Variation, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Variation · Nominativ Plural: Variationen
Aussprache 
Worttrennung Va-ri-ati-on · Va-ria-ti-on
Herkunft Latein
Wortbildung  mit ›Variation‹ als Erstglied: ↗Variationsbreite · ↗Variationskoeffizient · ↗Variationsmöglichkeit · ↗Variationsreichtum · ↗variationsfähig
 ·  mit ›Variation‹ als Letztglied: ↗Farbvariation · ↗Paravariation
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
das Variieren, Abwandeln
Beispiele:
diese Sage hat gewisse Variationen erfahren
eine Variation vornehmen
2.
das Variierte, (bewusst) Abgewandelte
Beispiel:
diese Zeitschrift zeigt vielseitige Variationen der Herrenoberbekleidung
3.
Musik melodische, harmonische oder rhythmische Umbildung, Abwandlung eines Themas
Beispiele:
Variationen über ein Thema von Haydn
ein Thema mit sieben Variationen
übertragen
Beispiele:
alle seine Bücher sind Variationen über dasselbe Thema
eine neue Variation des Themas ›Wetter‹
4.
Biologie Abweichung von Individuen einer Art von der ererbten Form (in einzelnen Merkmalen)
Beispiel:
eine Variation tritt meist als unmittelbare Folge äußerer Bedingungen auf
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

variieren · variabel · Variante · Variation
variieren Vb. ‘abwandeln, geringfügig ändern, durch kleine Veränderungen unterschiedlich, abwechslungsreich gestalten’, auch ‘sich ändern, sich unterschiedlich verhalten, von Gleichartigem (in geringem Maße) abweichen, anders, verschieden sein’, entlehnt (Anfang 16. Jh., in intransitiver Verwendung Mitte 16. Jh.) unter Einfluß von gleichbed. afrz. frz. varier, aus lat. variāre ‘Mannigfaltigkeit, Abwechslung in etw. bringen, verändern, bunt machen, verschieden, bunt sein, (ab)wechseln, veränderlich sein’, zu lat. varius ‘mannigfaltig, bunt, abwechselnd, verschiedenartig’. Im Dt. erscheint das Verb zunächst in der Form varir(e)n, varieren, seit dem 17. Jh. variiren (von der 2. Hälfte des 19. Jhs. an variieren geschrieben), anfangs als grammatischer Terminus ‘morphologisch abwandeln, flektieren’, dann bald allgemeiner, oft mit Bezug auf Musik, bildende Kunst oder Literatur. variabel Adj. ‘veränderlich, wandelbar, wechselnd, schwankend’ (allgemein seit 2. Hälfte 19. Jh., vorher besonders vom Wind ‘wechselnd, unbeständig’, Mitte 17. Jh., von Menschen ‘wankelmütig, launenhaft’, Anfang 17. Jh.), Entlehnung aus afrz. frz. variable ‘veränderlich, wechselnd, unbeständig’, spätlat. variābilis ‘veränderlich’; zu lat. variāre (s. oben). Variante f. ‘leicht veränderte Form innerhalb eines Typus, Abwandlung, Abweichung, Spielart’, zunächst Fachausdruck der Textkritik für ‘abweichende Lesart einer Textstelle bei mehreren Fassungen des Textes’ (2. Hälfte 18. Jh.), nach gleichbed. frz. variante, dem substantivierten Femininum von mfrz. frz. variant ‘wechselhaft, unbeständig’, lat. variāns (Genitiv variantis), Part. Präs. von lat. variāre. Variation f. ‘Veränderung, Abwandlung, das Abgewandelte’ (2. Hälfte 16. Jh.), aus lat. variātio (Genitiv variātiōnis) ‘Verschiedenheit, Veränderung’; anfangs ‘Abwandlung des Ausdrucks’ in der Stilistik und ‘Flexion’ in der Grammatik, seit Anfang des 17. Jhs. Gestaltungsprinzip in der Musik ‘melodische, harmonische oder rhythmische Abwandlung eines musikalischen Abschnitts, eines Themas’, dann (2. Hälfte 18. Jh.) auf andere Bereiche übertragen, seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. speziell in der Biologie ‘Abweichung von der ererbten Form der betreffenden Art’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abart · ↗Abwandlung · ↗Anpassung · ↗Ausführung · ↗Modifikation · ↗Mutation · ↗Variante · Variation · ↗Version  ●  ↗Alternative  bildungssprachlich · ↗Spielart  bildungssprachlich · ↗Derivat  fachspr.
Unterbegriffe
  • Cultivar · Kultivar · Kulturvarietät
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Variation‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Variation‹.

Verwendungsbeispiele für ›Variation‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Heiß begehrt sind - wie schon im vergangenen Jahr - alle Variationen von Handys.
Der Tagesspiegel, 16.12.2000
Das ist oft die Variation der Variation von der Variation.
Süddeutsche Zeitung, 10.07.1999
Am Weiterleben des Jazz in all seinen Variationen ändert das allerdings nichts.
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 122
Die Technik dieser Variationen ist die der Division im weitesten Sinne.
Donington, Robert: Division. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1954], S. 15243
Dabei sind die in Wirklichkeit gegebenen Variationen mit den hier angedeuteten Fällen noch keineswegs erschöpft.
Scheiber, Johannes: Chemie und Technologie der künstlichen Harze, Stuttgart: Wissenschaftl. Verl.-Ges. 1943, S. 987
Zitationshilfe
„Variation“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Variation>, abgerufen am 25.09.2020.

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