Verbrecher, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Verbrechers · Nominativ Plural: Verbrecher
Aussprache
WorttrennungVer-bre-cher
Wortzerlegungverbrechen-er
Wortbildung mit ›Verbrecher‹ als Erstglied: ↗Verbrecheralbum · ↗Verbrecherbande · ↗Verbrecherin · ↗Verbrecherjagd · ↗Verbrecherkartei · ↗Verbrecherorganisation · ↗Verbrecherpack · ↗Verbrecherring · ↗Verbrechertum · ↗Verbrecherunwesen · ↗verbrecherisch
 ·  mit ›Verbrecher‹ als Letztglied: ↗Berufsverbrecher · ↗Gewaltverbrecher · ↗Gewohnheitsverbrecher · ↗Großverbrecher · ↗Kapitalverbrecher · ↗Kriegsverbrecher · ↗NS-Verbrecher · ↗Naziverbrecher · ↗Schwerverbrecher · ↗Sexualverbrecher · ↗Sittlichkeitsverbrecher · ↗Staatsverbrecher · ↗Triebverbrecher · ↗Wirtschaftsverbrecher
eWDG, 1977

Bedeutung

jmd., der ein Verbrechen begeht
Beispiele:
ein böswilliger, gefährlicher, geständiger, notorischer Verbrecher
einen Verbrecher verhaften, verurteilen
einen Verbrecher auf frischer Tat ertappen
nach einem Verbrecher fahnden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brechen · Brecher · aufbrechen · Aufbruch · ausbrechen · einbrechen · Einbruch · Einbrecher · gebrechen · Gebrechen · gebrechlich · verbrechen · Verbrechen · Verbrecher · verbrecherisch
brechen Vb. ‘in Stücke teilen, zerfallen’, ahd. brehhan ‘brechen, reißen, vernichten’ (8. Jh.), mhd. brechen, asächs. brekan, mnd. mnl. brēken, nl. breken, afries. breka, aengl. brecan, engl. to break, got. brikan (germ. *brekan) sind verwandt mit den im Ablautverhältnis stehenden Bildungen ↗Brache, ↗Bruch m. und ↗Brocken (s. d.) sowie mit lat. frangere ‘(zer)brechen’ (mit nur präsentischem n; s. ↗Fraktur), so daß sich ie. *bhreg̑- ‘brechen, krachen’ als Ausgangsform erschließen läßt. Brecher m. ‘Sturzsee’ (19. Jh., nach engl. breaker). aufbrechen Vb. ‘sich auf den Weg machen, gewaltsam öffnen’, mhd. ūfbrechen; Aufbruch m. mhd. ūfbruch. ausbrechen Vb. ahd. ūʒbrehhan (Hs. 13. Jh.), mhd. ūʒbrechen. einbrechen Vb. ‘gewaltsam eindringen’, ahd. inbrehhan ‘eindringen, hineinstürzen’ (9. Jh.), mhd. īnbrechen; Einbruch m. mhd. īnbruch ‘das Eindringen, Eingriff, Schaden’; Einbrecher m. ‘wer gewaltsam eindringt und sich an fremdem Eigentum vergreift’ (16. Jh.). gebrechen Vb. ‘fehlen, mangeln’, mhd. gebrechen ‘brechen, fehlen, mangeln’; nur noch in es gebricht (mir) an etw., z. B. an Geld, Zeit, Mut (d. h. etw. bricht „geht“ mir ab, daher ‘es fehlt mir’). Vgl. ahd. gibrehhan ‘zerschmettern’, reflexiv ‘sich unterwerfen’ (11. Jh.). Dazu gehört der substantivierte Infinitiv Gebrechen n. ‘körperlicher Fehler, Krankheit’ (14. Jh.); vgl. dagegen mhd. gebreche m. ‘Mangel, Beschwerde, Krankheit’; gebrechlich Adj. ‘hinfällig’, mhd. gebrechlich. verbrechen Vb. ‘das Gesetz brechen, sich schwer vergehen’, ahd. firbrehhan (9. Jh.), mhd. verbrechen ‘zerschlagen, zerstören’, ursprünglich verstärktes brechen (wie zerbrechen), doch schon in mhd. Rechtssprache ‘eine Verbindlichkeit, ein Gebot übertreten, verletzen’. Der substantivierte Infinitiv Verbrechen n. ‘Straftat, schweres Vergehen’ in diesem juristischen Sinne erst im 17. Jh. Verbrecher m. ‘Gesetzesbrecher’ (17. Jh.); dagegen bezeichnet mhd. frühnhd. verbrecher jeden, der sich eines kleinen Vergehens schuldig macht. verbrecherisch Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bandit · ↗Gangster · ↗Gauner · ↗Halunke · ↗Lump · ↗Schurke  ●  Verbrecher  Hauptform · ↗Galgenstrick  ugs. · ↗Galgenvogel  ugs. · ↗Ganove  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Delinquent · ↗Gesetzesbrecher · Krimineller · ↗Schuft · ↗Straftäter · ↗Täter · Verbrecher · kriminelles Element · ↗Übeltäter  ●  ↗Malefikant  geh., veraltet · ↗Schächer (bib.)  geh. · schwerer Junge  ugs., fig.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bande Bestrafung Fahndung Jagd Menschlichkeit Mörder Terrorist Verbrecher Verräter Versager bestrafen brutal deutsch-faschistisch faschistisch flüchtig geboren gefährlich gemein gesucht gewöhnlich jagen jugendlich meistgesucht mutmaßlich organisiert potentiell skrupellos stempeln verurteilt überführen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verbrecher‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich will Ihnen nicht die Verbrechen Ihres Vaters unter die Nase reiben, aber Sie sind der Sohn eines Verbrechers.
Bild, 29.04.2005
Am Ende ging er als der größte Verbrecher in die Geschichte ein.
Die Zeit, 25.10.2000, Nr. 43
Es muß der Zweck der Gesetze sein, Verbrechen zu verhüten, sie auszutilgen, die Gemeinschaft von dem Verbrecher zu befreien.
Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 979
Der Verbrecher sei von seiner Schuld durchdrungen wie von sich selbst.
Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 957
Der Beamte war auf der Suche nach einem flüchtigen Verbrecher.
Friedländer, Hugo: Justizirrtümer. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 22542
Zitationshilfe
„Verbrecher“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Verbrecher>, abgerufen am 20.11.2019.

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