Verbleib, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Verbleib(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungVer-bleib (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Verbleib‹ als Letztglied: ↗Klassenverbleib
eWDG, 1977

Bedeutung

gehoben
1.
das Verbleiben, Verweilen an einem Ort, in einem Bereich, der Aufenthalt
Beispiel:
wegen seiner angegriffenen Gesundheit verbot sich ein weiterer Verbleib in diesem gefährlichen Klima
2.
unbekannter Aufenthaltsort eines Menschen oder einer Sache
Beispiele:
den Verbleib eines Mannes, Kindes ermitteln
nach jmds., einer Sache Verbleib forschen
wir haben keinerlei Nachricht über seinen Verbleib
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bleiben · verbleiben · Verbleib · unterbleiben · übrigbleiben · Überbleibsel · bleibenlassen · Hinterbliebene(r) · Bleibe
bleiben Vb. ‘einen Ort nicht verlassen, einen bestimmten Zustand beibehalten, übrig sein’, ahd. bilīban ‘(weg-, unter)bleiben’ (8. Jh.), mhd. belīben, blīben, mnd. mnl. blīven, nl. blijven, aengl. belīfan sind Präfixbildungen zu einem untergegangenen Simplex germ. *līƀan, zu dem auch die Kausativa ahd. leiben ‘hinterlassen, übriglassen’, aengl. lǣfan, anord. leifa gehören. Die germ. Formen verbinden sich mit aind. limpáti ‘schmiert, klebt (an)’, griech. lípos (λίπος) ‘Fett’, lit. lìpti ‘kleben (bleiben), klebrig sein’, aslaw. prilьpěti ‘anhaften’ und führen auf ie. *leip- ‘mit Fett beschmieren, kleben’, eine Erweiterung der Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, schmieren’ (s. ↗Leim), so daß für bleiben von ‘klebenbleiben, haften’ auszugehen ist (dazu s. auch ↗leben). Möglich ist für germ. Formen mit der Bedeutung ‘übrigbleiben, -lassen’ aber auch ursprüngliche Zugehörigkeit zur Wurzel ie. *leiku̯- (s. ↗elf und ↗leihen). verbleiben Vb. ‘an einem Aufenthaltsort oder in einem Zustand bleiben’, ferner ‘übereinkommen’, mhd. verblīben, verlīben ‘bleiben, ausbleiben’; dazu Verbleib m. ‘das Verweilen, Aufenthaltsort’ (aus der Kanzleisprache des 18. Jhs.). unterbleiben Vb. ‘nicht geschehen, nicht stattfinden’, seit frühnhd. Zeit belegt, doch vgl. spätmhd. underblībunge. übrigbleiben Vb. ‘als Rest zurückbleiben’ (15. Jh.), älter (heute umgangssprachlich, vornehmlich nordd.) überbleiben, mhd. überbelīben, mnd. ōverblīven, nl. overblijven; vgl. ahd. urbarlīban ‘übrigbleiben’ (9. Jh.); dazu Überbleibsel n. ‘kleiner Rest’ (17. Jh.); vgl. nl. overblijfsel. bleibenlassen Vb. ‘unterlassen, nicht mehr tun’, mhd. in der Fügung belīben lāʒen. Hinterbliebene(r) m. f. ‘Angehörige(r) eines Verstorbenen, Leidtragende(r)’ (18. Jh.), substantiviertes Part. Prät. zu dem heute untergegangenen Verb hinterbleiben ‘zurückbleiben’ gegenüber einem Scheidenden, Weggehenden. Bleibe f. ‘Aufenthaltsort, Unterkunft, Herberge’ (19. Jh.), besonders durch die Jugendbewegung verbreitet; älter, heute aber aufgegeben, sind gleichbed. Bleibeort m. und Bleibestätte f. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufenthaltsort · Verbleib
Synonymgruppe
(das) Bleiben · ↗Bestand · ↗Fortbestand · ↗Fortdauer · Verbleib · Verbleiben

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amt Auskunft Beratungssystem Beute Bundesliga Eurozone Fußball-Bundesliga Hinweis Konfliktberatung Liga Lösegeld Nachforschung Referendum Spielklasse UN-Truppe Vermißte Verschwundene Volksabstimmung Weltgruppe aufklären aussprechen bangen dauerhaft erkundigen forschen klären sichern ungeklärt unklar votieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verbleib‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An einem anderen Grab rief ein anderer trauernder Vater zum Verbleib in Gaza auf.
Die Welt, 17.05.2004
Danach habe ihn der weitere Verbleib des Geldes nicht mehr interessiert.
Der Tagesspiegel, 28.08.2000
Entscheidung über den Verbleib bedeutet souveräne Entscheidung der gesamtdeutschen Regierung.
Nr. 217: Vorlage der Arbeitsgruppe Innenpolitische Grundsatzfragen an Schäuble vom 13. März 1990. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1990], S. 27644
Es veranlaßte sie zugleich, noch einmal dem Verbleib der Pläne nachzuspüren.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 432
Aber wie hätte jemand etwas über seinen Verbleib aussagen sollen?
Seidel, Ina: Das Wunschkind, Frankfurt a. M. u. a.: Ullstein 1987 [1930], S. 365
Zitationshilfe
„Verbleib“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Verbleib>, abgerufen am 17.10.2019.

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