Vereinswesen, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Vereinswesens · wird nur im Singular verwendet
WorttrennungVer-eins-we-sen
WortzerlegungVerein-wesen
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2019

Bedeutungen

1.
Gesamtheit der Vereine und ihre Aktivitäten
siehe auch VereinslebenQuelle: DWDS, 2019
Beispiele:
Der Nordrhein-Westfale taucht gerne in Gruppen auf, weshalb das Vereinswesen in dem Bundesland sehr ausgeprägt ist. Allein in Köln und Düsseldorf gibt es rund 200 Karnevalsgesellschaften, der Rheinische Schützenbund zählt mehr als 1000 Vereine. Aber auch Brieftaubenzüchter, Kegler und Kleingärtner mögen das Gruppendasein. [Die Welt, 13.05.2017]
In der Türkei[…] sind nur zwei Prozent der Menschen in Sportvereinen organisiert. In Deutschland sind es 34 Prozent. Das deutsche Vereinswesen wird in vielen Einwandererfamilien als fremdartig empfunden. [Der Spiegel, 11.06.2011, Nr. 24]
Er [der Pathologe und Politiker Rudolf Virchow] stürzte sich in das 1848 in Berlin aufblühende politische Vereinswesen, wo er stets unter den Radikalen zu finden war. Er beteiligte sich an Handwerker- und Maschinenbauarbeitervereinen und am demokratischen Club, der bedeutendsten politischen Organisation Berlins während der Revolutionszeit. [Berliner Zeitung, 22.04.1998]
Hier [in dem kleinen bayerischen Dorf] lebt er seit seiner Geburt, hier blieben auch die Eltern nach der Übergabe des Anwesens, das der Sepp heute zusammen mit Ehefrau und zwei Kindern nach biologischen Grundsätzen bewirtschaftet. Zudem ist der junge Bauer auch im örtlichen Vereinswesen eine feste Größe – als Goaßlschnalzer (= Peitschenknaller), Fußballer, Feuerwehrmann und Mitglied des Trachtenvereins. [Süddeutsche Zeitung, 23.02.1996]
Die mit 10.000 Mark dotierte Auszeichnung wird von der Heimatstadt Adolf Kolpings (1813-1865) für beispielhaftes soziales Handeln verliehen. Kolping war der Gründer des Kölner Gesellenvereins und Initiator eines sozialen katholischen Vereinswesens in Deutschland. [Neue Zeit, 09.07.1990]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: das katholische, kirchliche Vereinswesen
2.
spezieller das Vereinsleben mit seinen typischen, charakteristischen EigenartenQuelle: DWDS, 2019
Beispiele:
Tatsächlich kann ein Mensch, wenn er erst einmal 80 Jahre alt und Mitglied in mehreren Vereinen ist, gar nicht verhungern. Im bayerischen Vereinswesen ist es nämlich eine Selbstverständlichkeit, dass einem altbewährten Mitglied zum runden Geburtstag ein Geschenkkorb überreicht wird. [Süddeutsche Zeitung, 04.03.2017]
[Der Schriftsteller Johann Peter] Hebel ist nicht in unserem Sinne politisch gewesen, er war ein aufgeklärter Untertan. Ganz und gar aber gab er sich dem geselligen Vereinswesen der Zeit hin – das war mehr als ein kleiner Vorgriff auf die bürgerliche Geselligkeit, auf den Citoyen (= Staatsbürger), der am Gemeinwesen Anteil haben will. [Die Welt, 08.05.2010]
Salons, das ist modern. Die Auferstehung des guten alten, kultivierten Berlin. Das duftet nach Individualität, nach Exklusivität. Aber Vereinswesen? Das assoziiert Statuten, Paragrafen, Kassenwarte, Beiträge. Vereinsmeierei. [Berliner Zeitung, 09.12.2000]
Frustriert von Bürokratie und Formalismus des deutschen Vereinswesens, durchkämmten die [britischen] Gründerväter der Exiles [ein Rugbyclub in Hamburg] 1966 das Hamburger Telefonbuch nach englisch klingenden Namen, um eine vollständige Mannschaft zusammenzubringen. [die tageszeitung, 03.05.1996]

Typische Verbindungen zu ›Vereinswesen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bier bürgerlich katholisch kirchlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vereinswesen‹.

Zitationshilfe
„Vereinswesen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vereinswesen>, abgerufen am 17.02.2020.

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