Verb, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Verbs · Nominativ Plural: Verben
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Verb‹ als Erstglied: ↗Verbstamm  ·  mit ›Verb‹ als Letztglied: ↗Funktionsverb · ↗Handlungsverb · ↗Modalverb · ↗Vollverb · ↗Vorgangsverb · ↗Zustandsverb
eWDG, 1977

Bedeutung

Sprachwissenschaft konjugierbares Wort, das einen Vorgang oder Zustand bezeichnet und im Satz das Prädikat bildet
Beispiele:
›lachen‹, ›frieren‹ und ›leben‹ sind Verben
die finiten, infiniten Formen des Verbs
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Verbum · Verb · verbal · verbalisieren
Verbum Verb n. einen Vorgang oder Zustand schilderndes Aussagewort, ‘Tätigkeits-, Zeitwort’. Der grammatische Terminus lat. verbum wird in dem genannten Sinne im 15. Jh. in dt. grammatische Schriften aufgenommen; ohne lat. Endung auftretendes Verb begegnet in der 1. Hälfte des 18. Jhs., setzt sich aber erst gegen Ende des 19. Jhs. durch. Als dt. Ausdrücke finden sich Zeitwort (15. Jh.), Sagwort, Sprechwort (17. Jh.), thätiges Zeitwort, Thätigkeitswort (19. Jh.). Für lat. verbum, eigentlich ‘Wort, Ausdruck, (zusammenhängende) Rede, (Sinn)spruch’, steht außerhalb der grammatischen Fachsprache als dt. Äquivalent Wort (seit ahd. Zeit). verbal Adj. ‘auf sprachlicher, mündlicher Aussage beruhend, mit Worten, wörtlich’ (um 1700), in der Grammatik ‘auf dem Verb beruhend, von ihm abgeleitet, das Verb betreffend, als Verb gebraucht’ (1. Hälfte 19. Jh.), aus spätlat. verbālis ‘zum Wort, zum Verb, Zeitwort gehörig’. verbalisieren Vb. ‘mündlich verhandeln, Aussagen zu Protokoll geben’, auch ‘unnütze Worte machen’ (1. Hälfte 19. Jh.), vielleicht unter Einwirkung von frz. verbaliser ‘mündlich verhandeln, ein Protokoll aufnehmen, viele Worte machen’. Allgemein ‘in Worte fassen, mit Worten ausdrücken’, in der Sprachwissenschaft ‘in Sprache umsetzen, zu einem Wort, Nomen ein Verb bilden, daraus ableiten’ (20. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Tätigkeitswort · ↗Zeitwort  ●  Verb  Hauptform · ↗Tunwort  ugs. · ↗Tuwort  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Adjektiv Adverb Endstellung Getrenntschreibung Hauptwort Infinitiv Konjugation Nebensatz Nomen Partizip Präposition Substantiv Substantivierung Verb Vergangenheitsform Zeitform Zusammenschreibung Zweitstellung finit intransitiv konjugieren konjugiert lateinisch reflexiv substantiviert transitiv trennbar unregelmäßig zusammengesetzt zusammenschreiben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verb‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Deshalb ist Ihre Kritik an der Verwendung des Verbs "sich entschuldigen" unzutreffend.
Die Welt, 17.02.2003
Da fehlen häufig die Verben, die aktiven Träger des handelnden Daseins.
Die Zeit, 20.01.1964, Nr. 03
Das gilt beispielsweise für die prädikativ verwendeten performativen und intentionalen Verben.
Habermas, Jürgen: Theorie des kommunikativen Handelns - Bd. 2. Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1981, S. 95
Die Verben »motivieren« und »figurieren« bezeichnen eindeutig die unterschiedliche Funktion.
Wehnert, Martin: Thema und Motiv. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 1077
Sie produziert die wundervollsten Formen und macht die schwächsten Verben stark.
Ernst, Otto: Appelschnut, Rostock: Hirnstoff 1989 [1907], S. 85
Zitationshilfe
„Verb“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Verb>, abgerufen am 19.12.2018.

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