Verdienst, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Verdienstes · Nominativ Plural: Verdienste
Aussprache  [fɛɐ̯ˈdiːnst]
Worttrennung Ver-dienst
Grundformverdienen
Wortbildung  mit ›Verdienst‹ als Erstglied: Verdienstausfall · Verdienstfest · Verdienstminderung · Verdienstmöglichkeit · Verdienstnachweis · Verdienstquelle · Verdienstspanne · verdienstlos
 ·  mit ›Verdienst‹ als Letztglied: Arbeitsverdienst · Bruttoverdienst · Doppelverdienst · Durchschnittsverdienst · Hauptverdienst2 · Jahresverdienst · Monatsverdienst · Nebenverdienst · Nettoverdienst · Reinverdienst · Stundenverdienst · Zusatzverdienst
eWDG

Bedeutung

durch Arbeit verdientes Geld, Lohn, Gehalt, Einkommen
Beispiele:
einen hohen, guten, geringen, schmalen Verdienst haben
umgangssprachlicheinen schönen Verdienst haben
einen Teil seines Verdienstes sparen, zurücklegen, abgeben
ohne Verdienst sein
sein monatlicher Verdienst ist ausreichend
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dienen · Diener · dienern · dienlich · Dienst · Dienstmann · verdienen · Verdienst · verdienstlich
dienen Vb. ‘für jmdn. etw. tun, ihm helfen, abhängig sein’, ahd. thionōn (8. Jh.), mhd. dienen, asächs. thionon, mnd. dēnen, mnl. nl. dienen, anord. (aus dem Mnd.?) þjōna, schwed. tjäna (germ. *þewanōn) ist eine mit -n- erweiterte Ableitung von germ. *þewa- ‘Sklave, Knecht’, das in got. þius ‘Knecht’, urnord. þewaʀ ‘Diener, Lehnsmann’, aengl. þēo(w) ‘Diener, Knecht, Unfreier’ bezeugt ist (s. auch Demut). Verbindet man germ. *þewa- mit aind. takti ‘eilt’, lit. tekė́ti ‘laufen, fließen, rinnen’, aslaw. tešti ‘laufen, rennen’, russ. teč’ (течь) ‘fließen’, so ist Anschluß an die Wurzel ie. *teku̯- ‘laufen, fließen’ möglich. Für das Subst. ergäbe sich eine Bedeutungsentwicklung von ‘Läufer’ zu ‘Knecht’ und für das abgeleitete Verb eine Ausgangsbedeutung ‘Knecht sein’, die schließlich den Sinn ‘behilflich sein’ und (bei Sachen) ‘nützlich, geeignet sein’ annimmt. Diener m. ‘Aufwärter, Hausangestellter’, auch ‘wer im Auftrage einer Institution, in der Bindung an eine Aufgabe seine Pflicht erfüllt’, ahd. thionāri (11. Jh.), mhd. dienære; danach (Ende 17. Jh.) ‘Verbeugung’ (nach der Art eines Bediensteten, eines Untertans), wozu dienern Vb. ‘sich (mehrmals) verbeugen’ (19. Jh.). dienlich Adj. ‘nützlich, förderlich’ (14. Jh.). Dienst m. ‘Arbeitsverhältnis im Haushalt’, allgemeiner ‘Berufs-, Amtspflicht’; das mit dem ie. Suffix -st- zum Verb gebildete Abstraktum (germ. *þewanōst-) bezeichnet die Tätigkeit des Dienens, ahd. thionōst (8. Jh.), mhd. dienest ‘Ergebenheit, Ausübung religiöser Pflichten, Aufwartung, Erfüllung standesrechtlicher Verpflichtungen innerhalb des Feudalsystems’, asächs. thionost und (erweitert zum fem. n-Stamm) anord. þjōnusta f. Dienstmann m. ‘Besorger von Botengängen’ (19. Jh.), ahd. thionōstman (8. Jh.), mhd. dienestman ‘Knecht, Helfer’, dann auch (in der Übersetzung von mlat. ministerialis) ‘niederer Lehnsmann’. verdienen Vb. ‘durch Arbeit erwerben’ (z. B. Lohn), ‘für seine Bemühungen wert sein’ (z. B. Lob, Tadel), ahd. firthionōn (um 1000), mhd. verdienen. Verdienst m. ‘Erwerb, Lohn, Gewinn’, n. ‘anerkennenswerte (oder auch schuldhafte) Tat’, frühnhd. verdienst, mnd. vordēnst. verdienstlich Adj. ‘anerkennungswürdig’ (15. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Verdienst‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verdienst‹.

Verwendungsbeispiele für ›Verdienst‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Würde sich bei der neuen Arbeit nicht sein Verdienst verschlechtern? [Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 230]
Das ist eines der bedeutendsten Verdienste in seinem bisherigen literarischen Schaffen. [Neue deutsche Literatur, 1954, Nr. 1, Bd. 2]
Der Arbeiter könnte oft nicht existieren, wenn nicht seine Frau versuchen wollte, noch nebenbei einen kleinen Verdienst zu schaffen. [o. A.: Tagung der NS-Reichsfrauenschaft auf dem Reichsparteitag der NSDAP in der Nürnberger Kongresshalle, 11.09.1936]
Ihm kommt das Verdienst zu, die erste chilenische Oper geschrieben zu haben. [Rottmann, Kurt: Bisquertt Prado. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1973], S. 3046]
Bleibend sind seine Verdienste um die kulturelle Förderung des kroatischen Volkes. [Maron, G.: Stroßmayer. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 32716]
Zitationshilfe
„Verdienst“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Verdienst#1>.

