Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Variation, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Variation · Nominativ Plural: Variationen
Aussprache 
Worttrennung Va-ri-ati-on · Va-ria-ti-on
Wortzerlegung variieren -ation
Wortbildung  mit ›Variation‹ als Erstglied: Variationsbreite · Variationskoeffizient · Variationsmöglichkeit · Variationsrechnung · Variationsreichtum · variationsfähig
 ·  mit ›Variation‹ als Letztglied: Farbvariation · Paravariation · Temporalvariation
Herkunft aus variātiōlat ‘Verschiedenheit, Veränderung’
eWDG

Bedeutungen

1.
das Variieren, Abwandeln
Beispiele:
diese Sage hat gewisse Variationen erfahren
eine Variation vornehmen
2.
das Variierte, (bewusst) Abgewandelte
Beispiel:
diese Zeitschrift zeigt vielseitige Variationen der Herrenoberbekleidung
3.
Musik melodische, harmonische oder rhythmische Umbildung, Abwandlung eines Themas
Beispiele:
Variationen über ein Thema von Haydn
ein Thema mit sieben Variationen
übertragen
Beispiele:
alle seine Bücher sind Variationen über dasselbe Thema
eine neue Variation des Themas ›Wetter‹
4.
Biologie Abweichung von Individuen einer Art von der ererbten Form (in einzelnen Merkmalen)
Beispiel:
eine Variation tritt meist als unmittelbare Folge äußerer Bedingungen auf
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

variieren · variabel · Variante · Variation
variieren Vb. ‘abwandeln, geringfügig ändern, durch kleine Veränderungen unterschiedlich, abwechslungsreich gestalten’, auch ‘sich ändern, sich unterschiedlich verhalten, von Gleichartigem (in geringem Maße) abweichen, anders, verschieden sein’, entlehnt (Anfang 16. Jh., in intransitiver Verwendung Mitte 16. Jh.) unter Einfluß von gleichbed. afrz. frz. varier, aus lat. variāre ‘Mannigfaltigkeit, Abwechslung in etw. bringen, verändern, bunt machen, verschieden, bunt sein, (ab)wechseln, veränderlich sein’, zu lat. varius ‘mannigfaltig, bunt, abwechselnd, verschiedenartig’. Im Dt. erscheint das Verb zunächst in der Form varir(e)n, varieren, seit dem 17. Jh. variiren (von der 2. Hälfte des 19. Jhs. an variieren geschrieben), anfangs als grammatischer Terminus ‘morphologisch abwandeln, flektieren’, dann bald allgemeiner, oft mit Bezug auf Musik, bildende Kunst oder Literatur. – variabel Adj. ‘veränderlich, wandelbar, wechselnd, schwankend’ (allgemein seit 2. Hälfte 19. Jh., vorher besonders vom Wind ‘wechselnd, unbeständig’, Mitte 17. Jh., von Menschen ‘wankelmütig, launenhaft’, Anfang 17. Jh.), Entlehnung aus afrz. frz. variable ‘veränderlich, wechselnd, unbeständig’, spätlat. variābilis ‘veränderlich’; zu lat. variāre (s. oben). Variante f. ‘leicht veränderte Form innerhalb eines Typus, Abwandlung, Abweichung, Spielart’, zunächst Fachausdruck der Textkritik für ‘abweichende Lesart einer Textstelle bei mehreren Fassungen des Textes’ (2. Hälfte 18. Jh.), nach gleichbed. frz. variante, dem substantivierten Femininum von mfrz. frz. variant ‘wechselhaft, unbeständig’, lat. variāns (Genitiv variantis), Part. Präs. von lat. variāre. Variation f. ‘Veränderung, Abwandlung, das Abgewandelte’ (2. Hälfte 16. Jh.), aus lat. variātio (Genitiv variātiōnis) ‘Verschiedenheit, Veränderung’; anfangs ‘Abwandlung des Ausdrucks’ in der Stilistik und ‘Flexion’ in der Grammatik, seit Anfang des 17. Jhs. Gestaltungsprinzip in der Musik ‘melodische, harmonische oder rhythmische Abwandlung eines musikalischen Abschnitts, eines Themas’, dann (2. Hälfte 18. Jh.) auf andere Bereiche übertragen, seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. speziell in der Biologie ‘Abweichung von der ererbten Form der betreffenden Art’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abart · Abwandlung · Modifikation · Variante · Variation  ●  Spielart  bildungssprachlich · Derivat  fachspr. · Mutation  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Variation‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Variation‹.

Verwendungsbeispiele für ›Variation‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei sind die in Wirklichkeit gegebenen Variationen mit den hier angedeuteten Fällen noch keineswegs erschöpft. [Scheiber, Johannes: Chemie und Technologie der künstlichen Harze, Stuttgart: Wissenschaftl. Verl.-Ges. 1943, S. 987]
Bei den eigentlichen Leistungen kann es solche Variationen gewiss nicht geben. [Goldstein, Kurt: Der Aufbau des Organismus, Den Haag: Nijhoff 1934, S. 115]
Am Weiterleben des Jazz in all seinen Variationen ändert das allerdings nichts. [Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR – ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 122]
Die Spiele laufen schier endlos über fünf bis zwölf Level ohne nennenswerte Variation. [C’t, 2000, Nr. 17]
Für den Aufbau eines Clusters mit aktiven Servern sind drei Variationen vorstellbar. [C’t, 1997, Nr. 7]
Zitationshilfe
„Variation“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Variation>.

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