Vehikel, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Vehikels · Nominativ Plural: Vehikel
Aussprache  [veˈhiːkl̩]
Worttrennung Ve-hi-kel
Wortbildung  mit ›Vehikel‹ als Letztglied: Starvehikel
Herkunft zu vehiculumlat ‘Transportmittel, Fahrzeug’, vehiculumspätlat auch ‘Trägermittel’ < veherelat ‘fahren, führen, tragen, bringen’
eWDG

Bedeutungen

1.
abwertend Fahrzeug
Beispiele:
der zurückgestaute Verkehr rollte, knarrte, schnarrte und pfauchte wieder mit hundert Vehikeln quirlend durcheinander [ St. ZweigNovellen1,144]
aus diesem riesigen Vehikel [dem Polizeiauto] stieg ganz allein ein etwa zwölfjähriges Bürschchen [ Wasserm.Maurizius366]
altes, schlechtes oder altmodisches Fahrzeug
Beispiele:
ein altes, vorsintflutliches, klapperndes Vehikel
Und unsere ausgediente Lokomotive, dieses Vehikel des vorigen Jahrhunderts, läßt uns wie zum Hohn schon heute im Stich [ Ch. WolfGeteilter Himmel232]
2.
gehoben, übertragen etw., das als Mittel zu etw. dient, etw., wodurch etw. ausgedrückt, begründet wird
Beispiel:
all das zusammen war ein Vehikel für die unsägliche Weltangst im Herzen des Pyrenäenkindes [ WerfelBernadette563]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Vehikel n. ‘Gefährt’ (1. Hälfte 19. Jh.), dann besonders ‘(altmodisches, klappriges) Fahrzeug’ (2. Hälfte 19. Jh.). Zuvor in Pharmazie und Medizin (meist in lat. Form) ‘Flüssigkeit, mit der ein Medikament dem Körper zugeführt wird’, allgemein ‘Trägersubstanz für ein Arzneimittel, Lösungsmittel’ (Mitte 17. Jh.); von daher übertragen (um 1700) ‘Hilfsmittel, Instrument, Medium, Träger’. Zugrunde liegt lat. vehiculum ‘Transportmittel (zum Tragen und Fahren), Fahrzeug (jeder Art)’, spätlat. auch bildlich ‘Trägermittel’; zu lat. vehere ‘fahren, führen, tragen, bringen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fahrgerät · Fahrmaschine · Fahrzeug · Gefährt · Vehikel  ●  Landfahrzeug  fachspr.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Vehikel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vehikel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Vehikel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Freilich konnte Kant auch so den geschichtlichen Prozeß noch nicht als zulängliches Vehikel für das Ideal anerkennen. [Jonas, Hans: Das Prinzip der Verantwortung, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1979, S. 219]
Bleibt zum Schluß natürlich die Frage nach dem idealen Vehikel fürs Netz. [C't, 1996, Nr. 4]
Wir versuchen, so gut es geht, uns auf dem Vehikel einzurichten. [Die Zeit, 11.02.1999, Nr. 7]
Früher galten solche Ausschüsse als unbedeutend, als parlamentarische Vehikel, um Probleme loszuwerden. [Die Zeit, 07.08.2013, Nr. 16]
Das futuristisch anmutende Vehikel erinnert in seiner Form entfernt an einen Wal. [Die Zeit, 09.01.2012, Nr. 02]
Zitationshilfe
„Vehikel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vehikel>.

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