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Verdienst, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Verdienstes · Nominativ Plural: Verdienste
Aussprache  [fɛɐ̯ˈdiːnst]
Worttrennung Ver-dienst
Wortbildung  mit ›Verdienst‹ als Erstglied: Verdienstkreuz · Verdienstmedaille · Verdienstorden · verdienstlich · verdienstvoll
 ·  mit ›Verdienst‹ als Letztglied: Hauptverdienst1
eWDG

Bedeutung

Tat, Leistung, die Anerkennung, Dank verdient
Beispiele:
seine Verdienste als Ingenieur, Arzt sind bekannt, sollen durch diese Auszeichnung gewürdigt werden
sein besonderes, bleibendes, persönliches Verdienst besteht darin, dass …
das außerordentliche, historische, weltgeschichtliche Verdienst eines Staatsmannes
es ist (nicht) dein Verdienst, dass alles so gut verlaufen ist
jmdn. nach seinen Verdiensten behandeln, belohnen
jmds. Verdienste schmälern, herabsetzen, überbetonen
sich [Dativ] ein Verdienst, Verdienste erwerben (= etw. leisten, das Anerkennung, Dank verdient)
Beispiele:
er hat sich bedeutende, außergewöhnliche Verdienste um die Wissenschaft, den Wiederaufbau der Stadt, den Sport erworben
er hat große Verdienste auf diesem Gebiet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dienen · Diener · dienern · dienlich · Dienst · Dienstmann · verdienen · Verdienst · verdienstlich
dienen Vb. ‘für jmdn. etw. tun, ihm helfen, abhängig sein’, ahd. thionōn (8. Jh.), mhd. dienen, asächs. thionon, mnd. dēnen, mnl. nl. dienen, anord. (aus dem Mnd.?) þjōna, schwed. tjäna (germ. *þewanōn) ist eine mit -n- erweiterte Ableitung von germ. *þewa- ‘Sklave, Knecht’, das in got. þius ‘Knecht’, urnord. þewaʀ ‘Diener, Lehnsmann’, aengl. þēo(w) ‘Diener, Knecht, Unfreier’ bezeugt ist (s. auch Demut). Verbindet man germ. *þewa- mit aind. takti ‘eilt’, lit. tekė́ti ‘laufen, fließen, rinnen’, aslaw. tešti ‘laufen, rennen’, russ. teč’ (течь) ‘fließen’, so ist Anschluß an die Wurzel ie. *teku̯- ‘laufen, fließen’ möglich. Für das Subst. ergäbe sich eine Bedeutungsentwicklung von ‘Läufer’ zu ‘Knecht’ und für das abgeleitete Verb eine Ausgangsbedeutung ‘Knecht sein’, die schließlich den Sinn ‘behilflich sein’ und (bei Sachen) ‘nützlich, geeignet sein’ annimmt. Diener m. ‘Aufwärter, Hausangestellter’, auch ‘wer im Auftrage einer Institution, in der Bindung an eine Aufgabe seine Pflicht erfüllt’, ahd. thionāri (11. Jh.), mhd. dienære; danach (Ende 17. Jh.) ‘Verbeugung’ (nach der Art eines Bediensteten, eines Untertans), wozu dienern Vb. ‘sich (mehrmals) verbeugen’ (19. Jh.). dienlich Adj. ‘nützlich, förderlich’ (14. Jh.). Dienst m. ‘Arbeitsverhältnis im Haushalt’, allgemeiner ‘Berufs-, Amtspflicht’; das mit dem ie. Suffix -st- zum Verb gebildete Abstraktum (germ. *þewanōst-) bezeichnet die Tätigkeit des Dienens, ahd. thionōst (8. Jh.), mhd. dienest ‘Ergebenheit, Ausübung religiöser Pflichten, Aufwartung, Erfüllung standesrechtlicher Verpflichtungen innerhalb des Feudalsystems’, asächs. thionost und (erweitert zum fem. n-Stamm) anord. þjōnusta f. Dienstmann m. ‘Besorger von Botengängen’ (19. Jh.), ahd. thionōstman (8. Jh.), mhd. dienestman ‘Knecht, Helfer’, dann auch (in der Übersetzung von mlat. ministerialis) ‘niederer Lehnsmann’. verdienen Vb. ‘durch Arbeit erwerben’ (z. B. Lohn), ‘für seine Bemühungen wert sein’ (z. B. Lob, Tadel), ahd. firthionōn (um 1000), mhd. verdienen. Verdienst m. ‘Erwerb, Lohn, Gewinn’, n. ‘anerkennenswerte (oder auch schuldhafte) Tat’, frühnhd. verdienst, mnd. vordēnst. verdienstlich Adj. ‘anerkennungswürdig’ (15. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Verdienst‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Verdienst‹.

Verwendungsbeispiele für ›Verdienst‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist eines der bedeutendsten Verdienste in seinem bisherigen literarischen Schaffen. [Neue deutsche Literatur, 1954, Nr. 1, Bd. 2]
Der Arbeiter könnte oft nicht existieren, wenn nicht seine Frau versuchen wollte, noch nebenbei einen kleinen Verdienst zu schaffen. [o. A.: Tagung der NS-Reichsfrauenschaft auf dem Reichsparteitag der NSDAP in der Nürnberger Kongresshalle, 11.09.1936]
Ihm kommt das Verdienst zu, die erste chilenische Oper geschrieben zu haben. [Rottmann, Kurt: Bisquertt Prado. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1973], S. 3046]
Bleibend sind seine Verdienste um die kulturelle Förderung des kroatischen Volkes. [Maron, G.: Stroßmayer. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 32716]
Es ist wahr, daß sie sättigt, aber das bedeutet ihnen ein bescheidenes Verdienst. [Bauer, Hans: Tisch und Tafel in alten Zeiten, Leipzig: Koehler & Amelang 1967, S. 148]
Zitationshilfe
„Verdienst“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Verdienst#2>.

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