehrere Varianten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

variieren · variabel · Variante · Variation
variieren Vb. ‘abwandeln, geringfügig ändern, durch kleine Veränderungen unterschiedlich, abwechslungsreich gestalten’, auch ‘sich ändern, sich unterschiedlich verhalten, von Gleichartigem (in geringem Maße) abweichen, anders, verschieden sein’, entlehnt (Anfang 16. Jh., in intransitiver Verwendung Mitte 16. Jh.) unter Einfluß von gleichbed. afrz. frz. varier, aus lat. variāre ‘Mannigfaltigkeit, Abwechslung in etw. bringen, verändern, bunt machen, verschieden, bunt sein, (ab)wechseln, veränderlich sein’, zu lat. varius ‘mannigfaltig, bunt, abwechselnd, verschiedenartig’. Im Dt. erscheint das Verb zunächst in der Form varir(e)n, varieren, seit dem 17. Jh. variiren (von der 2. Hälfte des 19. Jhs. an variieren geschrieben), anfangs als grammatischer Terminus ‘morphologisch abwandeln, flektieren’, dann bald allgemeiner, oft mit Bezug auf Musik, bildende Kunst oder Literatur. variabel Adj. ‘veränderlich, wandelbar, wechselnd, schwankend’ (allgemein seit 2. Hälfte 19. Jh., vorher besonders vom Wind ‘wechselnd, unbeständig’, Mitte 17. Jh., von Menschen ‘wankelmütig, launenhaft’, Anfang 17. Jh.), Entlehnung aus afrz. frz. variable ‘veränderlich, wechselnd, unbeständig’, spätlat. variābilis ‘veränderlich’; zu lat. variāre (s. oben). Variante f. ‘leicht veränderte Form innerhalb eines Typus, Abwandlung, Abweichung, Spielart’, zunächst Fachausdruck der Textkritik für ‘abweichende Lesart einer Textstelle bei mehreren Fassungen des Textes’ (2. Hälfte 18. Jh.), nach gleichbed. frz. variante, dem substantivierten Femininum von mfrz. frz. variant ‘wechselhaft, unbeständig’, lat. variāns (Genitiv variantis), Part. Präs. von lat. variāre. Variation f. ‘Veränderung, Abwandlung, das Abgewandelte’ (2. Hälfte 16. Jh.), aus lat. variātio (Genitiv variātiōnis) ‘Verschiedenheit, Veränderung’; anfangs ‘Abwandlung des Ausdrucks’ in der Stilistik und ‘Flexion’ in der Grammatik, seit Anfang des 17. Jhs. Gestaltungsprinzip in der Musik ‘melodische, harmonische oder rhythmische Abwandlung eines musikalischen Abschnitts, eines Themas’, dann (2. Hälfte 18. Jh.) auf andere Bereiche übertragen, seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. speziell in der Biologie ‘Abweichung von der ererbten Form der betreffenden Art’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abart · ↗Abwandlung · ↗Anpassung · ↗Ausführung · ↗Derivat · ↗Modifikation · ↗Mutation · Variante · ↗Variation · ↗Version · ↗Veränderung  ●  ↗Spielart  ugs.
Unterbegriffe
  • Cultivar · Kultivar · Kulturvarietät
Synonymgruppe
Ausführung · ↗Ausgabe · ↗Revision · Variante · ↗Version
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Creutzfeldt-Jakob-Krankheit Zielfunktion abgespeckt bereichern bevorzugen billig defensiv denkbar divers dritt durchspielen favorisieren genetisch günstig harmlos interessant kostengünstig modern möglich neu offensiv preiswert taktisch unterschiedlich unzählig verschieden wahrscheinlich wählen zahlreich zweit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Variante‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von Juli an touren dann beide Varianten der Show parallel.
Die Zeit, 11.01.2007 (online)
Die knallenge Variante traute ich mir ebensowenig zu wie die extrem weite.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 29
So ist es aber gar nicht gemeint, zumindest ist das nicht die einzige Variante.
konkret, 1998
Ich rede nur über ernsthafte Varianten - die ist nicht realistisch.
Der Spiegel, 08.01.1996
Natürlich stellen verschiedene Varianten psychologischen Denkens nicht das Ergebnis »zufällig« entstandener Mutationen dar.
Thomae, Hans: Psychologiegeschichte. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 24763
Zitationshilfe
„Variante“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Variante>, abgerufen am 17.07.2019.

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