Vergeltung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Vergeltung · Nominativ Plural: Vergeltungen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungVer-gel-tung (computergeneriert)
Wortzerlegungvergelten-ung
Wortbildung mit ›Vergeltung‹ als Erstglied: ↗Vergeltungsakt · ↗Vergeltungsaktion · ↗Vergeltungsmaßnahme · ↗Vergeltungsschlag
 ·  mit ›Vergeltung‹ als Letztglied: ↗Wiedervergeltung
eWDG, 1977

Bedeutung

Rache
Beispiele:
der Tag, die Stunde der Vergeltung
diese böse Tat schreit nach Vergeltung
für etw. Vergeltung üben (= sich für etw. rächen)
ich habe es nicht um Vergeltung (= des Dankes willen) getan
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gelten · Gült · Gülte · gültig · Gültigkeit · entgelten · Entgelt · unentgeltlich · vergelten · Vergeltung · gelt1 · gell(e)
gelten Vb. ‘wert sein, einen bestimmten Wert haben, gültig sein, Gültigkeit haben, angesehen, gehalten werden (für), bestimmt sein (für)’, ahd. geltan ‘(zurück)zahlen, entschädigen, opfern, wert sein’ (8. Jh.), mhd. gelten (auch ‘Einkünfte bringen’), asächs. geldan, mnd. gelden, mnl. ghelden ‘zahlen, lohnen, vergelten’, nl. gelden, afries. gelda, aengl. gieldan ‘(be)zahlen, verehren, opfern, strafen’, engl. to yield ‘als Ertrag geben, hervorbringen, ergeben, einbringen’, anord. gjalda ‘bezahlen, vergelten’, got. fragildan, usgildan ‘vergelten, erstatten’ führen auf germ. *geldan ‘erstatten, entrichten’ (zuerst auf Opferhandlungen bezogen). Diesem entsprechen aslaw. žlědǫ, žladǫ ‘zahle ab, vergelte’, aruss. želedu ‘zahle, büße’. Falls die slaw. Formen nicht aus dem Germ. entlehnt sind (was Vasmer 1, 415 für unwahrscheinlich hält), läßt sich ein nicht weiter verfolgbarer Ansatz ie. *gheldh- rechtfertigen. Mit gelten sind verwandt ↗Geld, ↗Gilde (s. d.) sowie (ablautend) Gült, Gülte f. südd. ‘Abgabe, Zins, Grundstücksertrag, Grundschuld’, schweiz. ‘Grundschuldverschreibung’, mhd. gülte ‘Schuld, Zahlung, Einkommen, Rente, Zins, Wert, Preis’, und davon abgeleitet (semantisch zunehmend von gelten beeinflußt) gültig Adj. ‘geltend, in Gebrauch befindlich, amtlich anerkannt, wirksam’, mhd. gültic ‘im Preis stehend, teuer, zu zahlen verpflichtet’, Gültigkeit f. (15. Jh.). entgelten Vb. ‘bezahlen, vergüten, entschädigen, büßen’, ahd. in(t)geltan (9. Jh.), mhd. en(t)gelten ‘für etw. zahlen, büßen’, dazu Entgelt n. ‘Lohn, Bezahlung, Vergütung für eine Arbeit oder für aufgewandte Mühe’ (15. Jh.) und unentgeltlich Adj. ‘ohne Entgelt, kostenlos, umsonst’ (um 1500). vergelten Vb. ‘vergüten, entgelten, lohnen, heimzahlen’, ahd. firgeltan (um 800), mhd. vergelten ‘zurückzahlen, zurückerstatten, heimzahlen’; Vergeltung f. ‘das Vergelten, Rache, Strafe’, ahd. firgeltunga ‘Geldzahlung für erwiesene Dienste’ (Hs. 12. Jh.), mnd. vergeldinge (1507; mhd. nicht nachgewiesen). gelt1, auch gell(e), Interjektion eine besonders im Südd., Südwestd. und Md. übliche formelhafte Äußerung, mit der man sich der Zustimmung eines anderen vergewissern will, im Sinne von ‘nicht wahr?, ja?’, spätmhd. gelte ‘es möge gelten’, eigentlich 3. Pers. Sing. Konj. Präs. von gelten, möglicherweise zuerst als Bekräftigung bei Wett- und Vertragsabschlüssen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gegenschlag · ↗Heimzahlung · ↗Racheakt · ↗Repressalie · ↗Revanche · ↗Schadloshaltung · Vergeltung · ↗Vergeltungsakt · ↗Vergeltungsmaßnahme
Synonymgruppe
Rache · ↗Revanche · Vergeltung  ●  ↗Retourkutsche  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschreckung Anschlag Attentat Bombenanschlag Doktrin Ermordung Luftangriff Partisanenanschlag Rache Selbstmordanschlag Selbstmordattentat Spirale Sühne Terroranschlag Teufelskreis Tötung Vergebung Vergeltung androhen atomar beschießen blutig bombardieren gerecht jenseitig massiv nuklear schwören sinnen üben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vergeltung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Akt blinder israelischer Vergeltung aber war dies gewiss nicht.
Süddeutsche Zeitung, 23.03.2004
Ich wollte Vergeltung gegen diejenigen üben, die uns das angetan haben.
Der Tagesspiegel, 08.09.2002
Als ihr das misslingt, droht sie ihm blutige Vergeltung an.
Fath, Rolf: Werke - M. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 22360
Der Glaube an eine gerechte Vergeltung auf Erden ist hier noch ungebrochen.
Soden, Wolfram von: Der Nahe Osten im Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 22377
Daher wird gerade jetzt der Glaube an eine mechanische Vergeltung so allgemein und unausrottbar.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 18738
Zitationshilfe
„Vergeltung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vergeltung>, abgerufen am 15.12.2018.

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