Vergeudung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Vergeudung · Nominativ Plural: Vergeudungen · Verwendung im Plural ungebräuchlich
Aussprache  [fɛɐ̯ˈgɔɪ̯dʊŋ]
Worttrennung Ver-geu-dung
Wortzerlegung  vergeuden -ung
Wortbildung  mit ›Vergeudung‹ als Letztglied: Kraftvergeudung
Wahrig und ZDL

Bedeutung

nutzloser, verschwenderischer Umgang beim Verbrauch von etw.
Synonym zu Verschwendung
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine sinnlose, ungeheure, gigantische Vergeudung
mit Akkusativobjekt: eine Vergeudung [von etw.] darstellen
in Präpositionalgruppe/-objekt: zu(r) Vergeudung [von etw.] führen
mit Genitivattribut: eine Vergeudung der Ressourcen
hat Präpositionalgruppe/-objekt: die Vergeudung von Ressourcen, Steuergeldern; die Vergeudung von Kraft, Energie, Zeit
Beispiele:
Der Bund der Steuerzahler Hamburg stellt heute seine Liste mit Beispielen öffentlicher Vergeudung von Steuergeld vor. [Die Zeit, 30.09.2015 (online)]
Seit April 2012 ermittelte die Justiz wegen »Verschwendung, Vergeudung und Unterschlagung öffentlicher Gelder durch einen hohen Beamten oder einen seiner Untergebenen«. [Die Welt, 12.12.2013]
Man gerät auch in Panik, wenn man anfängt zu putzen und aufzuräumen, weil man denkt, dass es reine Vergeudung von Zeit und Lebenskraft ist. [Der Tagesspiegel, 23.03.2001]
Richard Pietraß stellte Arbeiten aus den Jahren von 1973 bis 1992 vor. War es in der DDR die Vormundschaft des Staates gegenüber den Bürgern, die er in Gedichte faßte, weist er heute auf sinnlose Vergeudung von Natur und Landschaft hin. [Berliner Zeitung, 10.05.1994]
Immer weniger […] vermag ein Wissenschaftler alle sein Spezialgebiet betreffenden Veröffentlichungen zu erfassen, zu lesen und zu verarbeiten. Das birgt die Gefahr der Vergeudung von Mitteln und Arbeitskraft in sich, indem bereits gelöste wissenschaftliche Aufgaben aus Unkenntnis erneut in Angriff genommen werden. [Berliner Zeitung, 13.07.1985]
Die schmalen industriellen Erfolge, die die Planwirtschaft [im Sozialismus] hervorgebracht hat, sind unter solchen Vergeudungen von Arbeit, Gesundheit und Ressourcen vor sich gegangen, daß das Wort »Vernunft« in diesem Zusammenhang nur noch ironisch verwendet werden könnte. [die tageszeitung, 22.09.1989] ungewöhnl. Pl.

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

vergeuden · Vergeudung
vergeuden Vb. ‘verschwenden, nutzlos, sinnlos vertun’, mhd. vergiuden, verstärkende Präfixbildung zu dem im Frühnhd. untergegangenen Verb geuden, mhd. giuden, göuden, (md.) gūden ‘prahlen, großtun, Verschwendung treiben, fröhlich sein’; vgl. dazu das Abstraktum mhd. giude ‘Freude, Jubel, Genuß, Verschwendung’. Herkunft ungewiß. Vielleicht im Sinne von ‘den Mund aufreißen’ bzw. ‘geräuschvolle, lauthals geäußerte Freude’ zu der unter gähnen (s. d.) aufgeführten Wortgruppe. Vergeudung f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gepränge · Luxus · Maßlosigkeit · Prasserei · Prunk · Unmäßigkeit · Vergeudung · Verschwendung  ●  Geaase  ugs. · Verschleuderung  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Vergeudung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Vergeudung‹.

Zitationshilfe
„Vergeudung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Vergeudung>, abgerufen am 19.09.2021.

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