Vehikel, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Vehikels · Nominativ Plural: Vehikel
Aussprache
WorttrennungVe-hi-kel
HerkunftLatein
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
abwertend Fahrzeug
Beispiele:
der zurückgestaute Verkehr rollte, knarrte, schnarrte und pfauchte wieder mit hundert Vehikeln quirlend durcheinander [St. ZweigNovellen1,144]
aus diesem riesigen Vehikel [dem Polizeiauto] stieg ganz allein ein etwa zwölfjähriges Bürschchen [Wasserm.Maurizius366]
altes, schlechtes oder altmodisches Fahrzeug
Beispiele:
ein altes, vorsintflutliches, klapperndes Vehikel
Und unsere ausgediente Lokomotive, dieses Vehikel des vorigen Jahrhunderts, läßt uns wie zum Hohn schon heute im Stich [Ch. WolfGeteilter Himmel232]
2.
gehoben, übertragen etw., das als Mittel zu etw. dient, etw., wodurch etw. ausgedrückt, begründet wird
Beispiel:
all das zusammen war ein Vehikel für die unsägliche Weltangst im Herzen des Pyrenäenkindes [WerfelBernadette563]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Vehikel n. ‘Gefährt’ (1. Hälfte 19. Jh.), dann besonders ‘(altmodisches, klappriges) Fahrzeug’ (2. Hälfte 19. Jh.). Zuvor in Pharmazie und Medizin (meist in lat. Form) ‘Flüssigkeit, mit der ein Medikament dem Körper zugeführt wird’, allgemein ‘Trägersubstanz für ein Arzneimittel, Lösungsmittel’ (Mitte 17. Jh.); von daher übertragen (um 1700) ‘Hilfsmittel, Instrument, Medium, Träger’. Zugrunde liegt lat. vehiculum ‘Transportmittel (zum Tragen und Fahren), Fahrzeug (jeder Art)’, spätlat. auch bildlich ‘Trägermittel’; zu lat. vehere ‘fahren, führen, tragen, bringen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fahrgerät · ↗Fahrmaschine · ↗Fahrzeug · ↗Gefährt · Vehikel
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Fahrzeugbrief · Kfz-Brief  ●  Fahrzeugausweis  schweiz. · Typenschein  österr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Durchsetzung Emanzipation Erreichung Gentherapie Selbstdarstellung Systemveränderung Transport benutzen betagt bevorzugt bloß brauchbar dienen dramaturgisch dreirädrig ferngesteuert geeignet geländegängig hochbeinig ideal klapprig mißbrauchen motorisiert neuartig schrottreif standesgemäß umweltfreundlich unbemannt vierrädrig willkommen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vehikel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er spielt mit dem Sand virtuos, trickst mit seinem klappernden Vehikel jede Düne aus.
Der Tagesspiegel, 07.02.1998
Nach drei Jahren flogen die beiden Vehikel wegen gravierender Mängel an der Lenkung raus.
Süddeutsche Zeitung, 25.06.1997
Freilich konnte Kant auch so den geschichtlichen Prozeß noch nicht als zulängliches Vehikel für das Ideal anerkennen.
Jonas, Hans: Das Prinzip der Verantwortung, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1979, S. 219
Wir sahen das erste Vehikel entstehen und sahen es bereits schon vor Monaten in Betrieb.
Benz, Carl Friedrich: Lebensfahrt eines deutschen Erfinders, Die Erfindung des Automobils, Erinnerungen eines Achtzigjährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 8243
Der Energiegehalt des Reizes ist nur das physikalische Vehikel für den Transport der Information.
Klix, Friedhart: Kybernetik. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 22446
Zitationshilfe
„Vehikel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vehikel>, abgerufen am 19.01.2019.

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