Vasall, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Vasallen · Nominativ Plural: Vasallen
Aussprache  [vaˈzal]
Worttrennung Va-sall
Herkunft Latein → Französisch
Wortbildung  mit ›Vasall‹ als Erstglied: ↗Vasallendienst · ↗Vasalleneid · ↗Vasallenpflicht · ↗Vasallenstaat · ↗Vasallentum
 ·  mit ›Vasall‹ als Letztglied: ↗Aftervasall · ↗Kronvasall  ·  mit ›Vasall‹ als Grundform: ↗vasallisch
eWDG, 1976

Bedeutung

historisch Lehnsmann
Beispiele:
Lehnsherr und Vasall
der Vasall war zum Heeresdienst verpflichtet
die Lehen wurden an Vasallen vergeben
der Dienst, Eid, die Pflicht, Treue des Vasallen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Vasall m. in der mittelalterlichen Feudalgesellschaft ‘durch Treueid einem Lehnsherrn verpflichteter Gefolgsmann, Lehnsmann’, mhd. vassal, vassel, wohl über gleichbed. afrz. vassal, aprov. vasal entlehnt aus mlat. vassallus ‘in einem Abhängigkeitsverhältnis zu einem Höherstehenden befindlicher waffentragender Mann’ (8. Jh.). Dieses gehört zu spätlat. vassus ‘unfreier Diener’ (Lex Salica, 6. Jh.), mlat. vassus ‘Diener, freier Untergebener, Lehnsmann’, einem Wort gall. Ursprungs, vgl. mir. foss ‘Diener’, kymr. gwas, korn. guas ‘Jüngling, Diener’, bret. gwaz ‘Mann’, ferner den Personennamen gall.-lat. Dagovassus (oder Dago Vassus?). Mlat. vassallus geht möglicherweise auf eine schon im Gall. entstandene Ableitung zurück, vgl. kymr. gwasawl ‘dienend’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Paladin · Vasall · ergebener Anhänger · treuer Gefolgsmann  ●  Ergebener  abwertend · Getreuer  spöttisch · ↗Knecht  abwertend · ↗Hofschranze  ugs., abwertend · ↗Lakai  derb, abwertend · ↗Marionette  ugs., abwertend · ↗Sklave  ugs., abwertend · ↗Trabant  ugs., abwertend
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Marionettenpolitiker · Politmarionette
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Vasall‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vasall‹.

Verwendungsbeispiele für ›Vasall‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Warum sollten sie die Vasallen schlagen, wenn man die Herren treffen kann?
Süddeutsche Zeitung, 17.09.2001
Dann erscheint, dienernd, der Kanzler, weniger wie ein Partner, eher wie ein Vasall.
Die Zeit, 21.02.1983, Nr. 08
Aber in diesen Kämpfen waren die großen Vasallen zu mächtig geworden.
Majumdar, A. K.: Indien im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1074
Er hält nicht mehr Hof in den Gebieten seiner großen Vasallen.
Elias, Norbert: Über den Prozeß der Zivilisation - Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen Bd. 2, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1992 [1939], S. 23
Zunächst besteht nur eine begrenzte »Disziplin« des Herrn über den Vasallen.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 656
Zitationshilfe
„Vasall“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vasall>, abgerufen am 24.11.2020.

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