Verdacht, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Verdacht(e)s · Nominativ Plural: Verdachte/Verdächte · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungVer-dacht
Wortbildung mit ›Verdacht‹ als Erstglied: ↗Verdachtsdiagnose · ↗Verdachtsgrund · ↗Verdachtslage · ↗Verdachtsmoment
 ·  mit ›Verdacht‹ als Letztglied: ↗Anfangsverdacht · ↗Betrugsverdacht · ↗Dopingverdacht · ↗Fluchtverdacht · ↗Generalverdacht · ↗Ideologieverdacht · ↗Korruptionsverdacht · ↗Krebsverdacht · ↗Malariaverdacht · ↗Manipulationsverdacht · ↗Mordverdacht · ↗Scharlachverdacht · ↗Seuchenverdacht · ↗Spionageverdacht · ↗Tatverdacht · ↗Tollwutverdacht
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
Vermutung eines schuldhaften Verhaltens, Argwohn
Beispiele:
ein leichter, schwerer, schlimmer, dunkler, leiser, schwacher, (un)begründeter, (un)gerechtfertigter Verdacht
es besteht ein dringender, kein, nicht der geringste Verdacht
der Verdacht fiel, richtete sich auf sie
gegen ihn liegt kein Verdacht vor
der Verdacht gegen ihn erwies sich als gegenstandslos
ein Verdacht kommt auf, taucht auf, beschleicht jmdn., quält jmdn.
gehoben ein Verdacht steigt in jmdm. auf
einem Verdacht Nahrung geben
sich einem Verdacht aussetzen
man wird den Verdacht nicht los, dass ...
man hatte nicht den leisesten Verdacht, dass er mit dieser Sache etw. zu tun haben könnte
Verdacht schöpfen
gehoben Verdacht hegen
einen (bestimmten) Verdacht haben
einen Verdacht äußern, aussprechen, fassen, entkräften, fallen lassen
den Verdacht auf jmdn., einen anderen lenken, (ab)wälzen, von sich ablenken
sein eigenartiges Verhalten musste Verdacht hervorrufen, erregte, erweckte Verdacht
keinen Verdacht aufkommen lassen
er steht außer Verdacht
gegen jeden Verdacht geschützt, gefeit sein
jmdn. (ernstlich, dringend) im, in Verdacht haben
er steht im, in Verdacht, diesen Diebstahl begangen zu haben
sie wurde dadurch in ihrem Verdacht bestärkt
in (einen falschen) Verdacht kommen, geraten
sein Verhalten ist über jeden, allen Verdacht erhaben
unter (starkem) Verdacht stehen
er wurde unter dem Verdacht des Betruges verhaftet
jmdn., sich von einem Verdacht befreien, rein waschen
es bestand kein Grund zu dem Verdacht, er könne an dieser Tat beteiligt gewesen sein
2.
umgangssprachlich etw. auf Verdacht (hin) tunetw. tun in der Erwägung, dass ein bestimmtes Ereignis, eine bestimmte Folge eintreten könnte
Beispiel:
er hat auf Verdacht mehrere Flaschen Wein gekauft, denn seine Freunde wollen ihn vielleicht in nächster Zeit einmal besuchen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Verdacht · verdächtig · verdächtigen
Verdacht m. ‘Vermutung eines schuldhaften Verhaltens, Argwohn’ (16. Jh.), Verbalabstraktum zu verdenken in dessen Bedeutung ‘Übles von jmdm. denken, jmdn. in Verdacht haben, verargen’ (wie ↗Bedacht zu ↗bedenken, s. d.). Vgl. mnd. vordacht f. ‘das Verdenken, Bösesein, schlechte Empfindung, Verdacht, Argwohn’ (14. Jh.); feminines Genus begegnet zuweilen auch im Hd. (Luther). Zur Etymologie s. ↗denken. verdächtig Adj. ‘Verdacht erregend, zweifelhaft’, mhd. verdæhtic ‘überlegt, vorbedacht, Verdacht hegend, argwöhnisch’, dann (17. Jh.) ‘mit Verdacht behaftet’. verdächtigen Vb. ‘jmdn. in Verdacht haben, Verdacht gegen jmdn., etw. hegen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Anfangsverdacht · Verdacht · ↗Verdächtigung · ↗Vermutung
Assoziationen
Synonymgruppe
Argwohn · ↗Misstrauen · Verdacht

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beihilfe Bestechlichkeit Betrug Ermittlung Ermittlungsverfahren Geldwäsche Körperverletzung Steuerhinterziehung Untreue aufdrängen aufkommen ausräumen aussetzen begründet bestehen bestätigen dringend einleiten erhärten ermitteln festnehmen geraten hegen nachgehen nahelegen naheliegen nähren schöpfen verhaften äußern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verdacht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst später ließen sie den Verdacht auf Bildung einer "kriminellen Vereinigung" fallen.
Die Zeit, 03.07.2013, Nr. 28
Und langsam wuchs in ihm der Verdacht, daß sie ihn ausgenutzt hatte.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 40
Aber damit bestätigt man wieder den Verdacht, alles zu verdrängen.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 341
Man kann zu leicht in den Verdacht kommen, als wolle man aus erster Hand recht eingehende Details der eklatanten Geschichte einsammeln.
Schramm, Hermine [d.i. Meißner, Hermine]: Das richtige Benehmen in der Familie, in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 6650
Falls sich mein Verdacht bewahrheitet, ist die Liaison jedenfalls noch jung und zerbrechlich.
Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 148
Zitationshilfe
„Verdacht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Verdacht>, abgerufen am 19.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Verdaccio
Verchromung
verchromen
verchristlichen
verchartern
verdächtig
Verdächtige
verdächtigen
Verdächtigte
Verdächtigung