Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Verbleib, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Verbleib(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ver-bleib
Grundformverbleiben
Wortbildung  mit ›Verbleib‹ als Letztglied: Klassenverbleib
eWDG

Bedeutung

gehoben
1.
das Verbleiben, Verweilen an einem Ort, in einem Bereich, der Aufenthalt
Beispiel:
wegen seiner angegriffenen Gesundheit verbot sich ein weiterer Verbleib in diesem gefährlichen Klima
2.
unbekannter Aufenthaltsort eines Menschen oder einer Sache
Beispiele:
den Verbleib eines Mannes, Kindes ermitteln
nach jmds., einer Sache Verbleib forschen
wir haben keinerlei Nachricht über seinen Verbleib
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bleiben · verbleiben · Verbleib · unterbleiben · übrigbleiben · Überbleibsel · bleibenlassen · Hinterbliebene(r) · Bleibe
bleiben Vb. ‘einen Ort nicht verlassen, einen bestimmten Zustand beibehalten, übrig sein’, ahd. bilīban ‘(weg-, unter)bleiben’ (8. Jh.), mhd. belīben, blīben, mnd. mnl. blīven, nl. blijven, aengl. belīfan sind Präfixbildungen zu einem untergegangenen Simplex germ. *līƀan, zu dem auch die Kausativa ahd. leiben ‘hinterlassen, übriglassen’, aengl. lǣfan, anord. leifa gehören. Die germ. Formen verbinden sich mit aind. limpáti ‘schmiert, klebt (an)’, griech. lípos (λίπος) ‘Fett’, lit. lìpti ‘kleben (bleiben), klebrig sein’, aslaw. prilьpěti ‘anhaften’ und führen auf ie. *leip- ‘mit Fett beschmieren, kleben’, eine Erweiterung der Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, schmieren’ (s. Leim), so daß für bleiben von ‘klebenbleiben, haften’ auszugehen ist (dazu s. auch leben). Möglich ist für germ. Formen mit der Bedeutung ‘übrigbleiben, -lassen’ aber auch ursprüngliche Zugehörigkeit zur Wurzel ie. *leiku̯- (s. elf und leihen). – verbleiben Vb. ‘an einem Aufenthaltsort oder in einem Zustand bleiben’, ferner ‘übereinkommen’, mhd. verblīben, verlīben ‘bleiben, ausbleiben’; dazu Verbleib m. ‘das Verweilen, Aufenthaltsort’ (aus der Kanzleisprache des 18. Jhs.). unterbleiben Vb. ‘nicht geschehen, nicht stattfinden’, seit frühnhd. Zeit belegt, doch vgl. spätmhd. underblībunge. übrigbleiben Vb. ‘als Rest zurückbleiben’ (15. Jh.), älter (heute umgangssprachlich, vornehmlich nordd.) überbleiben, mhd. überbelīben, mnd. ōverblīven, nl. overblijven; vgl. ahd. urbarlīban ‘übrigbleiben’ (9. Jh.); dazu Überbleibsel n. ‘kleiner Rest’ (17. Jh.); vgl. nl. overblijfsel. bleibenlassen Vb. ‘unterlassen, nicht mehr tun’, mhd. in der Fügung belīben lāʒen. Hinterbliebene(r) m. f. ‘Angehörige(r) eines Verstorbenen, Leidtragende(r)’ (18. Jh.), substantiviertes Part. Prät. zu dem heute untergegangenen Verb hinterbleiben ‘zurückbleiben’ gegenüber einem Scheidenden, Weggehenden. Bleibe f. ‘Aufenthaltsort, Unterkunft, Herberge’ (19. Jh.), besonders durch die Jugendbewegung verbreitet; älter, heute aber aufgegeben, sind gleichbed. Bleibeort m. und Bleibestätte f. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufenthaltsort · Verbleib
Synonymgruppe
(das) Bleiben · Bestand · Fortbestand · Fortdauer · Verbleib · Verbleiben

Typische Verbindungen zu ›Verbleib‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verbleib‹.

Verwendungsbeispiele für ›Verbleib‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es veranlaßte sie zugleich, noch einmal dem Verbleib der Pläne nachzuspüren. [Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 432]
Eigentlich wußte also niemand, worum es zwischen den Herren ging, und niemand wagte demzufolge, nach dem Verbleib der Dame sich zu erkundigen. [Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 289]
Er soll 30 Millionen Dollar veruntreut haben; der Verbleib weiterer 100 Millionen Dollar ist unklar. [C’t, 2000, Nr. 26]
Seither hat trotz intensiver Suche nach seinem Verbleib niemand mehr von ihm gehört. [konkret, 1999]
Aber wie hätte jemand etwas über seinen Verbleib aussagen sollen? [Seidel, Ina: Das Wunschkind, Frankfurt a. M. u. a.: Ullstein 1987 [1930], S. 365]
Zitationshilfe
„Verbleib“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Verbleib>.

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